Mutt

Wer richtig viele Mails schreiben und bearbeiten muss, empfindet die Maus und die Trägheit vieler grafischen Programme schnell als Hemmschuh und greift zu mutt, dem einzigen Textmodus-MUA im Testfeld. Mag dessen Bedienoberfläche noch so spartanisch anmuten – nach dem Erlernen einiger weniger Tastenbefehle beschränkt einzig die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit die Mail-Lesegeschwindigkeit.

Doch so viele brauchbare Anleitungen im Web über den Einstieg hinweg helfen, so wenig vernünftige Dokumentation gibt es für die interessanteren und fortgeschrittenen Features. Auch wenn das mitgelieferte Online-Handbuch sehr gut strukturiert und übersichtlich ist, hat es den Makel, dass der Programmautor Beispiele, erst recht Wort für Wort erklärte, für unnötig hält. Da helfen auch die Unmengen im Web veröffentlichten /.muttrc-Konfigurationsdateien Dritter nur wenig weiter, denn auch ihnen fehlt in der Regel die ausführliche Erläuterung.

Und die hat die geneigte Nutzerin bitter nötig, denn mutt kann fast alles – sofern es, streng dem Unix-Paradigma folgend, Hilfe von externen Spezialistenprogrammen bekommt. So braucht mutt einen lokal installierten MTA, um Mails wegzuschicken. Welcher Editor zum Schreiben der Mails zum Einsatz kommt, bestimmt die Umgebungsvariable EDITOR oder ein Eintrag in der Konfigurationsdatei; steht da nichts, bleibt es beim System-Default (also vi). Das gibt der Anwenderin viele Möglichkeiten an die Hand: vi-Nutzerinnen legen beispielsweise mit dem Eintrag

set editor="vim +2 -c 'set tw=72'"

in der ~/.muttrc fest, dass beim Beantworten einer Mail jeweils nach 72 Zeichen ein Zeilenumbruch eingefügt werden soll und der Cursor zu Beginn am Anfang der zweiten (+2) Zeile steht – das ist (sofern man set edit_headers in der ~/.muttrc auskommentiert hat) die erste Zeile des zitierten Texts. Selbstverständlich hat die Anwenderin die komplette Kontrolle über alle Mail-Header.

Durch ähnliche Einträge lässt sich mutt en detail an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Richtig komplex wird es, wenn "Hooks" ins Spiel kommen. Das sind Kommandos, die wie mit einem "Haken" an Mail-Konten, Foldern, Mails oder Aktionen "befestigt" und bei entsprechenden Zugriffen ausgeführt werden. So lässt sich mit einem account-hook festlegen, welche Absenderadresse benutzt wird, wenn die Anwenderin auf eine Mail von einem bestimmten Mail-Konto antwortet. Hier (und anderswo) macht die Mutt-Konfiguration exzessiv von regulären Ausdrücken [5] Gebrauch. Damit lassen sich prinzipiell auch Absender-Personalities, die Absenderadresse, zu verwendenden PGP/GnuPG-Key, Signatur und individuelle Header-Zeilen zusammenfassen, erstellen. Eine einfache Möglichkeit, bei Versand der Mails eine Identität zu wählen, sucht man jedoch immer noch vergeblich.

Abbildung 9: Gut versteckt: Mit c-TAB wechselt man zur Auswahl lokaler Mailfolder; ein weiteres TAB lässt zwischen den in der .muttrc hinter dem Stichwort "mailboxes" aufgelisteten Accounts wählen

Das Fehlen eines passenden Shortcuts und eines entsprechenden Konfigurationsdialogs (ein zweiter für die Einrichtung der Accounts wäre wünschenswert) sowie die nur rudimentäre IMAP-Unterstützung machen dann auch die wichtigsten Kritikpunkte aus. Der Beliebtheit des Programms tut dies jedoch keinen Abbruch: Wer einmal die Einstiegshürden überwunden hat, will selten wieder weg, selbst wenn er oder sie die komplexen Konfigurationsmöglichkeiten nur rudimentär beherrscht.

Abbildung 10: Mutt beim Prüfen einer PGP-Signatur

Was für wen?

