Clementine ist ein schlichter Audioplayer für KDE 4, der sich an der bewährten Oberfläche von Amarok 1.4 orientiert und auf Schnickschnack verzichtet.
Es muss nicht immer alles besser sein. Den meisten Nutzern reicht auch ein Programm, das einfach gut ist. Der Musikplayer von David Sansome hat sich das Ziel gesetzt, die besten Features von Amarok mit den Vorteilen von Qt 4 zu kombinieren. Das Resultat heißt Clementine.
Zurzeit gibt es Version 0.3 als Binary für Fedora und Ubuntu, sowie Mac OS X und Windows. Nutzer anderer Linux-Distributionen müssen den Audioplayer von Hand kompilieren. Dazu benötigt man — vergleichsweise wenig — Entwicklerpakete und rund 10 Minuten Geduld. Ab Version 0.3 setzt Clementine auf GStreamer als Audio-Backend. Man benötigt deshalb für das Qt-Programm die passenden Entwicklerpakete von GStreamer, was normalerweise bei KDE/Qt-Programmen nicht üblich ist. Anschließend übersetzen Sie das Programm mit den zwei Befehlen
cmake . make
Der Kompiliervorgang dauert maximal zehn Minuten, die Installation über sudo make install klappte auf einem Testrechner mit OpenSuse 11.3 (Milestone6) ebenfalls problemlos.
Hübsches Früchtchen
Clementine zeigt beim ersten Start ein leeres Fenster an, das nach dem Sammlungsordner fragt. Im direkten Vergleich zu Amarok wirkt das Programm aufgeräumter. Hier wählen Sie nun links ein oder mehrere Verzeichnisse aus, wobei Sie jedes Hauptverzeichnis separat hinzufügen müssen (zum Beispiel /home/marcel/Musik und /media/nfs/Musik). Die angegebenen Verzeichnisse durchsucht Clementine rekursiv.
Der Scanvorgang geht recht flott über die Bühne sehr schnell erscheinen in der von Amarok 1.4 bekannten Sammlung zur linken Seite die ersten Alben.
Features
Clementine spielt Musik aus der lokalen Sammlung und bietet über den Reiter Radio auch ein paar ausgewählte Online-Radios an. Ab der aktuellen Version 0.3 arbeitet der Player zudem mit dem sozialen Musikdienst Last.fm zusammen. Von hier holt sich das Programm auf Wunsch die fehlenden Albumcovers, zudem bietet es Last.fm-Nutzern auch die Möglichkeit, ihre Stücke zu scrobblen.
Damit sind die Features von Clementine eigentlich bereits erschöpft, entsprechend schlicht gestalten sich auch die Einstellungen.
Soundprobleme
Auf unserem Testrechner mit OpenSuse 11.3 weigerte sich Clementine Musik-Dateien im MP3-Format abzuspielen. “Schuld” daran war die GStreamer-Engine, welche (noch) nicht über die nötigen Plugins verfügte. Anstelle einer nützlichen Fehlermeldung patzte Clementine aber mit einem “internen Fehler im Datenfluss”.
Möchten Sie anstelle der benötigten GStreamer-Plugins auf ein anderes Backend setzen, müssen Sie Clementine neu kompilieren. Dazu rufen Sie cmake über die Option -i auf und schalten dann die gewünschten Backends ein. Der Entwickler David Sansome unterstützt offiziell nur das GStreamer-Backend, bei einer anderen Wahl erhalten Sie einen Warnhinweis.
Klein aber nicht oho
Obwohl Clementine einen sehr guten und benutzerfreundlichen Eindruck hinterlässt, vermag es bei der Performance nicht zu punkten. Egal ob im Hintergrund oder mit aktivem Fenster im Vordergrund: Die CPU-Belastung liegt beim Playback stets in einem Bereich zwischen 10 und 20 Prozent. Für einen Audioplayer sind das deutlich zu viele Ressourcen.












Ich benutze Clementine unter Ubuntu 10.04, davor unter 9.10 und es läuft prächtig. Von den 10 bis 20 % CPU-Belastung kann ich bei mir allerdings nichts feststellen. Liegt es vielleicht daran, dass das eine bereits kompilierte Version ist, die bei mir zum Einsatz kommt?