Mobiler Koala

UMTS-Sticks unter Ubuntu 9.10

14.02.2010 Mittlerweile unterstützt Ubuntu mobile Datenverbindungen immer besser. Das aktuelle Release 9.10 (Karmic Koala) kommt mit vielen gängigen UMTS-Sticks zurecht und soll sich kinderleicht einrichten lassen – so die Theorie. Ob die Praxis das bestätigt, zeigen wir in diesem Artikel.

Beinahe monatlich unterbieten sich die Netzbetreiber mit immer neuen Angeboten für mobiles Internet. Mussten Sie vor einigen Jahren noch für wenige MByte an transferierten Daten ein Vermögen bezahlen, gehen Sie heute schon für wenige Euro im Monat mobil online. Weit verbreitet sind dabei UMTS-Sticks, die Sie einfach an den USB-Port stöpseln.

Unser Testsystem bestand aus einem gewöhnlichen Notebook mit der aktuellen Version 9.10 von Ubuntu inklusive aller Updates und dem Kernel 2.6.31. Dort testeten wir den T-Mobile Web'n'walk Stick Fusion, den Vodafone Mobile Connect USB Stick K3765-HV sowie den O2 Surfstick Speed auf ihre Linux-Tauglichkeit. Primäre Zielgruppe der Anbieter ist – wie so oft – vor allem der gemeine Windows-Anwender – bestenfalls liefern die Anbieter noch brauchbare Treiber für Mac OS X mit. Doch Linux-Nutzer müssen nicht verzweifeln: Ubuntu und Co. bringen von Haus aus alles mit, was Sie brauchen, um online zu gehen. Mit ein wenig Handarbeit steht dem mobilen Surfvergnügen meist nichts im Weg.

Ein wenig Theorie…

Moderne UMTS-Geräte arbeiten in zwei Betriebsmodi. Nach dem Einstecken erscheint das Gerät gewöhnlich als ganz normaler Datenträger – genau wie bei einem herkömmlichen USB-Stick (Abbildung 1). Auf diesem Datenträger haben die Hersteller neben der Anleitung auch den eigentlichen Treiber und die Einwahlsoftware gespeichert: So haben Windows- und Mac OS X-Anwender die Installationsdateien immer zur Hand. Nach der Installation sorgt der Treiber dafür, dass das Betriebssystem den Stick beim nächsten Einstecken automatisch als Modem erkennt. Linux-Anwender schauen hier erst einmal in die Röhre, denn fertige Treiberpakete der Hersteller sind eine wahre Seltenheit.

Abbildung 1: Die meisten UMTS-Sticks verhalten sich nach dem Einstecken zunächst wie normale Datenspeicher.

Um den UMTS-Stick auch als Modem zu nutzen, muss er zunächst seinen Betriebsmodus wechseln, wozu ein spezieller Befehl an den USB-Bus geht. Zudem muss der Linux-Kernel das neue Modem erkennen und mit einem Schnittstellentreiber verknüpfen, dann erst gelingt die Einwahl. Nur bei einigen – insbesondere älteren – Geräten klappt das vollautomatisch. So etwa beim O2 Surfstick Speed: Ihn stecken Sie einfach ein, und er steht sofort als Modem zur Verfügung. Das Problem bei anderen Sticks besteht darin, dass der Befehl zum Umschalten keineswegs genormt ist, sondern jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht. Der Weg ändert sich zudem mitunter von Modell zu Modell. Kurz: Sie müssen stets die korrekte Befehlskette kennen.

Schneller Wechsel dank "usb_modeswitch"

An dieser Stelle kommt das praktische Tool usb_modeswitch ins Spiel, das Sie unter Ubuntu und seinen Derivaten einfach über den Paketmanager installieren. Jeden UMTS-Stick kennzeichnet eine so genannte Hardware-ID, an der usb_modeswitch erkennt, um welches Modell es sich handelt und welchen Befehl es für die Umschaltsequenz benötigt. Im einfachsten Fall steht Ihr Stick nach der Installation des Pakets schon automatisch als Modem zur Verfügung, ohne dass Sie weiter Hand anlegen müssen. Das klappte im Test aber weder bei dem Vodafone-Gerät noch beim Kandidaten von T-Mobile. Für diese Geräte müssen Sie die Konfigurationsdatei bearbeiten.

Die Software usb_modeswitch rufen Sie entweder manuell auf, wobei Sie zuerst die Datei /etc/usb_modeswitch.conf bearbeiten und dann sudo usb_modeswitch eingeben. Oder Sie verknüpfen sie mit einer Udev-Schnittstelle.