Wie so oft gilt auch bei MUAs: Das ideale Mail-Programm muss erst noch geschrieben werden – und ideologische Grabenkämpfer, die nur das eigene Programm gelten lassen, wird es auch weiter geben. Entscheidend sind die eigenen Bedürfnisse: Wer auf der Konsole flink per Tastatur durch mutt hüpft, wird kaum auf kmail umsteigen, auch wenn dies kaum weniger, nur leichter konfigurierbare Feature bietet. Beide zeigen jedoch Schwächen bei IMAP. Hier springt Mulberry in die Lücke, doch spricht das Programm nur Englisch und verlangt manchmal ein wenig zu viel Geduld. Soll es vielleicht doch Sylpheed sein? Fest steht eigentlich nur: Probieren geht über Studieren.

Tabelle 1: Standalone MUAs

Name Mutt KMail Balsa Sylpheed Mulberry
URL http://www.mutt.org/ http://kmail.kde.org/ http://balsa.gnome.org/ http://sylpheed.good-day.net/ http://www.cyrusoft.com/mulberry/
Lizenz/Preis GPL/kostenlos GPL/kostenlos GPL/kostenlos GPL/kostenlos kommerziell/Staffelpreise ab 35,95 USD (Einzellizenz), PGP-Plugin 4,00 USD (Einzellizenz), kostenlose 30-Tage-Testversion
getestete stabile Version (in Klammern Enwicklerversion) 1.4i 1.4.3 aus KDE 3.05 (1.5 aus KDE 3.1 RC6) 2.0.5 0.8.9 (claws) 2.2.1 (3.0 beta 12)
benötigte Bibliotheken Ncurses oder S-Lang, libssl und libcrypto für Verschlüsselungsmöglichkeiten Qt ab Version 3.03, KDE-Grundinstallation mit devel-Paketen, libjpeg, libpng Glib 2.0, GTK+ 2.0, diverse GNOME-2.0-Bibliotheken, libesmtp, aspell oder pspell (pspell-Support entfällt demnächst) GTK, optional für Grafikdarstellung gdk-pixbuf oder imlib -
Entwickler stellen Binärpakete für SuSE, Mandrake, Red Hat, Debian (Bestandteil des kdenetwork-Pakets) Red Hat 8.0 Mandrake, SuSE, Debian, Red Hat Binär-tgz für Red Hat 5.x und 6.x (laufen auch auf anderen Distributionen wie SuSE 8.x)
Programmsprachen (Anzahl/Englisch/Deutsch/Türkisch) 27/ja/ja/ja 44/ja/ja/ja 33/ja/ja/ja 22/ja/ja/ja 1/ja/nein/nein
SMTP
benötigt lokalen MTA zum Versenden ja nein nein nein nein
SMTP after POP manuell durch Versenden der gesammelten Mailqueue nach POP-Abfrage nein Option funktioniert erst in claws, manuell durch Versenden der gesammelten Mailqueue nach POP-Abfrage manuell durch Versenden der gesammelten Mailqueue nach POP-Abfrage
SMTP-Auth ja ja ja ja
Mailspool
Inbox Mailspool, per configure-Parameter auch Mailbox im Home-Verzeichnis möglich holt Nachrichten aus dem Mailspool ins gewählte Verzeichnis (~/Mail, über Konfigurationsdatei änderbar) Mailspool holt Nachrichten aus dem Mailspool ins gewählte Verzeichnis (default /home/Mail) Mailspool als lokale Inbox einrichtbar durch Setzen eines Links mit der Endung .mbx
IMAP
IMAP-Unterstützung per configure-Parameter zuschaltbar ja ja ja ja
Suchen auf dem Server nein nein ja ja ja
Folder verschieben nein nein ja (sehr instabil) nein ja
POP3
POP3-Unterstützung ja (configure-Parameter) ja ja ja ja
Mail auf dem Server belassen ja ja ja ja ja
Mailbox
Formate mbox (default), MMDH, MH, Maildir maildir, mbox mbox (default), Maildir, MH MH (claws auch mbox) mbx (erweitertes mbox-Format)
Filterregeln zum automatischen Verteilen von Mails auf Mailboxen nicht für incoming Mail ja ja ja ja
Editor
automatischer Zeilenumbruch nach 70--80 Zeichen bei entsprechender Konfiguration des Editors ja ja ja ja
externer Editor default ja/schlecht integriert ja/schlecht integriert ja/gut integriert ab 3.0 (in der Beta unbrauchbar)
Mail-Text und -Formate
TOFU-Gefahr: Standard-Zitierverhalten mäßig: Cursor am Anfang der ersten Zeile (kann Header oder Einleitungszeile sein) gering: Cursor unter der Einleitungszeile der zitierten Mail hoch: Cursor vor der Einleitungszeile der zitierten Mail hoch: Cursor vor der Einleitungszeile der zitierten Mail hoch: Cursor vor der Einleitungszeile
TOFU-begünstigendes Verhalten abstellbar ja, wenn Editor entsprechend konfigurierbar nein nein nein
Default-Mail-Format text/plain text/plain text/plain; format=flowed text/plain text/plain (auf Wunsch mit format=flowed)
Format-Wahlmöglichkeit prinzipiell ja, da Absender die MIME-Header verändern kann nein nein nein pro Mail
Anzeige von multipart/alternative zeigt text/plain, andere Attachments einsehbar text/plain hat Vorrang, HTML-Ansicht global oder pro Ordner einstellbar (in 1.5 auch pro Mail wählbar) HTML hat Vorrang, text/plain-Part einsehbar text/plain hat Vorrang, HTML kann mit internem Viewer betrachtet werden konfigurierbar
