die wellen, die ich rief
Wav-Dateien mit den Wave-Tools erzeugen
Wellen: Berg und Tal
Mehrere Eingabedateien können miteinander abgemischt werden. Hier kommt das Programm wmix ins Spiel. Dabei bedeutet Abmischen das Addieren oder Multiplizieren der Amplitudenwerte (wobei Addieren der Standard ist, das Multiplizieren mit der Option -m definiert werden muss). Dafür sollte man wissen, dass die WaveTools die Amplitudenwerte im Bereich von [-1,1) darstellen. Wenn die addierten Werte von mehreren Eingabedateien diese Werte übersteigen (also übersteuern), so würden sie abgeschnitten, aber wmix ist so klug und normiert die Amplitudenwerte derart runter, dass die maximale Amplitude noch darstellbar ist.
Eine Möglichkeit das Übersteuern direkt zu verhindern, ist die Option -s, welche die Eingabe von n Eingabedateien vorher mit 1/n multipliziert. Dies ist für die Multiplikation natürlich nicht notwendig, da das Multiplizieren von Werten aus dem Bereich [-1,1) diesen nicht verlässt. Hier ist das Problem eher, dass die Multiplikation die Werte staucht und die Amplitude immer flacher wird. Auch hierfür gibt es einen rettenden Parameter. Mit -n wird die wav-Ausgabe wieder soweit normiert, dass alle Amplitudenwerte gleichwertig so angehoben werden, dass ihr maximaler Ausschlag 1 ist. Eine Übersicht der wmix-Optionen finden Sie in Tabelle 4.
Zeit für einen kleinen Testlauf: Wir nehmen drei Sinus-Wellen, eine hochfrequente von 1000 Hz, eine vom Kammerton (440 Hz) und eine niedrigfrequente von 200 Hz. Diese werden mit wmix addiert und via wplot und display direkt angezeigt (Abbildung 2):
(wfct 200Hz 10ms; wfct 440Hz 10ms; wfct 1000Hz 10ms) | wmix - - - | wplot | display
Tabelle 4: Die <C>wmix<C>-Optionen
-n
|
normiert das Maximum auf 1 |
-s
|
multipliziert jede Eingabe mit 1/n |
-m
|
die Eingabe wird multipliziert statt addiert |
-odatei
|
Ausgabedatei |
-h
|
Hilfe |
-v
|
Protokollierungen |
Hey DJ!
Der Profi unter den WaveTools ist das Filterprogramm wflt. Es kann die Eingabe mit einer ganzen Reihe verschiedener Möglichkeiten bearbeiten. So besteht die Möglichkeit der linearen Transformation aller Amplitudenwerte, also y := y×verstaerkung + bias. Dabei werden die Parameter über -gverstaerkung und -abias angegeben. Auch hier kann das Ergebnis mit der Option -n wieder normalisiert werden. Darüberhinaus stehen noch drei Filter der Akustik zur Verfügung. Es sind der Tief-, Hoch- und Bandpassfilter. Diese Filter heißen gerade deshalb so, weil sie die tiefen und hohen Frequenzen und der Bandpassfilter einen bestimmten (meist mittleren) Frequenzbereich aus der Eingabe herausfiltern (genauer ihre Amplitudenwerte ab- und anheben). Ihre Anwendung finden solche Filter im wirklich Leben, z. B. bei Mehrwegeboxen. Dort dienen sie als Frequenzweichen. Auf diese Weise gelingt es den kleinen Hochtönern von Boxen, hauptsächlich die hohen Frequenzen zu spielen, aber den Tieftönern oder den Bassreflexboxen im Wesentlichen die Frequenzen der Bässe dudeln zu lassen. Schon der Name Frequenzweiche lässt vermuten, dass es eine spezielle Frequenz gibt, die die Grenze der durchzulassenden Frequenzen angibt, welche die Grenze der durchzulassenden Frequenzen spezifiziert. Genau diese gibt man wflt als weitere Angabe für die Option des jeweiligen Filters mit (siehe Tabelle 5).
Tabelle 5: Die <C>wflt<C>-Optionen
-mweite
|
Mittelwertfilter |
-lfrequenz
|
Tiefpassfilter |
-ffrequenz
|
Hochpassfilter |
-bfrequenz
|
Bandpassfilter |
-wweite
|
Breite des Bandpass' |
-gverstaerkung
|
Verstärkung |
-abias
|
Offset zum Nullpunkt |
-c
|
Zentrieren der Datei |
-n
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Normalisieren der Datei |
-r
|
Datei rückwärts ausgeben |
-i
|
Invertieren der Datei |
-odatei
|
Ausgabedatei |
-h
|
Hilfe |
-v
|
Protokollierungen |
Soll also beispielsweise wflt den Frequenzgang unterhalb einer bestimmten Frequenz, z. B. 300 Hz, anheben und alle höheren Frequenzen absenken, so teilen wir wflt das über
wflt -l300Hz -odatei eingabe
mit. Genauso wird der Hochpassfilter über die Option -f und der Bandpassfilter über die Option -b eingesetzt. Beim Bandpassfilter, der nur den Frequenzgang im Bereich um die angegebene Frequenz hebt, steht zusätzlich noch die Möglichkeit zur Verfügung, die Breite mit Angabe der Option -w zu ändern. Probieren Sie doch einmal verschiedene Einstellungen aus. Im Prinzip lassen sich wav-Dateien auf diese Art so ändern, wie Sie es mit ihrem Equalizer an Ihrer HiFi-Anlage steuern.



