DVDs gequetscht und gebrannt
dvd::rip und transcode: DVDs kopieren mit Linux
Feinschliff
Hier gibt es nun noch eine ganze Reihe von Einstellungen, die die Umrechnung vom MPEG2-Format der DVD in das gewünschte AVI-Format bestimmen. Zunächst einmal sollten Sie festlegen, wie groß das erstellte Video sein soll. Die Größenangabe erfolgt in Vielfachen von CD-Rohlingen, da dies ja das bevorzugte Archivierungsmedium ist. Durch Drücken auf Suggest Bitrates, wird in das Eingabefeld für die Video-Bitrate der zur Größe passende Wert geschrieben. Gute Ergebnisse erzielen Werte ab 1600, sehr gute ab 2200 aufwärts.
Allerdings haben viele Video-Codecs Probleme damit, diese Bitrate über die gesamte Länge des Filmes zu treffen: DivX arbeitet ja mit einer variablen Bitrate, so dass die gegebene Bitrate idealerweise den Durchschnitt darstellen sollte - das funktioniert nicht immer. Meist ist das Endergebnis etwas kleiner.
Um die Bitratenkalkulation zu verbessern, kann der DivX Multipass-Modus eingeschaltet werden. In diesem Fall dauert die Berechnung rund doppelt so lange, weil zwei Durchläufe gemacht werden. Im ersten wird eine Analyse des Materials vorgenommen, um damit im zweiten eine bessere Bitratenverteilung zu erreichen.
Die Default MP3 Audio Bitrate ist mit 128 kBit für die meisten Fälle ausreichend. Der Schalter YUV Internal schaltet die interne transcode-Bearbeitung auf den YUV-Farbraum um, was die Berechnung deutlich beschleunigt. In seltenen Einzelfällen kann dies aber auch zu Farbverfälschungen im Endergebnis führen; dann muss die Option abgeschaltet werden.
Es gibt zwei Eingabefelder zur Wahl des Video-Codecs. Voreingestellt im ersten Feld ist der divx4 Codec, der unserer Meinung nach sehr gute Ergebnisse erzielt und schnell ist. Wenn Sie hier "af6" eintragen, wird die avifile-Bibliothek angesprochen, wobei dann in dem zweiten Feld die Auswahl des exakten Codecs erfolgen muss. Eine Liste aller möglichen Werte erhalten Sie durch die Eingabe des Befehls transcode -y af6 -F DUMMY. Über diesen Weg lässt sich z. B. auch das ältere DivX3-Format erzeugen.
Wenn das Video im Interlace-Format vorliegt, müssen Sie einen Deinterlacing-Filter aktivieren. Die Video Codecs haben sonst große Probleme mit der Kompression; weiterhin ist die Interlace-Ausgabe am PC meist unerwünscht. Mit einem entsprechend nachgeschalteten Antialias-Filter können Sie die Bildqualität weiter erhöhen, doch das geht natürlich zu Lasten der Performance. Auch hier hilft: Ausprobieren und über Performance und Qualität selbst entscheiden.
Lauter bitte
Die Zahl im Feld Volume Rescale ist eine Empfehlung von transcode, die Lautstärke des Tons zu erhöhen. Oft ist die Tonspur nicht voll ausgesteuert. Diese Einstellung sollte man stets beibehalten.
Wem die Prozessorbelastung während der Berechnung zu hoch ist, kann im Feld nice level z. B. 19 eintragen, um den transcode-Prozess mit minimaler Priorität laufen zu lassen.
Das Feld transcode options ist für Experten, die hier weitere transcode-Optionen per Hand angeben können. Dabei werden evtl. durch dvd::rip vorberechnete Optionen überschrieben, so dass das Verhalten von dvd::rip so weitgehend manipuliert werden kann.
Wenn Sie die libdv-Bibliothek installiert haben, können Sie die Checkbox Open Preview Window anwählen. Dann wird vor dem Umrechnen ein Fenster geöffnet, welches das aktuell berechnete Bild anzeigt. Achtung: Schließen Sie dieses Fenster nicht, denn dadurch wird der Umrechnungsvorgang abgebrochen.
Wenn Sie die Einstellungen testen wollen, können Sie einen Frame-Bereich angeben, um nur einen Teil berechnen zu lassen; ansonsten wird der komplette Film berechnet.
Nun da alles eingestellt ist, müssen Sie nur noch auf Transcode Video drücken, und die Umrechnung beginnt. Diese kann je nach Länge, Einstellung und Hardware-Ausstattung vier bis acht Stunden oder mehr beanspruchen. Wenn Sie die errechnete AVI-Datei gleich passend für die CD-Rohlinge aufgeteilt haben wollen, drücken Sie stattdessen Transcode And Split. Sie können das mit Split AVI auch für einen bereits transkodierten Film nachholen. Mit View AVI schließlich wird xine gestartet und zeigt das errechnete AVI-Video an.



