Neben den monatlichen Updates zu KDE 4.2 feilen die KDE-Entwickler fleißig an Version 4.3. Verläuft alles planmäßig, erscheint sie im Juli 2009. Neben zahlreichen Bugfixes bringt KDE 4.3 vor allem auf dem Desktop zahlreiche Änderungen, und die Suchfunktion über Nepomuk ist nun in Dolhpin integriert. Mit KTron hält auch ein neues Spiel Einzug in das K Desktop Environment.
Plasma
Der Desktop ist quasi die Visitenkarte von KDE. Für KDE 4.3 haben hier die Entwickler in erster Linie den Schnellstarter Krunner überarbeitet. Anstelle der bisherigen horizontalen und vertikalen Auflistung von möglichen Programmnamen zeigt der Krunner in KDE 4.3 die Treffer sauber untereinander geordnet an. Zu jedem Eintrag gibt es zudem auch eine kurze Erklärung, die die Auswahl des gewünschten Programms vereinfacht.
Fährt man mit dem Mauszeiger über die Liste, erscheint der Eintrag direkt unter dem Mauszeiger in Farbe, die restlichen Einträge sind ausgegraut. Die Auswahlliste ist zudem hübsch animiert, so dass das Auf- und Abwärtsscrollen mit der Maus richtig Spaß macht. Der KDE-Schnellstarter wartet darüber hinaus mit einer umfassenden Hilfefunktion auf.
In den Tests hatte der neue Krunner ab und zu noch Probleme mit der automatischen Breite und öffnete den Schnellstarter ab und zu in der vollen Bildschirmbreite oder noch breiter. Abgesehen von diesem Beta-Fehler lässt sich mit dem neuen Krunner aber deutlich einfacher und schneller arbeiten.
Ein nettes Detail hat Aaron Seigo bei der Plasma-Cashew-Nuss implementiert (Aaron selbst nennt Sie Eishockey-Scheibe). Das kleine Symbol in der rechten oberen Bildschirmecke lässt sich nun per Drag & Drop am oberen oder rechten Bildschirmrand anbringen. Über das Arbeitsflächen-Einstellungsmenü vergeben Sie dem Desktop zudem einen Namen, der dann neben dem Plasma-Symbol erscheint, sofern sich die Cashew-Nuss nicht genau in der Ecke befindet.
Das K-Menü trennt in KDE 4.3 im Menü Zuletzt benutzt Dokumente und Anwendungen. Bisher zeigte das Menü nur Dokumente an. Ebenfalls überarbeitet haben die Entwickler das Panel. Um die Symbole besser anordnen zu können, lassen sich nun Trenn-Elemente einfügen, in den Tests führte dies jedoch nicht immer zum gewünschten Ergebnis. Der Systemabschnitt unterscheidet in der neuen Version Benachrichtigungen von Programmen von den Dateitransfermeldungen. Per Mausklick entscheidet der Benutzer, welche der zwei Informationen er erhalten möchte. Zudem lassen sich einzelne Miniprogramme im Systemabschnitt ein- oder ausblenden. KDE 4.3 unterteilt die Systray-Programme dazu in vier Kategorien.
Neue Widgets
Die neue KDE-Version bringt ein halbes Dutzend neuer Miniprogramme mit. Darunter befindet sich zum Beispiel eine Lupe, um Bereiche des Bildschirms auch ohne Desktop-Effekte vergrößert zu betrachten oder das Erinnerungsprogramm "Remember the Milk". Sehr gut gefiel in den Tests der neue Systemmonitor Bubble im Murmelstil. Das Widget bettet sich perfekt in den Plasma-Desktop ein und macht dabei nicht nur optische eine sehr gute Figur, sondern bietet zudem eine äußerst umfangreiche Liste an Sensoren zur Auswahl an.
Ebenfalls Premiere feiern mit KDE 4.3 ein neues Mediaplayer-Widget und ein Miniprogramm, um mit anderen KDE-Nutzern soziale Kontakte zu knüpfen. Die bestehenden Widgets haben zum Teil starke Verbesserungen erfahren. So zeigt zum Beispiel das Kalenderprogramm, welches auch über die Uhr im KDE-Panel erreichbar ist, die örtlichen Feiertage an. Dazu nutzt es den für KDE 4.3 komplett neu programmierten Systemabschnitt. Eine komplette Integration in Kontact für private Termine gibt es allerdings noch nicht. Die gelben Notizzettel lassen sich ab der nächsten KDE-Version mit zusätzlichen Formatierungen verschönern.
Die meisten KDE-User nutzen den Desktop vermutlich mit einem statischen Hintergrundbild. KDE 4.3 bietet zusätzliche bewegte Hintergrundbilder an, zum Beispiel Fraktale oder die Wettervorschau. Wählen Sie für den Hintergrund als Typ "Virus", frisst ein unbekanntes Wesen langsam den Desktop auf.