Versenden von multipart/alternative prinzipiell möglich, da Absender die MIME-Header verändern kann nein nein nein auf Wunsch
HTML-Anzeige extern (definierbar über Mailcap-Einträge) intern intern intern intern
Umbrechen der Mail bei text/plain;format=flowed korrekt bei langen, falsch bei zu kurzen Zeilen fehlerhaft bei zu kurzen Zeilen korrekt fehlerhaft korrekt
Encodings
im Body iso-8859-1/iso-8859-15/utf-8 systemabhängig ja/ja/ja ja/ja/ja ja/ja/nein ja/nein/nein
im Subject: iso-8859-1/iso-8859-15 systemabhängig ja/ja ja/ja ja/nein ja/nein
Adressbuch
Format ASCII-Text vCard (.vcf ) gnomeCard xml ASCII-Text
Importformate – (diverse Konverter Dritter erhältlich) LDIF, Eudora Light (instabil), durch Tabstopps, Leerstellen, Kommata oder Gleichheitszeichen separierte Listen, .PAB, KDE-2-Adressbücher LDIF keine (erst in claws); Palm-Import, wenn mit --enable-jpilot kompiliert Netscape/Mozilla, Eudora, pine, Quickmail
Exportformate keine Komma-separierte Textdatei via kaddressbook keine LDIF (claws zusätzlich HTML-Export) HTML, Netscape/Mozilla, Eudora, pine, Quickmail
LDAP mit externen Tools (http://www.pmnet.uni-oldenburg.de/mutt_ldap.html) nein (bei Version 1.5 ja) ja, wenn mit >--enable-ldap kompiliert ja, wenn mit --enable-ldap kompiliert ja
automatisches Übertragen von Mail-Adressen ins Adressbuch Shortcut nein (aber Speicherung in einer History, die bei Auto-Vervollständigung berücksichtigt wird) nein für Ordneransicht Shortcut definierbar per Drag&Drop (ab 3.0 automatisch oder via Shortcut)
Import empfangener vCards nein nein; bei Version 1.5 kann das Adressbuch vCards manuell importieren manuell manuell, nur Übernahme von Name und E-Mail-Adresse nein
Usability
integrierte Spamfilter keine keine keine keine keine
Darstellung von ASCII-Grafik ja nach Umstellen auf Nicht-Proportionalfont ja ja ja
Größenangabe bei zu versendenden/empfangenen Attachments ja für Empfang (für jeden Account einzeln einstellbar) nein für Empfang (für jeden Account einzeln einstellbar) ja
SMTP-Absenderprofile prinzipiell ja: erfordert sehr komplexe Konfiguration, Auswahl kann nicht ad-hoc getroffen werden ja nein ja ja
Definieren eigener Header ja ja ja (im Editor) ja ja
alle Header editierbar ja nein ja nein nein
Tastaturbedienung durchgängig teilweise teilweise teilweise rudimentär, nur einige wenige Shortcuts
Scoring ja nein nein nein (für claws ja) nein
Threading ja ja ja ja ja
Mehrere Mails gleichzeitig bearbeitbar nein ja ja ja ja
Bouncen ja ja ja ja nein (ja ab 3.0)
Adresskomplettierung ja ja ja ja ja
Link-Darstellung in text/plain Syntaxhighlighting vollständiger URLs bei vollständigen URLs (bei Version 1.5 auch bei Server-Namen) nur bei vollständigen URLs nur bei vollständigen URLs nur bei vollständigen URLs
Farbige Darstellung von HTML-Text – (externe HTML-Anzeige) ja ja nein ja
Inline-Darstellung mitgeschickter Abbildungen in HTML-Mails nein nur auf Wunsch nein nein nein
Sicherheits- und Privacy-Features
PGP/GnuPG-Support ja (wenn entsprechend konfiguriert) ja, für Version 1.5 auch PGP/MIME-Unterstützung über Crypto-Plugins: http://kmail.kde.org/kmail-pgpmime-howto.html nein ja, wenn mit Option --enable-gpgme kompiliert über Plugin
SSL/TLS für SMTP/IMAP/POP --/ja/ja (configure-Option --with-ssl) ja/ja/ja ja/nein/ja (configure-Option --enable-ssl) ja/ja/ja (configure-Option --enable-ssl) ja/ja/ja
Quelle eines Links (HREF-Angabe) in HTML-Mail ist sichtbar (Statusleiste) sichtbar (Statusleiste) unsichtbar, aber Link nicht klickbar unsichtbar, aber Link nicht klickbar
Anzeige aktiver HTML-Inhalte (JavaScript/IFRAME) nein/nein nein/nein nein/nein nein/nein
zeigt Webbugs in HTML-Mails nein nein nein nein
Versenden von Lesebestätigungen nein default: nein, aber konfigurierbar konfigurierbar, Default: auf Nachfrage, aber niemals, wenn man weder im To: noch im Cc: steht sowie notify-to“ und Return-Path nicht übereinstimmen nein nein/ab 3.0 auf Wunsch
Dokumentation
Beigefügte Dokumentation Manual, Manpage (Englisch) HTML-Hilfe in verschiedenen Sprachen (abhängig von den installierten Sprachpaketen und der KDE-Spracheinstellung), deutsches Handbuch Manpage, HTML-Hilfe (beides Englisch) Handbuch (Englisch, Japanisch), FAQ (Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch) Quickstart Guide (Englisch) ftp://ftp.cyrusoft.com/pub/Mulberry/docs/v2_1/quickunix.pdf

