Harakiri

Beim Emulator Hatari [4] handelt es sich um die Konvertierung seines Windowsp-Pendants WinSTon. Zum Betrieb benötigen Sie das Hauptprogramm mit dem Namen hatari, die mitgelieferte Datei font8.bmp und das Betriebssystem, dessen Dateiname tos.img lauten muss. Diese Dateien sollten sich in einem gemeinsamen Verzeichnis befinden. Um den Emulator zu starten, öffnen Sie zunächst ein Terminalfenster und wechseln mit cd in dieses Verzeichnis. Mit dem Befehl hatari starten Sie den Emulator. Ein paar Sekunden später erscheint in seinem Fenster der charakteristische grüne Desktop.

Abbildung 4: Der Emulator Hatari mit dem typischen grünen Desktop

Über die Taste [F12] gelangen Sie in das Konfigurationsmenü. Um eine Diskette einzubinden, klicken Sie dort auf den Menüpunkt Discs.

Abbildung 5: Das Hauptmenü von Hatari

Wählen Sie anschließend im oberen Teil unter Floppy discs eines der Diskettenlaufwerke aus, in das später die virtuelle Diskette eingelegt werden soll. Analog zu Windows verwenden die Atari ST-Computer die Laufwerksbuchstaben A und B.

Abbildung 6: In diesem Fenster werden unter Hatari die Disketten in den Emulatonsprozess eingebunden

Klicken Sie nun auf den passenden Browse-Knopf und markieren Sie im erscheinenden Fenster die zu verwendende Disketten-Image-Datei. Wie auch seine Kollegen, versteht Hatari die gebräuchlichsten Image-Formate mit den Endungen .ST und .MSA. Nach dem Klick auf Okay simuliert Hatari eine Diskette im gewählten Laufwerk. Zur Überprüfung können Sie das zugehörige Diskettensymbol in der linken oberen Ecke des Emulatorfensters doppelt anklicken.

Viele Atari-Programme – hauptsächlich Spiele – werden automatisch nach dem Einschalten oder einem Reset gestartet. Unter Hatari lösen Sie einen Reset mit [AltGr-c] aus. Über [AltGr+q] beenden Sie den Emulator.

Beim Einsatz von Atari-Programmen sollten Sie vor deren Start prüfen, ob sie auf die hohe Schwarz-weiß-Auflösung oder einen Farbbildschirm ausgerichtet sind. Der echte Atari erkennt selbständig, welcher Monitor angeschlossen ist, und stellt die passenden Grafikmodi bereit. Bei einem Emulator ist dies nicht möglich, weshalb dort der Benutzer selbst den richtigen Modus wählen muss. Unter Hatari verwenden Sie hierzu den Punkt Screen/Monitor im Konfigurationsmenü.

Dampfmaschine

Ein weiterer Emulator ist Steem [3]. Im Gegensatz zu Hatari emuliert er auch die Hardware des Atari STE. Steem selbst ist zwar Freeware, steht aber nur als fertiges Programm für Intel und kompatible Prozessoren zur Verfügung. Nach dem Entpacken des Archivs starten Sie den Emulator per Mausklick über einen Dateimanager Ihrer Wahl. Beim ersten Aufruf fragt Steem in einigen Dialogfenstern seine Basiskonfiguration ab. Klicken Sie im ersten Dialog auf Continue und anschließend auf OK. Im nun geöffneten Fenster wählen Sie die Datei aus, die das Betriebssystem enthält.

Nach einem Klick auf Load wird das markierte TOS von Steem verwendet. Die nächsten beiden Punkte überspringen Sie mit Cancel, bzw. No – die Einstellungen dieser Dialoge können zu einem späteren Zeitpunkt im Konfigurationsmenü nachgeholt werden. Damit wäre die erste Einrichtung abgeschlossen, und nach einem Klick auf Okay öffnet sich das Hauptfenster (Abbildung 7). Über den grünen Knopf in der Symbolleiste werfen Sie die eigentliche Emulation an.

Abbildung 7: Steem in Aktion; Alle Statusanzeigen, die Steem einblendet, verschwinden nach einer kurzen Zeit von selbst

Wie Sie feststellen werden, fängt der Emulator die Maus komplett ein. Um sie für Linux zurück zu gewinnen, drücken Sie die Taste [Pause]. So erhalten Sie auch wieder Zugang zur Menüleiste, die einige etwas ungewöhnliche, aber nicht minder interessante Optionen bereit hält: Sie können z. B. per Klick auf den Doppelpfeil (zweites Symbol von links) den Emulator beschleunigen.

Abbildung 8: Der hochauflösende Schwarz-weiß-Modus unter Steem

Alle Symbole auf der rechten Seite dienen der Konfiguration. So lässt sich ein Disketten-Image über das Symbol am rechten Rand einbinden, hinter dem blauen i verbirgt sich eine knappe Online-Hilfe, und den Monitortyp und somit auch den verwendeten Grafikmodus können Sie im Dialogfenster einstellen, das über das Chip-Symbol aufgerufen wird.

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