Der Linux-Dienst Udev überwacht unter anderem Aktivitäten auf dem USB-Bus: Beim Einstecken und Entfernen von USB-Geräten führt er dann bestimmte Befehle aus. Über eine entsprechende Udev-Regel sorgen Sie dafür, dass Ubuntu den Umschaltvorgang beim Einstecken eines UMTS-Sticks automatisch einleitet – genauso wie bei den Nutzern von Mac OS X oder Windows. Da der Udev-Weg wesentlich komfortabler ist, beschreiben wir ihn im folgenden.

T-Mobile Web'n'walk Stick Fusion

Der Stick von T-Mobile [1] ## – die Herstellerbezeichnung ist ZTE MF638 – ## eignet sich auch als Kartenleser für MicroSD-Karten und kommt in der gewöhnungsbedürftigen Farbkombination Schwarz-Magenta daher. Die Netzanzeige blinkt während der Verbindung, was manchen Anwender auf Dauer stören kann. Praktisch ist hingegen, dass der Deckel fest am Gerät hängt, was vor einem Verlust schützt. Auch den Ein- und Ausbau der SIM-Karte meistern Sie problemlos. Positiv fällt zudem auf, dass T-Mobile ein Y-USB-Kabel beilegt, über das Sie bei Bedarf einen zweiten USB-Anschluss zur Stromversorgung heranziehen. Manche Notebooks liefern für die energiehungrigen Datenmodule leider nicht genug Strom. Praktisch ist das Kabel auch, wenn – wie beim Test-Notebook – kaum Platz zwischen den USB-Anschlüssen bleibt und der Stick den Zugang zum zweiten Port blockiert. T-Mobile verkauft ihn für 59,95 EUR ohne Vertrag und ab 4,95 EUR mit Vertrag.

Zwar kennt usb_modeswitch den Stick – die Krux ist jedoch, dass es mehrere Geräte mit derselben Hardware-ID gibt, die verschiedene Umschaltsequenzen benötigen. Standardmäßig ist ausgerechnet ein anderes Modell aktiviert: der ZTE MF620. Um dem Stick Beine zu machen, öffnen Sie die Datei /etc/udev/rules.d/usb_modeswitch.rules mit Root-Rechten in einem Editor und kommentieren alle Zeilen mittels einer vorangestellten Raute (#) aus, die mit SUBSYSTEM=="usb", SYSFS{idVendor}=="19d2", SYSFS{idProduct}=="2000" beginnen. Bei der Nummer handelt es sich um die oben erwähnte Hardware-ID, die bei USB-Geräten der Befehl lsusb anzeigt. In der Konfigurationsdatei müssen Sie glücklicherweise nur ein Gerät mit dieser ID deaktivieren, nämlich den Stick mit dem Namen ZTE MF620 (Abbildung 2). Anschließend entfernen Sie die Raute vor derselben Zeile im Block des Gerätes ZTE MF638, sodass der Eintrag dort so aussieht (alles in einer Zeile):

SUBSYSTEM=="usb", SYSFS{idVendor}=="19d2",
SYSFS{idProduct}=="2000",
RUN+="/usr/sbin/usb_modeswitch
--default-vendor 0x19d2
--default-product 0x2000
--message-content 55534243123456782000000080000c85010101180101010101000000000000"

Sie speichern die Datei und geben danach sudo reload udev in ein Terminal ein, um die Änderungen zu aktivieren. Etwa eine Minute nach dem Einstecken des Sticks steht dieser dann als Modem zur Verfügung.

Abbildung 2: Mit Hilfe kleiner Änderungen in der Udev-Konfigurationsdatei überreden Sie den T-Mobile-Stick zur Mitarbeit.

Vodafone Mobile Connect USB Stick K3765-HV

Vodafone schickt seinen Mobile Connect USB Stick K3765-HV ins Rennen, der sich in weiß-rot präsentiert und ebenfalls über einen MicroSD-Kartenschacht verfügt. Im Gegensatz zu den Bonner Kollegen von T-Mobile ist die Ausstattung spartanischer: Die Kappe des Sticks hängt nicht fest am Gehäuse, sie bietet auch keine Lasche, um ein Band daran zu befestigen. Beim beiliegenden Kabel handelt es sich nur um ein einfaches Verlängerungskabel und kein Y-USB-Kabel zur besseren Stromversorgung. Dafür bringt das Gerät eine wesentlich dezentere Statusanzeige mit als das Telekom-Pendant, der Ein- und Ausbau der SIM-Karte verläuft problemlos. Im Vodafone-Shop bekommen Sie den UMTS-Stick für 99,90 EUR ohne Vertrag. Mit Laufzeitvertrag gibt es das Gerät ab 1 EUR.

