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Verchromte Suse

Verchromte Suse

Chromium für OpenSuse kompilieren

16.09.2009 Ubuntu-Nutzer haben kein Problem, an aktuelle Versionen des Google-Browsers Chrome heranzukommen, doch wenn man eine andere Distribution nutzt, werden die Pakete zu Mangelware. Zum Glück gibt es den Quellcode.

Man nehme ein Versionsverwaltungstool von Google, 7 bis 10 GByte freien Speicherplatz eine schnelle Internetverbindung und einen Nachmittag Zeit. Das Resultat heißt Chromium, bettet sich auch in einem KDE-Desktop einigermaßen chique ein und lädt die LinuxCommunity schneller als Firefox 3.5.3.

Aller Anfang

Obwohl Google für die Verwaltung des Chrome-Quellcodes alias Chromium das Versionsverwaltungstool Subversion nutzt und als Buildsystem Scons zum Einsatz kommt, lässt sich der Browser nicht mit einem einfachen SVN-Checkout und anschließendem make übersetzen. Als Erstes gilt es deshalb die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Buildvorgang zu erfüllen. Dazu bietet die Projektseite ein separates Howto für OpenSuse an, das in etwa aus folgendem Befehl besteht:

sudo zypper in subversion pkg-config python perl bison flex gperf mozilla-nss-devel glib2-devel gtk-devel wdiff lighttpd gcc gcc-c++ gconf2-devel mozilla-nspr mozilla-nspr-devel php5-fastcgi alsa-devel java-1_6_0-sun 

Die Schritte mit den Links und den Schriften kann man sich sparen, da Chromium inzwischen auch mit den Standard-Linux-Schriften klar kommt. Wer ab und zu Software auf seinem Rechner übersetzt, hat wohl die meisten Pakete bereits installiert, obiger Zypper-Aufruf kann aber nicht schaden.

Als zweiter Schritt braucht man die Depot-Tools von Google. Damit hält man den Code auf dem eigenen Rechner up-to-date und damit startet man auch den Kompiliervorgang. Ist Subversion installiert, genügt hier ein

svn co http://src.chromium.org/svn/trunk/tools/depot_tools

um die Depot-Tools auf den heimischen Rechner zu ziehen. Bei den Depot-Tools handelt es sich um eine Sammlung von Python-Skripten, es muss somit nichts kompiliert werden. Wer Lust hat, das neue Verzeichnis depot_tools zum Pfad der ausführbaren Programme hinzuzufügen, führt nach dem Checkout folgenden Befehl aus:

export PATH=`pwd`/depot_tools:"$PATH"

die wenigen Befehle, die für das Kompilieren notwendig sind, lassen sich aber auch mit dem kompletten Pfad aufrufen.

chromium-buildbot-waterfall

Der Buildbot informiert, ob es sich lohnt, die aktuelle Entwicklerversion zu übersetzen.

Checkout und Build

Die Depot-Tools bringen die Skripte gclient und hammer mit, die für den Kompiliervorgang benötigt werden. Falls sich die Tools im Pfad befinden, ziehen folgende Befehle den kompletten Quellcode aus dem Subversion-Repo:

gclient config http://src.chromium.org/svn/trunk/src
gclient sync

Der Code umfasst rund 2 GByte, je nach Internetanbindung ist jetzt Zeit für eine kürzere oder längere Kaffeepause. Der relative Pfad zu gclient lautet ../depot_tools/gclient usw.

Während des Checkout empfiehlt sich auch ein Blick auf den Chromium-Wasserfall. Falls auf der Seite irgendetwas von wegen CLOSED steht, lohnt es sich in der Regel nicht, den Code zu kompilieren, steht oben auf der Seite hingegen Tree is open, dann sollte dem nächsten Schritt nichts mehr im Wege stehen.

chromium-extensions-vollbild

Trotz GTK-Theme bettet sich der Google-Browser auch in KDE relativ gut ein.

Nach dem Herunterladen wechselt man ins Verzeichnis src/build und ruft hier hammer chrome auf, um den Browser zu kompilieren. Auch dieser Vorgang dauert im besten Fall eine Stunde. Neben dem eigentlichen Browser kann man noch diverse Test-Cases oder Bibliotheken bilden, Details dazu finden sich in den offiziellen Build-Anleitungen im Chrome-Wiki.

In Zwei Tests ließ sich der Code problemlos kompilieren. Das Resultat (chromium) landet anschließend im Verzeichnis src/sconsbuild/Debug/, von hier starten Sie den Google-Browser über den Befehl ./chrome

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Kommentare
gute frage
koko (unangemeldet), Donnerstag, 24. September 2009 17:03:07
Ein/Ausklappen

gute fragen, im fazit.
generell sehe ich wenig grund, googles pseudo-open-source-produkte unter linux (oder überhaupt) zu benutzen, und es gibt ja auch genug bessere alternativen.


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