Glossar

MTA

Abkürzung für "Mail Transfer Agent", also das Programm, welches sich um die Weiterleitung der E-Mails kümmert, salopp auch Mailserver genannt. Zu den populärsten Vertretern dieser Gattung zählen Postfix, Sendmail und Exim.

SMTP

"Simple Mail Transfer Protocol", die Sprache, die zwei Mailserver im Internet miteinander sprechen, um Mails zu ihren Empfängern zu befördern.

Smarthost

Ein (meist von einem Internet Service Provider betriebener) entfernter Mailserver, der wie ein Briefkasten ausgehende Mails von Rechnern annimmt, die selbst keinen (oder keinen ständig am Internet lauschenden) Mailserver installiert haben, und diese dann an die für die Empfänger-Domains zuständigen Mailserver ("Mail Exchanger", MX) weiterleitet.

Port

Eine "Andockstelle" für Client-Programme, hinter der ein Server im Internet seine Dienste anbietet.

RFC

Der erste "Request for Comment" ("Aufruf zur Stellungnahme") ging 1969 von Steve Crocker aus, der damit zum Austausch über einen von ihm verfassten Artikel aufrief. Diese Form der wissenschaftlichen Diskussion war völlig neu und weitere Aufrufe dieser Art folgten. Viele der heute verwendeten Netzwerkprotokolle wurden (und werden) in der Form von RFCs standardisiert.

