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Den Vodafone USB-Stick Mobile Connect K3565 unter Linux nutzen

25.07.2009
Sommerzeit ist Urlaubszeit. Wer in dieser Zeit nicht auf eine Internetverbindung verzichten möchte, surft am einfachsten über eine UMTS-Verbindung. Dieser Artikel zeigt, wie das mit dem Vodafone-Stick K3565 geht.

Beim weißen Vodafone-Stick handelt es sich um eine Huawei-Hardware, die ohne zusätzliche Treiber unter aktuellen Distributionen funktioniert. Da der Stick aber zusätzlich als USB-Speichermedium arbeiten kann (enthält einen Micro-SD-Slot), benötigt man für das Setup ein spezielles Tool, welches den K3565 in den Modem-Modus versetzt. Dieses Tool heißt usb_modeswitch und gehört inzwischen bei den meisten Distributionen ebenfalls zum Standardumfang. Der Artikel beschreibt im Folgenden das Setup unter OpenSuse 11.1 und Ubuntu 9.04. Wenn die Anleitung auch in einigen Details eventuell abweicht, sollte sie auch für andere Distributionen und ähnliche Sticks funktionieren. Fonic-Nutzer finden hier einen detaillierten Artikel.

Die Hardware

Beim USB-Stick K3565 handelt es sich um das HSDPA-Modem E220 des chinesischen Telekommunikationsspezialisten Huawei. Schließen Sie das Modem an den Rechner an, zeigt die Ausgabe von lsusb folgenden Eintrag an:

Bus 005 Device 003: ID 12d1:1003 Huawei Technologies Co., Ltd. E220 HSDPA Modem / E270 HSDPA/HSUPA Modem

Ältere Kernel erkennen eventuell nur das E220, kein E270. Das ist für das Setup nicht relevant, da für die eindeutige Identifikation des Geräts einzig die ID 12d1:1003 zählt. Als Treiber kommt das im Kernel integrierte Modul option zum Einsatz. Erkennt Ihr Rechner den Stick nicht, schafft unter Umständen ein sudo modprobe option Abhilfe. Wie erwähnt verfügt der Vodafone-Stick über einen Kartenleser für Micro-SD-Karten, der sich zunächst als CD-ROM-Geräte beim Rechner anmeldet, danach aber ganz normal über das Kernelmodul usb-storage als Massenspeicher funktioniert.

Der Kartenleser befindet sich an der Seite des Sticks.

Setup mit Umtsmon

Vodafone bietet für den K3565 und andere UMTS/HSDPA-Geräte eine eigene Software an. In unseren Tests gab es jedoch damit unter OpenSuse bei der Installation einige Probleme, weshalb wir OpenSuse-Nutzern das Tool Umtsmon empfehlen. Für die Installation starten Sie YaST und wählen Software | Software installieren oder löschen. Hier suchen Sie nach umtsmon und usb_modeswitch und markieren beide Pakete zur Installation. Alternativ nehmen Sie die Installation über die Kommandozeile vor:

sudo zypper install umstmon usb_modeswitch

Beim ersten Start von Umtsmon über [Alt]+[F2] und die Eingabe von umtsmon überprüft das Tool, ob eine passende Hardware vorhanden ist und ob Sie als Benutzer Zugriff auf die entsprechenden Tools haben. Klicken Sie hier auf Korrigieren, um die Rechte entsprechend anzupassen. In den meisten Fällen müssen Sie für die Nutzung von Umtsmon zu den Gruppen dialout und uucp gehören. Dazu rufen Sie die Benutzerverwaltung von YaST auf, wählen Ihren Benutzernamen aus, klicken auf Bearbeiten und fügen sich dann per Klick auf die entsprechende Checkbox den zwei Gruppen hinzu. Beachten Sie, dass Sie sich aus KDE ab- und neu anmelden müssen, damit die Gruppenzugehörigkeit greift. Alternativ öffnen Sie ein Terminalfenster, geben hier

su - Benutzername

ein und starten Umtsmon dann aus diesem Terminalfenster. Duch den Login über su - übernimmt das System die neuen Gruppenzugehörigkeiten. Falls Umtsmon beim Start die Rechte nicht setzen kann, führen Sie das Programm entweder über kdesu umtsmon mit Root-Rechten aus oder setzen die benötigten Suid-Rechte auf usb_modeswitch und pppd von Hand in der Konsole:

sudo chmod +s /usr/sbin/pppd
sudo chmod +s /usr/sbin/usb_modeswitch

Jetzt sollte dem Start von Umtsmon nichts mehr im Wege stehen.

Beim Start von Umtsmon erscheint die PIN-Abfrage.

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Einzelne Ausgabe
 

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