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Pantoffelkino

Videobearbeitung mit Kino

11.01.2007 Wer schnell mal eben einen Videofilm zurechtschneiden muss, findet in Kino den idealen Partner. Das kleine Programm peppt das Filmmaterial mit Effekten und Übergängen ordentlich auf.

Langsam versinkt abends die rote Sonne über einer friedlichen Seenlandschaft. Just in diesem romantischen Moment rast ein Motorboot durchs Bild. Damit wäre der krönende Abschluss des Urlaubsfilms eigentlich ruiniert. Glücklicherweise läuft auf dem heimischen Linux-Rechner die Software Kino [1]. Dank dieser beseitigen Sie den Fauxpas unkompliziert, bevor Sie das Band auf DVD pressen und zur Ansicht an die Verwandten verteilen. Die Software kommt mit jeder gut sortierten Distribution: Sie liest das Videomaterial ein, hilft bei der Nachbearbeitung und macht es wetterfest für die Ausgabe auf einer DVD.

Grundlagen

Jeder Film besteht aus einer Folge von Bildern. Spielen Sie diese schnell genug hintereinander ab, entsteht für das menschliche Auge der Eindruck einer flüssigen Bewegung. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch die kleinen Daumenkinos auf Papier.

Videokameras in Deutschland arbeiten alle nach dem PAL-Standard. Der schreibt vor, dass jedes Bild aus 720 Zeilen und 576 Spalten besteht. Um die dabei anfallenden Datenmengen zu bändigen, komprimieren die Kameras das Material mit Hilfe des DV-Standard. Die Mehrheit der gängigen Consumer-Kameras nutzt DV, Kino arbeitet vollständig und ausschließlich mit diesem Format.

Anschluss finden die DV-Kameras über eine so genannte Firewire-Schnittstelle. Die heißt bei Sony iLink und offiziell ganz nüchtern IEEE 1394. Wenn Ihr Computer keine solche Schnittstelle anbietet, erhalten Sie im Fachhandel günstige Einsteckkarten zum Nachrüsten. Mittlerweile bringen alle Linux-Distributionen entsprechende Treiber mit und erkennen die Kamera direkt nach dem Einstöpseln.

Installation

Aufgrund der restriktiven Lizenzbestimmungen und der rechtlichen Situation in Deutschland liegen einige Werkzeuge, mit denen Sie das DV-Material für eine DVD aufbereiten, den meisten Linux-Distributionen nicht bei. Es bleibt Ihnen somit nichts anderes übrig, als diese aus dem Internet zu holen und damit gleichzeitig eine rechtliche Grauzone zu betreten. Wie Sie die externen Paketquellen jeweils einbinden, erklärt eine Anleitung auf der Heft-DVD. Kennt Ihr Paketmanager diese so genannten Repositories, installieren Sie die Pakete kino und mjpegtools samt ihren Abhängigkeiten bequem über YaST (Suse Linux 10.0 / 10.1) und Adept (Kubuntu 6.06). Ausgerechnet Mandriva Linux, das sich bisher eher durch besonders umständliche Installationen auszeichnete, bringt zur großen Freude in Version 2007 alle nötigen Dateien gleich mit. Sie starten Kino anschließend über das jeweilige Anwendungs-, Start-, oder K-Menü.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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