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Linux-Tipps

Kniffe, die Sie kennen sollten

13.10.2011 In den Linux-Tipps zeigen wir diesmal unter anderem, wie Sie per Mausklick die öffentliche IP-Adresse ändern, E-Mails mit Schlagwörtern versehen und VLC Tastaturkürzel zuweisen.

Tipp: Firefox: IP-Adresse ändern

Ins Internet gelangen Sie heutzutage gewöhnlich über einen Router. Der erhält von Ihrem Internet-Provider eine öffentliche IP-Adresse, die Ihren Rechner bzw. Ihr lokales Netzwerk im Internet eindeutig identifiziert. Diese Adresse nutzen einige Online-Dienste daher, um für Anwender den Zugriff auf Dateien zu begrenzen. So lassen einige Sharehoster nur einen einzigen Download zu oder setzen ein Limit bei der herunterladbaren Datenmenge. Diese Sperren umgehen Sie, indem Sie beim Provider eine neue IP anfordern. Der Sharehoster nimmt dann an, dass es sich um einen anderen Rechner handelt.

Zwar weisen Ihnen die meisten Provider nach einer gewissen Zeit ohnehin eine neue IP-Adresse zu, schneller geht's aber, wenn Sie sich neu beim Provider anmelden. Das funktioniert zum Beispiel, indem Sie Ihren Router aus- und wieder einschalten. Nutzen Sie eine Fritzbox, geht das noch einfacher. Hier erledigt eine kleine Firefox-Erweiterung namens Foxbox diesen Job, ohne dass Sie sich vom Rechner erheben müssen. Diese nistet sich in der Add-on-Leiste am Fußende von Firefox ein, die Sie über Ansicht / Symbollleisten aktivieren.

Foxbox wurde mit einer Reihe von Fritzbox-Modellen getestet (etwa 7390, 7170, 7141) und lässt sich unter [1] herunterladen.

  1. Klicken Sie auf Zu Firefox hinzufügen, lädt der Browser die Erweiterung herunter.
  2. Es erscheint ein neues Fenster, in dem Sie nach einigen Sekunden Jetzt installieren wählen.
  3. Nach einem Neustart des Browsers sollte unten rechts in der Leiste Ihre aktuelle öffentliche IP-Adresse erscheinen (Abbildung 1).

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf diese Adresse und wählen Sie FRITZ!Box neu verbinden oder klicken Sie doppelt auf die IP-Adresse, taucht Sekunden später eine neue IP-Adresse auf.

Abbildung 1: Ganz unten rechts in der Add-on-Leiste erscheint die öffentliche IP-Adresse, die Ihnen der Provider zuweist. Sie lässt sich über Foxbox aktualisieren, sofern Sie eine Fritzbox verwenden.

Zeigt die Erweiterung keine IP-Adresse an, arbeitet sie entweder nicht gut mit Ihrem Fritzbox-Modell zusammen oder Sie müssen letzteres noch entsprechend einrichten. Foxbox aktualisiert die IP-Adresse, indem es einen Befehl an das eingebaute UPnP-Interface der Fritzbox schickt. Haben Sie UPnP deaktiviert, klappt das naturgemäß nicht. Geben Sie also in die URL-Leiste des Browsers http://fritz.box ein oder die IP-Adresse des Routers, um über das Benutzerinterface des Routers UPnP-Zugriffe zu erlauben und starten Sie dann einen erneuten Versuch.

Nicht zuletzt lässt sich die Erweiterung auf Wunsch noch konfigurieren. Sie holen sich zum Beispiel den Eintrag FRITZ!Box neu verbinden in das Kontextmenü oder ändern die URL zum UPnP-Gateway. Rufen Sie dazu über den Menüpunkt Extras / Add-ons eine Übersicht aller installierten Erweiterungen auf und klicken Sie neben Fox!Box auf Einstellungen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Über die Einstellungen der Foxbox-Erweiterung binden Sie diese in das Browser-Interface ein.

Tipp: Firefox: Tracker verfolgen

Eine weitere aufschlussreiche Erweiterung für Firefox ab Version 4 (sie läuft nicht unter OpenSuse 11.3) heißt Collusion [2]. Diese zeigt grafisch, welche Dienste dem Anwender beim Surfen im Netz über die Schulter schauen. Es geht speziell um Tracking Cookies.

Zunächst einmal: Nicht alle Cookies sind schlecht. Sitzungs-Cookies helfen etwa dabei, den angemeldeten Besucher einer Webseite eindeutig zu identifizieren und die gewünschten Dienste anzubieten. Warenkörbe können nur so funktionieren.

Tracking Cookies verfolgen den Benutzer jedoch über mehrere Domains hinweg und erstellen ein genaues Profil über seine Kauf- und Nutzungsgewohnheiten. Über Bearbeiten / Einstellungen / Datenschutz erhalten Sie die Möglichkeit, die meisten Tracking Cookies zu deaktivieren, indem Sie das Häkchen bei Cookies von Drittanbietern akzeptieren entfernen.

Die Firefox-Erweiterung Collusion will nun erkennen, ob die von Ihnen besuchten Webseiten Sie verfolgen. Sie installieren das Add-on, indem Sie es unter [2] herunterladen und es dann, wie für die Foxbox-Erweiterung beschrieben, in Firefox integrieren. Sie rufen Collusion auf, indem Sie unten rechts in der Add-on-Leiste auf den Schriftzug Collusion klicken.

Die Erweiterung öffnet ein zusätzliches Tab im Browser und zeigt durch verbundene Linien an, welche Ihrer besuchten Webseiten einen gemeinsamen Tracker verwenden. Klicken Sie auf einen der grauen oder roten Knotenpunkte in Abbildung 3, erscheinen rechts oben im Fenster der Name der Webseite sowie ein Link. Der führt zum Datenbankeintrag einer Organisation namens Privacychoice.org, über den Sie Details zum Tracker erfahren (Abbildung 4). Identifiziert die Datenbank einen Tracker als Datensammler, zeichnet Collusion ihn als roten Punkt ein.

Abbildung 3: Collusion versucht zu ermitteln, ob die von Ihnen besuchten Webseiten Tracking Cookies verwenden, die Sie über mehrere Domains hinweg verfolgen.

Abbildung 4: Zum Identifizieren der Tracker greift Collusion auf die Datenbank von PrivacyChoice zurück. Der hier gezeigte Tracker verkauft zum Beispiel gesammelte Daten weiter.

Nur weil ein Element auf mehreren Seiten auftaucht, muss es sich aber nicht um einen Tracker handeln, der Ihre Privatsphäre verletzt. So verwenden einige Zeitschriften Zählpixel der VG Wort. Die messen die Reichweite der Artikel und schütten ab einer bestimmten Besucherzahl Geld an die Autoren aus. Die IVW-Box aus Abbildung 3 zählt wiederum die Zugriffe auf diverse große Webseiten im Netz und will damit unabhängige und objektive Vergleichsmöglichkeiten für Werbetreibende schaffen. Für die privaten Daten der Besucher interessieren sich diese Tracker eher weniger, obwohl sie nach Meinung einiger Kritiker mehr Daten sammeln, als nötig. Mit Erweiterungen wie NoScript und den richtigen Datenschutzeinstellungen erschweren Sie solche Verfolgungen, da ein Neustart des Browsers sämtliche Cookies löscht. Es ist dennoch interessant, diese unsichtbaren Subnetze ans Licht zu holen und den Beobachtern ein wenig auf die Finger zu schauen.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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