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Kopierkünstler

Mit K9copy DVD-Filme verkleinern und umwandeln

Von zwei zu vier

Haben Sie den Abschnitt zu den rechtlichen Grundlagen gelesen, kann es losgehen. Der Artikel erklärt im Folgenden, wie Sie einen DVD-Film im MPEG2-Format in ein MPEG4-Video umwandeln. Starten Sie k9copy über [Alt]+[F2] und den Befehl k9copy und wählen Sie im Hauptfenster Datei / Öffnen, damit das Programm das im DVD-Laufwerk liegende Medium einliest. Sie sehen nun das Hauptfenster des Programms (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Hauptfenster von k9copy zeigt eine DVD mit drei Titeln an.

Befinden sich auf einer DVD mehrere Filme (zum Beispiel Trailers oder Extras), listet das Programm diese auch auf. Die einzelnen Filme nummeriert k9copy Titleset 1, Titleset 2, Titleset 3 und so weiter. Möchten Sie sämtliche Filme der DVD auslesen, markieren Sie ganz zuoberst den Namen der DVD. Die auf Abbildung 1 zu sehende DVD heißt PCGO_0906_PDVD. Um nur den Hauptfilm auszulesen, setzen Sie vor dem Eintrag mit der größten Datei ein Häkchen. Auf Abbildung 1 ist dies Titleset 2 mit einer Größe von 3699.44 mb.

Klicken Sie nun auf die Schaltfläche mit der Beschriftung MPG4 oder wählen Sie Actions / Create MPEG-4 aus dem Menü, um die Konvertierung zu starten. Im Unterschied zu anderen Linux-Programmen fragt das Programm jetzt nicht nach zahlreichen, komplizierten Parametern, sondern Sie müssen lediglich einen Datenamen angeben (Abbildung 2). K9copy fängt dann sogleich mit der Konvertierung an und zeigt in einem Statusfenster den aktuellen Fortschritt sowie weitere Details an (Abbildung 3). Auf die geschätzte Dauer hinter Vergangene Zeit können Sie sich nur bedingt verlassen: Bei unseren Tests brauchte k9copy für einen Film mit einer Spielzeit von 1:45' auf einem Testrechner mit einem 1,2 GHz Athlon-Prozessor rund viereinhalb Stunden, die Anzeige schwankte aber zwischen drei und sechs Stunden. Auf einem zweiten Testrechner mit einem 1,4 GHz schnellen Pentium-M-Prozessor wandelte k9copy den gleichen Film in anderthalb Stunden um. Die eigentliche Rechenarbeit verrichtet das Programm mencoder, das zur MPlayer-Suite gehört.

Abbildung 2: Bei k9copy müssen Sie lediglich den Dateinamen zum Speichern angeben. Die restlichen Parameter ermittelt das Programm automatisch.

Abbildung 3: Je nach Rechenpower arbeitet k9copy ziemlich lange an einem MPEG4-Film.

Das Statusfenster k9copy -- transcoding zeigt Ihnen auch an, dass das Programm eine 700 MByte große Datei mit dem Codec XviD und einer Bitrate von 862 Kbit/s erstellt. Dabei verarbeitet es durchschnittlich vier Bilder pro Sekunde. Die Bitrate- und fps-Werte hängen vom Ausgangsmaterial beziehungsweise der Rechenleistung Ihres PCs ab. Die Größe des Films legen Sie im Einstellungsdialog fest. Möchten Sie den zeit- und rechenintensiven Vorgang abbrechen, klicken Sie auf Annuler. Bereits umgewandeltes Material löscht das Programm nicht.

K9copy einrichten

In der Grundeinstellung wandelt k9copy Filme in eine 700 MByte große MPEG4-Datei mit dem Codec XviD um. Um die Einstellungen zu ändern, wählen Sie Einstellungen / k9copy einrichten / MPEG-4. Im neuen Dialog (Abbildung 4) zeigt Ihnen ein Klick auf die Ausklappliste Video Codec die verfügbaren Codecs an. Xvid ist weitgehend kompatibel mit DivX und sollte von den meisten Abspielgeräten problemlos wiedergegeben werden. Schauen Sie die Filme vorwiegend auf dem PC an, wählen Sie lavc-MPEG4. Dieser erzeugt bei gleicher Dateigröße bessere Resultate als Xvid. Möchten Sie den Film auf einen iPod überspielen, wählen Sie x264. Es lohnt sich, mit einem kurzen Film und allen Codecs Testläufe zu fahren. So finden Sie heraus, welche Einstellungen bei Ihrem Player zum besten Resultat führen.