Da der Stick neuer ist als Ubuntus Version von usb_modeswitch fehlt die passende Umschaltsequenz. Bearbeiten Sie daher die Datei /etc/udev/rules.d/usb_modeswitch.rules und fügen Sie ganz am Ende die Udev-Regel aus Listing 1 ein:

Listing 1
########################################################
# Vodafone K3765-HV
#
# Umschalten des Betriebsmodus
SUBSYSTEM=="usb", SYSFS{idVendor}=="12d1", SYSFS{idProduct}=="1520", RUN+="/usr/sbin/usb_modeswitch --default-vendor 0x12d1 --default-product 0x1520 -M 55534243EE0000006000000000000611062000000000000000000000000000"
# usbserial-Kernelmodul für Stick laden
SUBSYSTEM=="usb", SYSFS{idVendor}=="12d1", SYSFS{idProduct}=="1465", RUN+="/sbin/modprobe -r option"
SUBSYSTEM=="usb", SYSFS{idVendor}=="12d1", SYSFS{idProduct}=="1465", RUN+="/sbin/modprobe usbserial vendor=0x12d1 product=0x1465"

Die neue Regel entfernt beim Einstecken des Sticks ein USB-Treiber-Modul des Kernels namens option und ersetzt es durch das Kernel-Modul usbserial. Speichern Sie die Datei und aktivieren Sie die Änderung durch sudo reload udev.

Nach dem Einstecken des Sticks erkennt Linux ihn als Modem. Im Test funktionierte das Gerät anschließend anstandslos. Andere Anwender berichten von leicht abweichenden Vorgehensweisen [2][3]. Sollte der Stick bei Ihnen seinen Dienst verweigern, versuchen Sie eine dieser alternativen Umschaltmöglichkeiten. Eine neuere Version von usb_modeswitch dürfte den Stick zukünftig von Hause aus erkennen.

O2 Surfstick Speed

Der Münchener Netzbetreiber liefert seinen Stick ganz in schwarz aus. Im Gegensatz zu den anderen Modellen verfügt das O2-Gerät über keinen separaten MicroSD-Schacht. Die Netzanzeige ist dezent an der Seite angebracht. Dort befindet sich auch der eigentliche Clou des Geräts: Anstatt mit einer Kappe zu arbeiten, lässt sich der Stecker des O2-Sticks platzsparend ein- und ausfahren. Diese pfiffige Lösung erleichtert zum einen den Transport und schützt zum anderen vor dem Verlust der Kappe. Auch bei diesem Stick bauen Sie die SIM-Karte leicht ein und aus, O2 legt jedoch kein Y-USB-Kabel bei. Großer Pluspunkt: Als einziges Gerät im Test erkannte Ubuntu 9.10 den UMTS-Stick automatisch und auf Anhieb. Die Installation von usb_modeswitch sparen Sie sich hier also. Der Nachteil: Es handelt sich um ein Auslaufmodell, das Sie nicht mehr im offiziellen O2-Shop finden. Suchen Sie am besten bei Ebay oder in kleineren Shops danach.

Vor dem Kauf

Prüfen Sie vor dem Kauf generell, welcher UMTS-Stick problemlos mit Linux läuft. Einen guten Anhaltspunkt liefert die Hardwaredatenbank auf Ubuntuusers.de [5], in der Anwender ihre Erfahrungen sammeln. Gewöhnlich dauert es einige Monate, bis Ubuntu neue Geräte unterstützt. Oft fahren Sie besser, wenn Sie nicht das aktuellste Gerät kaufen.

Einwahl unter Gnome und Xfce

Standardmäßig greift (X)Ubuntu zum Herstellen von Netzwerkverbindungen jedweder Art – Ethernet, WLAN, VPN, DSL (PPPoE) und mobiles Internet – auf den NetworkManager zu, den Sie sowohl unter Gnome als auch unter Xfce rechts oben im Panel finden. Wurde Ihr UMTS-Stick erfolgreich erkannt, starten Sie über den zusätzlichen Menüpunkt Neue mobile GSM-Breitbandverbindung die Konfiguration (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der Menüpunkt, um die GSM-Breitbandverbindung einzurichten, erscheint erst, wenn Ubuntu Ihr Gerät erkennt.

