Handy-Manager

Nokia-Handys verwalten mit Gnokii

01.06.2003 Ein neues Logo gefällig? Oder ist Ihnen einfach die Handy-Tastatur zu klein für eine längere SMS? Gnokii schafft hier Abhilfe.

Mit Gnokii lassen sich nahezu alle Nokia-Handys bequem vom PC fernbedienen. Voraussetzung ist, dass Sie ein passendes serielles Datenkabel besitzen oder das Handy per Infrarot anschließen. Bluetooth funktioniert in der hier vorgestellten Version 0.5pre6 aus SuSE Linux 8.2 noch nicht. Gnokii gibt es einmal als Kommandozeilenprogramm (Paket gnokii) und mit grafischem Frontend (Paket xgnokii), Sie sollten beide installieren. Nachfolgend beschäftigen wir uns mit dem grafischen xgnokii

Inbetriebnahme

Die zentrale Gnokii-Konfigurationsdatei ist /etc/gnokiirc, die Sie am besten als .gnokiirc in Ihr Home-Verzeichnis kopieren. Vor dem ersten Start sollten Sie letztere Datei noch an Ihre Gegebenheiten anpassen: Unter port tragen Sie den Gerätenamen Ihres seriellen Anschlusses oder Infrarotanschlusses (meist /dev/ttyS0) und unter model die Modellbezeichnung Ihres Handys ein. Bei connection müssen Sie angeben, wie das Handy angeschlossen ist: irda steht für Infrarot, dau9p und dlr3p für das jeweilige serielle Datenkabel von Nokia.

Nach der Konfiguration schließen Sie das Handy an und starten xgnokii über die KDE-Konsole oder den Schnellstarter [Alt-F2]. Das Gnokii-Fenster (Abbildung 1 oben) erscheint und initialisiert das Handy, und nach kurzer Zeit werden unten der Zustand des Akkus und die Empfangsfeldstärke angezeigt.

SMS-Zentrum

Nach Öffnen des Kurznachrichtendienstes ist der SMS-Bereich zunächst völlig leer, bis Sie den Datenaustausch mit dem Handy per [Strg-A] aktivieren (Abbildung 1). Neu eingegangene SMS zeigt Gnokii mit einem kleinen SMS-Symbol links unten an.

Abbildung 1: Nach Start des Kurznachrichtendienstes sind alle Ordner leer, mit [Strg-A] muss erst Kontakt zum Handy hergestellt werden

Wer Gnokii von der Kommandozeile aus gestartet hat, sieht Teile der Vorlagen- und Bilder-SMS in der Textkonsole durchlaufen – dies ist normal und kein Grund zur Beunruhigung, es handelt sich um Debugging-Meldungen.

Neue Logos

Mit dem Logo-Manager, den Sie durch Klicken mit der rechten Maustaste auf das Gnokii-Fenster erreichen, lassen sich neue Logos herstellen (Abbildung 1) oder auf dem Handy befindliche nachträglich bearbeiten. Darüber hinaus speichert das Programm Logos im Nokia-Logo-Format NOL und kann Logos in den Formaten NOL und NLM lesen und auf das Handy übertragen. Dabei bereitete das Debian-Logo im NLM-Format von [3] Probleme: Es ließ sich nur nach einem Neustart von Gnokii fehlerfrei laden, konnte dann aber nicht verschoben werden. Erst nach Übertragung zum Handy, Neustart von Gnokii und erneutem Einlesen vom Handy funktionierte die Bearbeitung einwandfrei.

Abbildung 2: Mit dem einfach gestrickten Logo-Editor lassen sich nicht nur eigene Logos entwerfen, sondern auch NLM- oder NOL-Dateien einlesen und speichern

Der Import anderer Grafikformate als NLM und NOL funktioniert mit Gnokii derzeit nicht, unter [2] gibt es jedoch einen Konverter, der Bitmap-Dateien aus Nokia-Logo-Dateien erstellt oder vorhandene Bitmaps umwandelt.

Vielversprechend

Von kleineren Haken und Ösen abgesehen, ist Gnokii ein praktisches und noch dazu stabiles Werkzeug. Unterstützt werden allerdings ausschließlich Nokia-Telefone und von denen auch nur solche mit Infrarot- oder seriellem Anschluss – Bluetooth-Support war bei Redaktionsschluss gerade in Arbeit.

Infos

[1] Gnokii-Projekt: http://www.gnokii.org

[2] Konverter für BMP-Grafiken ins Nokia-Format: http://stalmp3box.sourceforge.net/kylixprojects/main.html

[3] Freie Handy-Logos des Debian-Projekts: http://www.debian.org/events/materials/cellular  

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