Encoding

Um Alphabete oder einfach nur Sonderzeichen, die das amerikanische Alphabet nicht enthält (etwa Umlaute), darzustellen, muss man andere Kodierungsmethoden als 7-Bit-ASCII benutzen. So kann man mit der ISO-8859-1-Kodierung zum Beispiel Texte mit deutschen Umlauten kodieren. Das Euro-Zeichen ist darin jedoch nicht enthalten. Benutzt man es, kommt ISO-8859-15 zum Zug. Die Unicode-Kodierung UTF-8 umfasst die meisten auf der Welt verwendeten Alphabete, z. B. kyrillische oder chinesische Zeichen. Damit ein Programm entsprechende Texte darstellen kann, müssen aber auch entsprechende Schriften installiert (oder eingebaut) sein.

rot13

Auf Mailinglisten und im Usenet oft genutzte "Verschlüsselung" für Texte, die nicht sofort lesbar sein sollen, z. B. der Inhalt noch nicht gesendeter Serien. Jeder Buchstabe des Alphabets wird durch den 13 Stellen hinter ihm liegenden ersetzt, Sonderzeichen und Leerstellen bleiben unverändert. "abc" wird zu "nop" und umgekehrt.

XFaces

Eine Header-Zeile, die von einigen MUAs als schwarz-weiße Grafik dargestellt werden kann. Um eine Grafik als XFace zu verwenden, muss sie als 48x48 große .xbm-Datei vorliegen, die mit den Programmen des compface-Pakets in eine Header-Zeile umgewandelt wird.

Thread

Ein "Faden" von Mails oder News, die sich aufeinander beziehen. Die Thread-Ansicht eines MUAs stellt diese inhaltlich statt zeitlich zusammenhängend in einer Baumansicht dar.

Scoring

Abgestuftes Bewertungssystem für E-Mails. Die Mails erhalten dabei Punktzahlen (Scores) nach frei definierbaren Bewertungskriterien. Aus den Plus- und Minuspunkten errechnet sich die Gesamtzahl. Diese entscheidet, ob die E-Mail in exponierter Form (hoher Score) oder gar nicht (Kill-Score) angezeigt wird.

~

Abkürzung für das eigene Home-Verzeichnis.

Mailspool

Eine Datei (meist im Verzeichnis /var/spool/mail/username), in der der lokale Mailserver eingehende Mails für den jeweiligen Benutzer ablegt. Die klassische Art und Weise, Mail an den User zu bringen.

TOFU

Abwertende Bezeichnung für Mails, in denen der "Text oben, (das) Fullquote (Vollzitat der beantworteten Mail) unten" steht. Das Versenden von TOFU gilt als extrem unhöflich, da sich der Empfänger durch mühsames Hin- und Herscrollen einzeln heraussuchen muss, worauf sich der Schreiber bezieht. Die unnötigen Vollzitate erhöhen zudem die Download-Zeiten, was vor allem bei längeren Mail-Wechseln störend ist.

text/plain; format=flowed

Transparente und nicht-destruktive Erweiterung des Versandformats "einfacher Text ohne Formatauszeichnungen", die es MUAs erlaubt, auch überlange und zu kurze Zeilen einer Mail (letztere werden z. B. in PDA-Editoren geschrieben) sauber und ästhetisch zu umbrechen und zu zitieren.

multipart/alternative

Versandformat einer aus mehreren Attachments bestehenden E-Mail, von denen alle denselben Inhalt haben, aber unterschiedlich formatiert sind: Der Empfänger soll sich aussuchen, ob er die Nachricht lieber als einfachen Text oder z. B. als HTML angezeigt bekommen möchte. Dadurch, dass die Mail denselben Inhalt doppelt und dreifach enthält (der durch die Formatierungen teils extrem aufgebläht wird), werden dabei sehr viele unnötige Daten verschickt.

Mailcap

Die Datei /etc/mailcap legt systemweit fest, welches Programm gestartet wird, um eine Datei eines bestimmten MIME-Typs (quasi eine Formatangabe) anzuzeigen oder abzuspielen. Diese Einstellungen können User-seitig in ~/.mailcap überschrieben werden; viele (grafische) Programme benutzen jedoch eine eigene MIME-Typ-Verwaltung.

Body

Der eigentliche Mail-Inhalt im Gegensatz zu den in den Headern abgelegten "Verwaltungsinformationen".

Infos

[1] Thomas Zell: "Mehr Mail braucht kein Mensch", LinuxUser 11/2002, S. 38

[2] Oliver Much: "Arbeitstier für Mail und News", LinuxUser 12/2002, S. 55 ff.

[3] http://sylpheed-claws.sourceforge.net/

[4] http://sourceforge.net/mailarchive/forum.php?forum=sylpheed-claws-users

[5] Marc André Selig: "Nadel im Heuhaufen", LinuxUser 08/2002, S. 75 ff.

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