Ein komfortabler Assistent begleitet Sie durch die Konfiguration: Nach der Auswahl von Land und Netzbetreiber nimmt der NetworkManager die wichtigsten Einstellungen vor und wählt auch den so genannten APN (Access Point Name), also den Netzknotenpunkt beim Mobilfunkbetreiber, für Sie aus. Die Warnung des Assistenten (Abbildung 4) sollten Sie sich zu Herzen nehmen: Jeder Netzbetreiber rechnet anders ab. Manche Tarife – wie die Vodafone WebSessions – können Sie nur mit speziellen APNs nutzen. Informieren Sie sich also unbedingt, welche Einwahldaten Sie benötigen, und verlassen Sie sich nicht blind auf den Assistenten – so bleiben Ihnen später teure Überraschungen erspart.

Abbildung 4: Prüfen Sie vor Inbetriebnahme des Sticks genau, welchen Zugangspunkt Sie wirklich benötigen.

Passen die Zugangsdaten, kann es losgehen – ein Klick auf die neue Verbindung bringt nach kurzer Wartezeit die Erfolgsmeldung und die Verbindung steht. Schützt eine PIN Ihre SIM-Karte, fragt der NetworkManager Sie einmalig danach (Abbildung 5) und speichert diese in der Verbindungskonfiguration. Ähnliches gilt für ein etwaiges Zugangspasswort. Über das Menü im oberen Panel trennen Sie die Verbindung auch wieder.

Abbildung 5: Mitunter müssen Sie dem NetworkManager noch einmalig eine PIN mit auf den Weg geben.

Störanfällig: (K)Ubuntu und KDE

Während Gnome und Xfce auf denselben Netzwerkmanager zurückgreifen, arbeitet KDE mit einer eigenen Lösung, die Sie etwas anders konfigurieren. Durch einen Klick auf das Icon im Systembereich (Abbildung 6) und die Auswahl der Option Verbindungen verwaltenNetwork ConnectionsMobil-BreitbandHinzufügenGSM-Verbindung legen Sie die gewünschte Verbindung an. Leider fehlt KDE ein Assistent, Sie müssen alle Details händisch eingeben. In unserem Test funktionierte der Netzwerkmanager zudem nicht immer zuverlässig: Während auf einem Notebook die Einwahl reibungslos klappte, verweigerte KDE auf einem anderen System mit demselben Stick beharrlich den Zugang zum Internet.

Abbildung 6: KDE bringt einen eigenen Netzwerkmanager mit, der jedoch nicht so komfortabel ist wie das Gnome-Pendant.

Ausbaufähig

Zwar beherrschen die NetworkManager von Gnome, Xfce und KDE die grundlegenden Einwahlfunktionen für UMTS-Modems, sie lassen aber noch einige für den Mobilfunk wichtige Features vermissen. So haben Sie keinen Einfluss auf die Netzauswahl. Der ist aber insbesondere für Nutzer in Grenzgebieten wichtig, um keine teuren Roaming-Gebühren zu bezahlen. Auch können Sie nicht wählen, ob Sie UMTS oder das langsamere GPRS verwenden wollen – den Status zeigt bestenfalls die Diode des Sticks an. Bei der PIN-Eingabe fehlen Fehlermeldungen: Im Test verweigerte ein Stick konsequent seinen Dienst – erst nach langem Suchen entpuppte sich der Fehler als Folge einer falsch eingegebenen PIN. Mit der Herstellersoftware entsperrt, verrichtete das Gerät auch unter Ubuntu klaglos seinen Dienst. Nicht zuletzt konnte die Einwahl unter KDE nicht überzeugen: Zu viele Probleme traten bei unseren Versuchen auf, einen Online-Zugang herzustellen.

Die Alternative

Mit Umtsmon [5] steht ein Ihnen ein komfortables Programm zur Verfügung, das mehr Optionen bietet, als der integrierte NetworkManager. Über die Software deaktivieren Sie beispielsweise UMTS und sehen den aktuellen Netzzustand in einer Übersicht. Leider gibt es noch kein fertiges Ubuntu-Paket, und die aktuelle Version verweigerte auf unserem 64-Bit-Testsystem ihren Dienst, was wohl an fehlenden oder falschen Bibliotheken liegt.

