Bärenstark
FTP-Client KBear
Kontaktfreudig
So hübsch das alles aussehen mag – richtig sinnvoll ist ein FTP-Client nur, wenn Sie mit ihm Kontakt zu FTP-Servern Ihrer Wahl aufnehmen. Mit KBear können Sie das auf zwei Arten: Klicken Sie auf den Menüpunkt FTP / Quick Connect (Tastenkombination [Strg-N]), und geben Sie in der daraufhin erscheinenden Dialog-Box (Abbildung 4) die Adresse des von Ihnen gewünschten Servers ein.
In der Regel dürfte es sich dabei um einen öffentlichen FTP-Server handeln, auf dem Sie nicht über einen eigenen Account verfügen. Aktivieren Sie in diesem Fall das Kästchen Anonymous Login, um sich im für anonymen Zugang reservierten Teil des Servers bewegen zu können.
Wenn Sie im Wizard Ihre E-Mail-Adresse eingetragen haben, nutzt KBear selbige automatisch als Passwort, was ein Großteil der FTP-Server erwartet. Achtung: Manchmal fragt ein Server trotz Anonymous Login noch nach einem Passwort. Geben Sie in einem solchen Fall den Passcode anonymous in der aufploppenden Dialogbox ein, müssten Sie sich problemlos einloggen dürfen.
Sind Sie soweit? Dann nur noch einen Klick auf den Button Connect (vorausgesetzt, Sie sind gerade online), und KBear nimmt die Verbindung zum Server Ihrer Wahl auf.
Einen Hinweis auf die zweite Möglichkeit, einen FTP-Server zu kontaktieren, gibt das Kästchen Save to Sitemanager aus Abbildung 4. Björn Sahlströhm, der Entwickler von KBear, hat im Menüpunkt Sitemanager eine Reihe wichtiger FTP-Server – fein säuberlich nach Art und Inhalt geordnet – samt Login vorkonfiguriert. Entscheiden Sie sich für einen aus dieser Liste, müssen Sie ihn darin lediglich anwählen. Die Auflistung lässt sich über besagtes Kästchen erweitern.
KBear-1.2.1-Veteranen kennen die Tastenkombination [Strg-O] vielleicht noch als Weg, die Sitemanager-Konfiguration zu öffnen. Die aktuelle Version bietet darin eine weitere Neuerung: den Import von FTP-Bookmarks aus anderen Programmen. Wie Abbildung 5 zeigt, verbirgt sich in dieser Dialogbox neben vielen wohlgeordneten FTP-Servern auch ein Button Import. Ein einfacher Klick darauf genügt, und schon haben Sie in der sofort aufploppenden Dialogbox aus Abbildung 6 die Möglichkeit, Ihre mühselig ergatterten Bookmarks aus KBear 1.x , dem GNOME-Programm gFTP, dem Kommandozeilen-Tool ncFTP sowie von WS-FTP und Windows-Commander aus der Windows-Welt auch in KBear 2.0 zu nutzen.
Selbstverständlich können Sie aus dem KBearSiteManagerBase-Fenster auch selber Kontakt aufnehmen. Wählen Sie einfach den passenden FTP-Server aus, klicken Sie auf Connect, und schon geht es los. Besonders wer es ein bisschen differenzierter mag, ist mit dieser Variante gut bedient: Zum einen haben Sie bei protocol die Möglichkeit, statt ftp die sicherere Variante sftp aus der Secure-Shell-Familie auszuwählen, zum zweiten erlaubt ein Klick auf den Button Advanced... weitere Eingaben, wie etwa die Anzahl der erneuten Verbindungsversuche oder das Ein- und Ausschalten des Passive Modes (Abbildung 7).
Her damit!
Sobald Sie Verbindung zu einem oder mehreren FTP-Servern aufgenommen haben, steht dem Download nicht mehr viel im Weg. Doch viel Kontakt zu vielen Servern sorgt nicht unbedingt für mehr Übersicht im KBear-Hauptfenster. Die Anordnung der Unterfenster legen Sie daher besser via Mausklick über den Menüpunkt Window / Tile fest.
Dem gewohnten Look&Feel traditioneller FTP-Clients am nächsten kommt wohl die Variante Tile vertically (Abbildung 8). Wer's lieber horizontal mag, entscheidet sich stattdessen für tile overlapped (Abbildung 9) oder tile non-overlapped. Der Rest probiert einfach aus, mit welcher Einstellung er am besten zurecht kommt.
Ob Sie die Dateien in den Verzeichnissen als Icon oder lieber doch in der detaillierten Beschreibung mit Rechten, Zeitstempel et cetera angezeigt bekommen möchten, stellen Sie über den Menüpunkt Settings / Configure KBear / Views ein. Hier legen Sie auch fest, ob es die Baumansicht sein darf oder ob Taskbar und Co. stets angezeigt werden sollen.
Stimmt einmal das Umfeld, geht ein Download wie so vieles bei KDE ganz einfach via Drag&Drop vonstatten: Klicken Sie die herunterzuladende Datei im Verzeichnis des jeweiligen FTP-Servers an, und ziehen Sie sie mit der Maus ins Zielverzeichnis auf der heimischen Festplatte. Maus loslassen und im daraufhin erscheinenden Kontext-Menü copy auswählen – fertig. Nun lehnen Sie sich einfach zurück und verfolgen die Transfer-Fortschritte im unteren Teilfenster mit (Abbildung 10).
Bereits vor dem Download ist übrigens ein vorsichtiger Blick in die betreffende Datei möglich. Klicken Sie diese mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie im Kontext-Menü den Punkt View aus. KBear offeriert Ihnen dann je nach Datei-Typ die möglichen Programme, mit denen Sie die jeweiligen Dateiinhalte in aller Ruhe vorab betrachten können.
Glossar
FTP
Das "File Transfer Protocol" regelt den Transfer von Daten von einem Rechner auf einen anderen über das Internet. FTP erlaubt, hat man sich erstmal auf dem Gastrechner eingeloggt, ein recht umfangreiches Dateimanagement. Je nach Zugriffsrechten können Dateien und Verzeichnisse übertragen, gelöscht, kopiert oder verschoben werden.
Header-Dateien
Diese Dateien mit der Endung .h enthalten in der Programmiersprache C oder C++ geschriebene "Beschreibungen", wie eine Funktion aufzurufen ist. Sie sind essentiell, wenn man Programme kompilieren will. Installiert man eine Bibliothek via Paketmanager, stecken sie meist in einem separaten Archiv mit dem Zusatz "dev" oder "devel" und müssen explizit eingespielt werden.
Account
Zugangsberechtigung für einen Unix-Rechner. Ein User, der Benutzernamen und Passwort für dieses System hat und darauf über ein Home-Verzeichnis verfügt, hat einen Account (ein Konto) auf diesem Rechner.
Infos
[1] Stefanie Teufel: "Andere Ansichten", LinuxUser 12/2000, S. 60 f., http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/12/060-ktools/K-tools-24-3.html



