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Willkommen an Bord

Die neuen Features von KDE 4.4: Teil 4

08.02.2010
Neben zahlreichen neuen Features bringt Version 4.4 der KDE Software Compilation auch ein paar neue Programme mit. Dieser Artikel stellt sie vor.

Die neue KDE-Version 4.4 enthält neben sehr vielen Fehlerkorrekturen und kleinen Detailverbesserungen auch eine Handvoll neue Programme, die dieser Artikel kurz vorstellt.

Das Adressbuch

Obwohl KDE schon immer ein Adressbuch mitbrachte, handelt es sich bei der Version in KDE 4.4 um ein praktisch komplett neu geschriebenes Programm. Autor ist der KDE-PIM-Entwickler Tobias König, der bei KMail & Co. fleißig mitprogrammiert. Der komplette Rewrite wurde deshalb nötig, weil das neue KDE-Adressbuch seine Informationen nicht mehr wie bislang in VCard-Dateien speichert sondern dazu das KDE-eigene, Datenbank-ähnliche Akonadi-Framework benutzt.

Optisch fällt das neue KDE-Adressbuch durch die dreigeteilte Fensteransicht auf. Der Drei-Panel-Modus zeigt links eine Übersicht über die lokalen und entfernten Adressverzeichnisse an, in der Mitte die vorhandenen Einträge und ganz rechts Details zu den einzelnen Kontakten. Für die Übernahme von Daten aus einem bestehenden Adressbuch steht das Kommandozeilentool kaddressbookmigation bereit, das seine Arbeit im Hintergrund verrichtet.

Abbildung 1: Das neue KDE-Adressbuch mit dreigeteilter Fensteransicht.

Wie in den bisherigen Versionen kommt auch das neue KDE-Adressbuch mit Datensätzen mit V-Card, CSV- und LDIF-Format zurecht. Zudem unterstützt es den direkten Import von einem LDAP-Server oder aus einer GMX-Datei. Zu den neuen Funktionen gehört die Auswahl eines Bildausschnitts, wenn man einem Kontakt ein Foto zuordnet. Das Format des Auswahlbereiches ist allerdings fest vorgegeben – Querköpfe mag das Adressbuch nicht.

Abbildung 2: Liebe zum Detail: Bei der Foto-Auswahl steht ein Werkzeug für die Wahl eines passenden Ausschnitts bereit.

Bloggen mit Blogilo

Der ehemals unter dem Namen Bilbo bekannte Blogger-Client gehört mit KDE 4.4 fest zur KDE Software Compilation. Zur Namensänderung hat sich der aus dem Iran stammende Hauptentwickler Mehrdad Momeny (der auch den KDE-4-Twitter-Client Coqok programmiert hat) noch Mitte des vergangenen Jahres aufgrund einer möglichen Trademark-Verletzung entschlossen.

Blogilo unterstützt neben den großen Wordpress und Blogspot auch zahlreiche weiter Blog-Systeme. Das Setup erfolgt in vielen Fällen komplett automatisch über die Adresse, den Benutzernamen und das zugehörige Kennwort. Die Software unterstützt beliebig viele Blog-Accounts, über das Offline-Feature lassen sich Einträge jederzeit schreiben und dann später online stellen. Auch das lokale Speichern eines bereits veröffentlichten Beitrags ist dank Blogilo kein Problem.

Abbildung 3: Die Blogger-Software Blogilo gehört ebenfalls zu den Neuzuzügern in KDE 4.4

Cantor und Rocs

Bei Cantor und Rocs handelt es sich um zwei Programme aus dem Kdeedu-Projekt [1]. Cantor ist ein Mathe-Programm zum Erstellen von einfachen bis kompletten Arbeitsblättern. In der Grundeinstellung greift es auf das hauseigene Backend KAlgebra zu, es unterstützt jedoch auch die freien Lernsysteme Maxima [2] und Sage [3]. Damit lassen sich nicht nur simple Rechnungen und Gleichungen realisieren, sondern auch komplexere Funktionen und animierte Grafiken.

Abbildung 4: Für Mathe-Freaks hat die neue KDE Software Compilation das Programm Cantor mit an Bord.

Rocs nennt sich selbst ein Graph Theory Viewer Tool. Mit der Anwendung lassen sich einfache Diagramme zeichnen und über eine JavaScript-ähnliche Programmiersprache steuern (Qt Script). Damit lassen sich beispielweise einzelne Knoten umfärben, umbenennen oder verschieben, auch komplett neue Grafiken lassen sich damit "zeichnen". Rocs zu bedienen ist alles andere als intuitiv – der angesprochenen Nutzergruppe (Professoren und Studenten) hilft ein kurzes Handbuch beim Einstieg.

Abbildung 5: Über wenige Mausklicks lassen sich in Rocs interessante Grafiken erstellen. Per Skriptfunktion lässt sich die Arbeit automatisieren.

Puzzeln mit Palapeli

Palapeli ist ein virtueller Puzzle-Tisch für Groß und Klein. Mit dem KDE-Programm lassen sich neben ein paar bereits vorhandenen Puzzles auch eigene erstellen, die Zahl der Teile ist dabei frei wählbar. Das neue KDE-Programm sorgt damit für zahlreiche Stunden Spielspaß ohne dazu viel freien Platz in der Wohnung benötigen zu müssen. Im Unterschied zu einem klassischen KDE-Programm muss man bei Palapeli nicht auf Speichern drücken. Das Programm merkt sich den Fortschritt beim Zusammensetzen von zwei Teilen automatisch. So kann man parallel auch an mehreren Rätseln arbeiten oder neue Puzzles erstellen.

Abbildung 6: Das KDE-Puzzleprogramm Palapeli sorgt für viele Stunden Spielspaß.

Infos

[1] Kdeedu-Projekt: http://edu.kde.org

[2] Maxima: http://maxima.sourceforge.net

[3] Sage: http://www.sagemath.org

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Kommentare
Fotos im Adressbuch...
sebastian2929 (unangemeldet), Mittwoch, 10. Februar 2010 12:35:10
Ein/Ausklappen

Die Fotoauswahl und das Beschneiden dieser sind kein neues Feature des Adressbuches. Dieses gibt es mindestens schon seit 4.3, die ich hier verwende. Die Qualität des ausgeschnittenen Bilder ist nur leider noch nicht so optimal. Wenn das verbessert wurde wäre das super...


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