Fazit

Der mobile Internetzugang unter Linux funktioniert heute einfacher als noch vor einigen Jahren. Der Komfort bleibt aber noch weit hinter dem der anderen Betriebssysteme zurück. Das liegt vor allem an nicht genormten Schnittstellen. Wer sich nicht scheut, ein wenig Hand ans System zu legen und die Suchmaschine seiner Wahl zu befragen, hat aber gute Chancen, dem Gerät Beine zu machen.

Infos

[1] T-Mobile Web'n'walk Stick Fusion im Ubuntuusers-Wiki: http://wiki.ubuntuusers.de/Baustelle/Web%27n%27Walk_Stick_Fusion

[2] Vodafone Mobile Connect USB Stick K3765 im Ubuntuusers-Forum: http://forum.ubuntuusers.de/topic/umts-stick-huawei-k3765-unter-ubuntu-9-10-ein/

[3] Vodafone Mobile Connect USB Stick K3765-HV in Glasens Blog: http://glasen-hardt.de/?p=377

[4] Hardwaredatenbank auf Ubuntuusers.de: http://wiki.ubuntuusers.de/Hardwaredatenbank/Verbindungen#UMTS

[5] Umtsmon: http://umtsmon.sourceforge.net

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Kommentare
UMTS-Stick
Michael M. (unangemeldet), Dienstag, 16. Februar 2010 11:37:05
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Vielen dank für den ausführlichen Bericht.
In der Tat kommt Ubuntu 9.10 z. Zt. noch am besten mit vielen UMTS-Sticks zurecht.
Zwei Anmerkungen meinerseits:
Ich persönlich halte den SD Slot für überflüssig, weil ich meine mobilen Daten generell auf einem verschlüsselten USB-Stick abspeichere.
Ich habe mir vor Weihnachten den Bildmobil Speedstick gekauft, weil der Tarif im Vodafone Netz sehr günstig ist. Auch die Geschwindigkeit von bis zu 7 Mbits/s ist nicht zu verachten.
Ich habe den Stick unter Ubuntu bzw. Debian Lenny nicht zum laufen gebracht. Meine Versuche mit usb_modeswitch und diversen Einstellungen sind alle gescheitert.
Ich hab mich dann für die "rabiate" Methode entschieden. Mit dem Programm mwcon und dem AT-Befehl habe ich das Flashlaufwerk deaktiviert, d.h. der Stick funktioniert nur noch als Modem und ich kann ihn auf meinen Distris problemlos einsetzen.
Das gleiche habe ich mit dem Vodafone 3565 Z gemacht. Dieser wird unter Ubuntu zunächst als Laufwerk erkannt, man kann dies allerdings auswerfen und hat dann das ZTE-Modem.
Ob dieses Auswerfen unter anderen Distris funktioniert habe ich nicht getestet.
Deshalb habe ich auch bei diesem Stift das Flashlaufwerk mittels AT-Befehl deaktiviert, nur hier habe ich das Programm minicom zur Hilfe genommen, das in jeder Distri vorhanden ist.
Alles in allem würde ich sagen, mit ein bißchen Handarbeit bekommt man auch die etwas störigen Sticks zum Laufen.



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Automatische Einwahl
Nils Magnus (unangemeldet), Montag, 15. Februar 2010 11:56:21
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Eine gute Übersicht, die ich ich teile. Wenn der Stick einmal eingerichtet ist, klappt der weitere Betrieb meist problemlos. Zwei Aspekte fallen mir noch ein: Ich finde es sehr praktisch, wenn sich der Netzzugang dadurch aufbaut, dass ich den Stick einstecke. Jedesmal einen Button zu klicken oder gar ein Skript aufzurufen ist mir etwas zu mühsam. Insofern freue ich mich, dass ich es nach diversen Anlaufschwierigkeiten mit dem KDE-Networkmanager-Plasmoid wie im Artikel beschrieben hinbekommen habe. Seither übersteht die Netzverbindung meines Notebook sogar jeden Reboot oder das Schlafenlegen über Stunden (nicht selbstverständlich bei der GSM-Wiedereinwahl).

Das alles soll jedoch nicht über die traurige Situation des KDE-Plasmoid hinwegtäuschen, die sich letztlich nur mit einigem Hintergrundwissen, diversen Google-Suchen (Was ist ein APN? Welchen muss ich verwenden? Wozu soll ich einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben, denn sowas hat mein Stick gar nicht usw. usf.) machbar. Für Anwender ohne Erfahrung ist das nichts.

