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Zweigleisig

OpenOffice-Fork LibreOffice

05.01.2011
Am 28. September gaben führende Mitglieder der OpenOffice-Gemeinschaft die Gründung einer unabhängigen Stiftung bekannt. Was hat es damit auf sich?

Seit einigen Wochen sind LibreOffice [1] und die Document Foundation [2] in aller Munde, nachdem sie die eigenständige Weiterentwicklung von OpenOffice unter dem Namen LibreOffice ankündigten. Was das für das Projekt und den Anwender bedeutet, erklärt Florian Effenberger, ehemals Marketing-Leiter von OpenOffice und jetzt im Gründungskomitee der Document Foundation.

Stiftung?

Schon bei der Gründung von OpenOffice sahen die Projektmitglieder eine unabhängige Stiftung als den besten Weg an, den Fortbestand der Software dauerhaft zu sichern. So kündigt bereits die erste Pressemitteilung eine "OpenOffice.org Foundation" an, die es aber bis zum heutigen Tage nicht gibt.

Die Community, größtenteils von Ehrenamtlichen getragen, ist schon lange der Ansicht, dass eine Stiftung die Werte und Ideale des Projekts sowie die Arbeitsweise aller am besten widerspiegelt. Durch die Unabhängigkeit von einem einzelnen Sponsor und durch offene und transparente Prozesse wird nicht nur die weltweite Community unterstützt, von der auch der Anwender profitiert: Er bekommt die Sicherheit, ein wirklich freies Produkt zu benutzen.

Kurz vor dem zehnten Projektgeburtstag gingen führende Köpfe des OpenOffice-Projekts diesen Schritt: Sie kündigten die Gründung der Document Foundation an, die sich fortan um die Pflege einer freien Office-Suite kümmert. Namhafte Firmen wie Novell, Red Hat oder Google sowie zahlreiche Vereine wie der OpenOffice.org Deutschland e.V. [3] stehen hinter der Idee und unterstützen sie tatkräftig. Seit der Gründung kamen über 65 neue Entwickler hinzu, die bereits über 90 Änderungen und Verbesserungen in LibreOffice einpflegten (siehe Kasten Hier bekommen Sie LibreOffice).

Hier bekommen Sie LibreOffice

Künftige Versionen der bekannten Linux-Distributionen liefern LibreOffice bereits mit aus. Bis das der Fall ist, laden Sie sich die aktuell verfügbare (Beta-)Version von der Projektseite [4] herunter. Die Document Foundation stellt sowohl Pakete im Debian-Format für Debian, Ubuntu und Derivate als auch RPM-Pakete für OpenSuse, Fedora und Konsorten bereit. Um LibreOffice in deutscher Sprache zu erhalten, benötigen Sie darüber hinaus noch das passende Sprachpaket.

Umbenannt

Zwar hätte die Document Foundation den Namen "OpenOffice.org" gerne weiter benutzt, jedoch ist er Eigentum von Oracle und darf nur mit deren Einverständnis verwendet werden. Die Stiftungsgründern haben Oracle eingeladen, sich zu beteiligen, nach jetzigem Stand der Dinge wird das aber nicht geschehen. Die Document Foundation ersann deswegen mit LibreOffice einen eigenen Namen, der die neuen Freiheiten ausdrücken soll.

Genau genommen gibt es jetzt zwei Projekte und Produkte bzw. Communities: LibreOffice unter dem Dach der Document Foundation, und OpenOffice [5] mit Oracle als Hauptsponsor.

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