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© Ben Heys, 123RF

Neuer Browser für KDE

Der junge Wilde

Mit Rekonq tritt ein schlanker, schneller Browser in Konkurrenz zum langjährigen Funktionsmonster Konqueror. Die Version 1.0 hat der Browser noch nicht erreicht, bringt allerdings schon einige Highlights mit.

Im Zuge des Wechsels von KDE 3 zu KDE 4 entschlossen sich die KDE-Entwickler, die Aufgaben des bis dahin allgegenwärtigen Konqueror aufzusplitten. Dolphin kümmert sich nun um die lokalen Dateien, während Konqueror nur noch Browser ist. Die Kubuntu-Entwickler haben das etwas schwerfällige Urgestein nun gar gegen einen neuen Browser eingetauscht – Rekonq. Auch im OpenSuse-Projekt denkt man über einen Wechsel zu der schlanken Alternative nach.

Rekonq

Rekonq möchte das Browsen jenseits von Firefox attraktiver machen und orientiert sich dabei stark an Googles Browser Chrome. Zugleich übernimmt der Browser einige sinnvolle Elemente von Konqueror und ist gut in KDE integriert. Er passt sich nicht nur optisch an, sondern nutzt auch KDE-Tools wie KGet, Kate oder Akregator. Verwenden Sie Kubuntu 10.10 und OpenSuse 11.2, greifen Sie am besten zur Rekonq-Version 0.6.1. Unter OpenSuse 11.3 funktionierte im Test nur die ältere Variante 0.5.0, auf deren Eigenarten wir am Ende des Textes kurz eingehen. Während Kubuntu den Browser automatisch installiert, führt Sie der Weg unter OpenSuse zunächst ins Internet.

  1. Rufen Sie die OpenSuse-Webseite auf, die Links zu diversen Paketquellen enthält, die Rekonq anbieten [1].
  2. Klicken Sie im rechten Bereich innerhalb des Kastens auf die Links 11.2 respektive 11.3, um für die jeweilige Distribution auf eine Seite zu gelangen, die alle Paketquellen auflistet.
  3. Suchen Sie als Repository KDE:Extra/openSUSE_11.2_KDE_Distro_Factory (für OpenSuse 11.2) bzw. KDE:Extra/openSUSE_11.3 aus (für OpenSuse 11.3) und klicken Sie jeweils auf den Link 1-Klick-Installation direkt darunter (Abbildung 1).
  4. Firefox bietet nun die Option Öffnen mit YaST-Meta-Package-Handler. Wählen Sie Ok, erscheint ein Fenster, das die Paketquellen anzeigt, die YaST einbinden will. Klicken Sie auf hier und in den folgenden zwei Fenstern auf Weiter.
  5. YaST warnt nun, dass Sie potenziell gefährliche Pakete auf dem Rechner installieren, denn es handelt sich um eine unbekannte Paketquelle. Akzeptieren Sie das Risiko über einen Mausklick auf Ja und geben Sie dann Ihr Benutzerpasswort ein.
  6. Es folgen mehrere Klicks auf Importieren, dann taucht unter OpenSuse 11.2 ein Kasten auf mit verschiedenen Optionen auf. Kreuzen Sie hier Folgende Aktionen werden ausgeführt an und wählen Sie OK -- Erneut versuchen. Unter OpenSuse 11.3 gibt es diesen Kasten nicht, hier ist die Installation bereits erfolgreich abgeschlossen.
  7. Unter OpenSuse 11.2 klicken Sie nun noch auf Akzeptieren, dann auf Fortfahren, um eine Reihe von Paketen einzuspielen. Im Test stürzte der Desktop im Anschluss zwar ab, lief aber nach einem Neustart wie gewohnt.

    Abbildung 1: Unter OpenSuse spielen Sie Rekonq mit Hilfe einer "1-Klick-Installation" auf den Rechner. Kubuntu liefert Rekonq in der Standardinstallation aus.

Spartanisch

Der Browser startet schnell und wartet mit einer sehr spartanischen Oberfläche auf (Abbildung 2). Es gibt rechts neben der URL-Leiste lediglich einen einzigen Menüeintrag, der auf den Namen Extras hört und einen Schraubenschlüssel als Symbol verwendet. Im Inneren von Rekonq werkelt die flinke Webkit-Engine. Ein großer Minuspunkt von Rekonq sei hier gleich erwähnt: Der Browser lässt sich kaum über Erweiterungen ausbauen. Die gute Nachricht ist: Er spielt Flash-Inhalte ab, blockiert Werbung und inspiziert den Quellcode von Webseiten. Damit unterstützt er die Funktionen einiger zentraler Erweiterungen und Plug-ins von Firefox und Chrome. In Zukunft soll Rekonq sogar Chrome-Erweiterungen direkt benutzen dürfen.

Abbildung 2: Nach dem Start von Rekonq empfängt Sie ein sehr übersichtliches Interface, das die favorisierten Webseiten in Form von Vorschaubildern auflistet.

Starten Sie Rekonq unter Kubuntu 10.10, schlägt KDE vor, zusätzliche Pakete zu installieren – unter anderem den Flash Player. Tun Sie das. Nach dem Neustart des Browsers landen Sie auch hier auf der so genannten Schnellstartseite mit den Vorschaubildern Ihrer Lieblingsseiten (Abbildung 2) – das Feature gibt es übrigens auch in Chrome. Klicken Sie mit der mittleren Maustaste auf eine der angebotenen Seiten, öffnet Rekonq diese in einem Unterfenster (Tab), ein Linksklick ruft sie im aktuellen Fenster auf. Schließen Sie dieses, kommen wieder die Favoriten zum Vorschein.

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Kommentare
Rekong macht sich gut!
Volker Z. (unangemeldet), Mittwoch, 22. Juni 2011 02:59:25
Ein/Ausklappen

Seit dem sich die Mozilla Foundation von Google aushalten lässt und ihre Markenschutz für Firefox propagiert, sind Alternativen wichtig!

Rekong ist unter KDE alle mal hübscher als Firefox und passt sich besser ein!

Allerdings kann ich nicht behaupten das es ausgereift ist, ein paar stabilitätsprobleme scheint das Programm noch zu haben......




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Re: Rekong macht sich gut!
Marcus (unangemeldet), Freitag, 08. Juli 2011 19:12:55
Ein/Ausklappen

hoi zaemme,

Ich sehe rekonq als Alternative zum konqui, der eh immer schon eher schlecht war.

Das Rekonq bei Kubuntu nun allerdings Default Browser ist hat mich schon etwas gewundert.

Firefox wird er zumindest auf meinen Systemen sicher nicht ersetzen.

Greets
Marcus


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