Zwergpinguin
Sharp Zaurus SL-5000D mit Linux
Nur Windows-Abgleich
Für Terminkalender oder Adressbuch ist ein Datenaustausch mit dem heimischen PC geradezu Pflicht, wenn man nicht zwei sich im Zweifel widersprechende Versionen verwalten möchte. Doch hier hier überrascht Sharp: Die einzigen Anwendungen, die der Hersteller auf CD mitliefert, sind Windows-Programme. Von einer Linux-Version ist derzeit nichts zu sehen.
Auch die Internet-Kommunikation mit Linux sieht zur Zeit schlecht aus: PPP und Ethernet über USB stehen zur Verfügung. Diese setzen aber einen brandneuen Kernel, teilweise mit Patches behandelt, voraus. Die genaue Vorgehensweise ist unter http://www.ruault.com/Zaurus/ethernet-over-usb-howto.html beschrieben. Besitzer eines Laptops können alternativ PPP über den Infrarot-Anschluss benutzen. Hier ist auf alle Fälle noch einiges an Arbeit zu leisten, bevor sich der Zaurus nahtlos in das Linux-Umfeld einfügt.
Fazit
Betrachtet man nur die Hardware des Zaurus, ist er ein sehr gutes Gerät. Es stimmt einfach alles: das Display, das Tempo, gute Erweiterbarkeit zum Beispiel über eine Netzwerkkarte im Compact-Flash-Schacht. Zwar gibt es noch die eine oder andere Macke in der Benutzerführung, die ist aber der Entwicklerversion des Betriebssystems zuzuschreiben. Wer also ab März einen PDA habe möchte und jenseits der Palm-Klasse sucht, wird mit dem Zaurus keinen schlechten Griff tun. Dabei sind rund 700 Euro natürlich kein Pappenstiel, aber die vergleichbaren Windows-CE-Rechner liegen auch in diesem Preissegment.
Bezüglich Linux-Integration sieht es hingegen düster aus. Teilweise liegt dies an der schwachen USB-Unterstützung, stärker aber noch an fehlender Software. Ein Abgleich mit Evolution, Gnome-PIM oder den KDE-Programmen sollte schon möglich sein. Die Tatsache, dass die Developer Release erst wenige Wochen verfügbar ist, lässt noch hoffen: Das Tempo, mit dem neue Anwendungen auf der Sharp Developer Seite http://developer.sharpsec.com erscheinen, nimmt in letzter Zeit immer mehr zu. (Fotos: Nils Faerber)