Abbildung 4: In diesem Dialog teilen Sie k9copy mit, mit welchen Parametern es das Video umwandeln soll.

Möchten Sie einen anderen von MEncoder unterstützten Codec verwenden, wechseln Sie zum Punkt MEncoder, tragen in der Spalte label einen beliebigen Namen ein und geben dann die Parameter für den Video- und den Audio-Codec ein. Bei den Audio-Codecs haben Sie zum Beispiel die Wahl zwischen mp3lame und lavc. Von den Video-Codecs benutzt k9copy in der Grundeinstellung den MEncoder-Codec lavc. Wie eingangs erwähnt, unterstützt dieser nicht nur MPEG4-Formate. Geben Sie zum Beispiel als Video Codeclavc codec=wmv2 an, erstellt k9copy eine Videodatei im Windows-Media-Video-Format (WMV 8). Um ein iPod-kompatibles Video zu erstellen, wählen Sie als Video-Codec x264 und als Audio-Codec faac (Abbildung 5). Weitere Beispiele finden Sie in der Tabelle "MEncoder-Parameter".

Abbildung 5: Genügen Ihnen die eingestellten drei Profile nicht, können Sie mit den entsprechenden MEncoder-Optionen selbst welche anlegen.

MEncoder-Parameter

Audio/Video

Option

Erklärung

Video lavc codec=mjpeg Motion-JPEG
  lavc codec=ljpeg Verlustfreies (lossless) JPEG
  lavc codec=h261 H.261
  lavc codec=h263 H.263
  lavc codec=h263p H.263+
  x264 H.264 Codec
  lavc codec=mpeg4 MPEG-4 (DivX 4/5)
  lavc codec=msmpeg4 DivX 3
  lavc codec=msmpeg4v2 MS MPEG4v2
  lavc codec=wmv1 Windows Media Video, Version 1 (WMV7)
  lavc codec=wmv2 Windows Media Video, Version 2 (WMV8)
  lavc codec=rv10 Alter RealVideo-Codec
  lavc codec=mpeg1video MPEG-1 Video
  lavc codec=mpeg2video MPEG-2 Video
  lavc codec=ffv1 FFmpegs verlustfreier Videocodec
  lavc codec=flv Sorenson H.263, der in Flash Videodateien benutzt wird
  lavc codec=svq1 Apple Sorenson Video 1
  lavc codec=dvvideo Sony Digital Video
Audio lavc acodec=mp2 MPEG Layer 2
  lavc acodec=mp3 MPEG Layer 3 (MP3)
  lavc acodec=ac3 AC3 (5.1 Sound)
  faac Apples AAC (iPod Video)

Hinter File size stellen Sie die Dateigröße und das Medium ein. Besitzen Sie einen DVD-Brenner und möchten als Backup mehrere Filme auf eine DVD brennen, wählen Sie hier zum Beispiel 1100 x 1. Jeder Film wird dann 1,1 GByte groß und Sie können vier Filme auf eine DVD brennen. Um die Filme auf CD zu archivieren, wählen Sie 700 x 2 für eine hochwertige Kopie. Mit der Grundeinstellung 700 x 1 können Sie den Film zwar auf eine CD brennen, die Qualität ist aber sichtbar schlechter als beim Original. Als Backup eignet sich diese Lösung somit nicht wirklich.

Im Feld hinter Breite legen Sie das Bildformat des neuen Films fest. Um diesen auf einen Player zu überspielen, dessen Display lediglich 320x240 Bildpunkte anzeigt, ändern Sie die Breite zu 320. Wollen Sie den Film hingegen am TV betrachten, lohnen sich größere Werte. Auf handelsüblichen DVDs entspricht die Filmgröße in der Regel der PAL-Norm, das heißt ein Bild hat 720 × 576 Punkte. Möchten Sie diese Größe unverändert übernehmen, geben Sie als Breite-Wert 720 ein. Die passende Höhe legt k9copy automatisch fest. Sollte es dabei zu Fehlern kommen, entfernen Sie die Markierung vor keep aspect ratio und geben dann den gewünschten Wert für die Höhe ein.

Unter Audio bitrate wählen Sie die Tonqualität. Mit 128 bis 196 Kbit/s sind Sie in der Regel auf der sicheren Seite. Bei Werten unter 128 ist die Tonqualität hörbar schlechter als beim Original. Werte über 196 erhöhen nur die Dateigröße, ohne deutliche Vorteile zu bringen.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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