Der programmierbare Dateimanager

Midnight Commander

Ob Sie im Verzeichnisbaum Ihres heimischen Rechner stöbern oder ein entferntes System via SSH administrieren, der Dateimanager Midnight Commander hilft bei der Verwaltung der Daten.

Die Manpage des Midnight Commander nennt den Dateimanager schlicht eine "Visual Shell for Unix-like Systems". Beim Überfliegen der 2800 Zeilen ahnt man jedoch schnell, dass hinter dem Norton-Commander-Klon mehr steckt als nur eine aufgebohrte Shell. Mit dem Midnight Commander browsen Sie nicht nur durch die Verzeichnisse, sondern können Dateirechte und -Eigentümer festlegen, packen Tar-Archive und installieren RPM-Dateien. Im Internet liegt der Midnight Commander unter dem URL http://www.gnome.org/projects/mc/ zum Download bereit.

In den folgenden Abschnitten beschäftigen wir uns mit den Fähigkeiten und der Konfiguration des Konsolen-Tools. Rufen Sie den Midnight Commander mit dem Kommando mc auf, dann startet er im aktuellen Verzeichnis. Sie können dem Aufruf jedoch zusätzliche Optionen mitgeben, die das verhalten des Programms bei Start beeinflussen. Schauen wir uns also zunächst einige Optionen an, mit denen Sie den mc auf der Kommandozeile aufrufen können.

Pfade und Optionen

Möchten Sie den Midnight Commander an einer anderen Stelle als dem aktuellen Verzeichnis innerhalb der Verzeichnisstruktur öffnen, hängen Sie den entsprechenden Pfad als Option an: mc /usr/lib/mc/ bringt Sie in das Bibliotheksverzeichnis des Midnight Commander. Den Ort dieses Verzeichnisses, in dem Sie auch die FAQ des Dateimanagers finden, sagt Ihnen der Befehl mc -f.

Wenn es der Midnight Commander für Ihren Geschmack zu bunt treibt, dann pegeln Sie ihn mit dem Kommando mc -b in die schwarz-weiße Wiedergabe zurück. Falls Sie bereits schwarz-weiß sehen, gibt der Befehl mc -c dem Dateimanager die Farbe zurück. Mit der Option -C besteht die Möglichkeit, die gesamte Farbgebung des mc Ihren Bedürfnissen anzupassen. Diesen Teil der Einstellung sparen wir uns jedoch auf für den Abschnitt über die Bearbeitung der Datei ~/.mc/ini auf.

Abbildung 1: Der Midnight Commander mit geöffneter Menüleiste

Vielleicht ist Ihnen beim Testen der Optionen die Mausunterstützung des Midnight Commander aufgefallen, wenn Sie ihn z. B. in einem Xterm starten. Auch in der virtuellen Textkonsole, unter X erreichbar durch die Tastenkombination [Strg]+[Alt] + [F1-F6], gibt Ihnen mc die Freiheit, sich klickend durch die Verzeichnisse zu bewegen. Einzige Bedingung: Sie müssen das Tool GPM installiert haben, das Ihnen das Schieben mit der Maus im Textmodus gestattet. Mit der Option -d schalten Sie übrigens die Mausunterstützung des mc wieder ab.

Der versteckte Editor

Keine Option sondern ein eigenständiger Befehl ist das Kommando mcedit, mit dem Sie den internen Editor des Midnight Commander starten. Obwohl Mcedit nur ein Link auf das Binary des Midnight Commander ist, hat er als Editor durchaus Qualitäten und sogar eine eigene Manpage, die Sie mit man mcedit in der Kommandozeile erreichen.

Für Einsteiger, die sich noch nicht an Editoren wie Xemacs oder die Vi-Klone herantrauen, ist Mcedit mit seiner einfachen Bedienung durch die Tasten [F1-F10] und dem gelungenen Syntax-Highlighting eine gute Wahl. Vermutlich erscheint Ihnen die weiße Schrift auf blauem Grunde nicht gerade förderlich, um mit dem Editor konzentriert zu arbeiten, deshalb werden wir ihn später augenfreundlicher konfigurieren.

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