Umtsmon ist funktional ein gutes Programm, wenn man den Stick nur gelegentlich nutzt. Gerade im Ausland gefällt, dass Anwender das Netz auswählen dürfen oder sogar direkt SMS verschicken können. Blöderweise ist das Werkzeug vergleichweise aufwändig zu bedienen: Start auf der Kommandozeile (oder als Shortcut), einen Dialog über einen nicht-existierenden Fehler wegclicken, das Werkzeug auswählen auf "Connect" klciken oder "c" als Shortcut und dann warten und beten, dass der Verbindungsaufbau samt Progress-Bar klappt. Gut ist, dass Anwender etwas mehr Kontrolle darüber haben, ob oder was nicht funktioniert, aber auch die Diagnosefunktionen könnten besser sein.


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Re: Unser liebes LINUX und die Automatische Einwahl
Sphinx (unangemeldet), Samstag, 16. Oktober 2010 12:50:22
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Danke sehr für diese hervorragende Übersicht,
ebenso für die Zusatzinfos der Kommentare.

Wir haben den Stolz, es wieder einmal zu schaffen.

Wir müssen mit unserm Intelligenzfleiss = qualifizierte Arbeitszeit kompensieren, dass die Dienstleister den Markt verbarrikadieren,
um aus den damit möglichen höheren Gewinnspannen ein Marketing zu finanzieren, dass zur Absurdität entartet ist

mit Sternchen-Anmerkungen in Hülle und Fülle,
mit "Super-Schnäppchen" zum doppelten Preis,
mit "letzte Chance bis zum" -Paranoia-Erzeugung,
usw.usw.usw..
(Zur Vermeidung des Vorwurfes von Schmähkritik habe ich dies, wie Sie sehen, nicht als "Verblödungs-Marketing" bezeichnet.)


Da generell die meisten Hersteller die LINUX-Qualitäts-Informatik boykottieren, wäre einmal zu erwägen, dass die Linux-Nutzer ein Weissbuch aller linux-philen Hersteller gestalten,

woraus sich faktisch ein nicht-deklarierter Gegen-Boykott gegenüber allen Linux-boykottierenden Hersteller ergäbe. Da würden die Linux-Boykottierer unter den Herstellern sehr schnell ihr sündiges Leben beenden und auch Linux vermerken.

Das meiste Zubehör im Handel funktioniert sowieso auf Linux besser als auf anderen Systemen. Wenn die Zubehör-Hersteller und Dienstleister merken, dass sie das Weglassen von LINUX in der Beschreibung 10++ Prozent des Umsatzes kostet, werden sie sehr rasch machen, was oft sogar ihre legale Pflicht wäre.
Denn wettbewerbsbeschränkende Handlungsweisen sind je nach Rahmenumständen unzulässig - und das gilt auch für Unterlassungen.


Zur konkreten Sache selbst sei noch hingewiesen
-------------------------------------------------------------------
auf die eventuelle Nützlichkeit bei entsprechenden LINUX-Distributionen - z.B. Fedora Core - , auszuführen:

yum install usb_modeswitch





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Re: Unser liebes LINUX und die Automatische Einwahl
Sphinx (unangemeldet), Samstag, 16. Oktober 2010 14:45:28
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In diesen Stunden wurden nach Erörterung erste Bereitschaften geregelt, das Problem des impliziten LINUX-Boykotts seitens der meisten Hersteller gezielt anzugehen.

1. Weissliste: geplant für volxweb.com (kostenfreier Selbsteintrag von linux-philen Anbietern).

2. Rechtspflicht von Händlern und Dienstleistern, bereits vorhandene LINUX-Kompatibilität ebenfalls auszuweisen: Musterschreiben zum Eigenversand - geplant für aha7.com (Webseite für Zugang zu kostenlosen Mustertexten / Rechtsinfos).

3. Rechtspflicht, bei marktstarker Anbieter-Stellung auch LINUX in zumutbarer Weise zu bedienen: ähnlich wie 2.

============

Ob diese Planung Realität wird, liegt nicht bei mir. Ist geplant für Dezember 2010, English, Französisch, Deutsch. Nicht immer werden versprochene Dienste auch Realität.

Falls bereits ausreichend Gleichartiges vorhanden, am besten die Fundstellen übermitteln. (Jeweils aktuelle Kontaktadresse sind auf aha7.com / Seitenende.)

Soweit etwas zu 1) 2) 3) bereits ausreichend vorhanden, könnte ja vorgeschlagen werden, nichts Neues zu machen, sondern einfach auf Bestehendes zu verweisen.

Für UMTS und mehr ist vor allem oben 3) wichtig.





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