Finden statt suchen

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Ausblick auf KDE 4.3: Semantische Suche mit Nepomuk

02.02.2009
Aufgabe: Finden Sie alle Dateien auf Ihrem Rechner, die Sie per Mailanhang von Ihrem Freund Max bekommen haben.

Die Lösung lautet KDE 4.3, zumindest wenn Sebastian Trüg alle für KDE 4.3 geplanten Features rechtzeitig implementiert. Trüg arbeitet bei Mandriva an der semantischen Suchmaschine Nepomuk. Dieser Artikel stellt Nepomuk vor und zeigt, was von den Plänen für KDE 4.2 schon verwirklicht wurde und welche Fähigkeiten erst mit KDE 4.3 Einzug halten.

Strigi und Nepomuk

KDE-4-Nutzer sollen ihre Dateien nicht suchen müssen, sondern einfach finden. Für dieses hoch gesteckte Ziel setzt KDE 4 auf Strigi und Nepomuk. Während sich die Suchmaschine Strigi um die Indizierung sämtlicher Daten kümmert, knüpft das Informationsframework Nepomuk im Hintergrund die Fäden.

KDE 4 nutzt Nepomuk zurzeit für Bewertungen, Kommentare und so genannte Tags. Dieses Feature steht aber für sämtliche Dateien zur Verfügung, nicht nur für Musikstücke wie etwa in Amarok. Um eine Datei zu bewerten, wechselt man in Dolphin ins entsprechende Verzeichnis und drückt [F11] um die Informationsbox einzuschalten. Hier klickt man auf die gewünschte Anzahl Sterne. Um Dateien mit einem Stichwort zu versehen, wählt man Schlagwort ändern und fügt dann ein neues Schlagwort hinzu oder wählt eines aus der angezeigten Tag Cloud aus. Je größer das Stichwort, desto öfter wurde es benutzt.

Seit KDE 4.2 zeigt Dolphin die Schlüsselwörter in eriner Tag Cloud an.

Die auf diese Art erhaltenen Informationen speichert Nepomuk in einer RDF-Datenbank. KDE nutzt dazu die QT-RDF-Schnittstelle Soprano, wofür es wiederum zwei Backends gibt: Redland und Sesame. OpenSuse installiert per default das Redland-Backend (Paket soprano-backend-redland) in den Repositories findet man aber auch soprano-backend-sesame, welches laut Sebastian Trüg deutlich schneller arbeitet und zudem auch die kleineren Metadaten erzeugt. Da es allerdings Java-basiert ist, benötigt das Sesame-Backend auch eine Java-Laufzeitumgebung. Sind beide Pakete installiert, wählt Nepomuk laut Trüg automatisch das Sesame-Backend. In den Tests mit OpenSuse 11.0 und 11.1 klappte dies jedoch nicht, selbst nachdem wir das Sesame-Backend von Hand in die Datei ~/.kde4/share/config/nepomukserverrc eintrugen, setzte es KDE beim Start immer wieder auf Redland zurück. Kubuntu 8.10 bietet nur das Redland-Backend an.

Die indizierten Inhalte landen in ~/.kde4/share/apps/nepomuk/repository/main/data/. Hier gibt es je nach Backend verschiedene Dateien. Durch die gesammelten Infos kann sich KDE 4 zum Beispiel merken, ob eine Datei als Anhang einer E-Mail auf der Festplatte landete oder von welcher Internetadresse man sie heruntergeladen hat. Dieses Feature hat Trüg allerdings erst neulich implementiert und es befindet sich noch nicht in der aktuellen Trunk-Version von KDE 4.

Diese Datei stammt von Tudor Groza, weiß Dolphin.

Finden statt suchen

Zurzeit fehlen KDE 4.2 noch grafische Tools für die Suche. Zugriff auf die von Nepomuk indizierten Daten erhält man über die URL nepomuksearch:/ in Dolphin oder Konqueror. Nepomuk zeigt in der Grundeinstellung vier Ordner für sämtliche Musikdateien, Dateien von heute und gestern sowie zuletzt benutzte Dokumente an. Dabei handelt es sich um virtuelle Verzeichnisse, die einfach sämtliche Dateien anzeigen, die einem vorher festgelegten Suchkriterium entsprechen. Möchte man zum Beispiel alle Dokumente mit dem Schlüsselwort cool anschauen, gibt man die URL nepomuksearch:/hastag:cool ein.

Auch dieses Feature existiert bei KDE 4.2 allerdings nur auf dem Papier. In unseren Tests mit Kubuntu 8.10 und OpenSuse 11.1 verabschiedete sich der Prozess nepomukservices jeweils mit einem Segfault-Error, in der aktuellen Trunk-Version von KDE 4.3 soll es aber bereits funktionieren.

Zeig mir alle Dokumente an, die ich gestern neu angelegt habe. Mit Nepomuk klappt dies in Zukunft ohne komplizierte Suche.

Für eine noch bequemere Suche in der Nepomuk-Datenbank hat Sebastian Kügler ein Plasma-Applet programmiert. Der Code für das Widget Crystal Desktop Search befindet sich im KDE-Entwicklerzweig Plasma-Playground und dürfte ebenfalls erst mit KDE 4.3 Einzug in den Plasma-Desktop halten.

[Update:] Sesame2 unter OpenSuse

Unter OpenSuse fehlt zur Nutzung des Sesame2-Backends das Paket java-1_6_0-sun-devel. Ist es installiert, lässt sich das Sesame2-Backend in der Konfigurationsdatei ~/.kde4/share/config/nepomukserverrc eintragen und dann funktioniert auch die beschriebene Suche über nepomuksearch:/hastag:Stichwort. KDE zeigt dann in den Systemeinstellungen unter Desktopsuche auch keine Fehlermeldung mehr an und im Panel gibt es ein Nepomuk-Symbol, wenn das Tool am indizieren ist. Beim Wechseln des Backends bleiben die Metainfos allerdings auf der Strecke, es empfiehlt sich deshalb, gleich zu Sesame2 zu wechseln und nicht mit Redland zu arbeiten.

Dolphin zeigt alle Dateien mit dem Tag "schön" an.
Wenn dieser Dialog erscheint, dann funktioniert Nepomuk richtig.

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Kommentare
Sesam2-Backend unter Suse 11.1
Peter Kreussel (unangemeldet), Dienstag, 03. Februar 2009 14:11:03
Ein/Ausklappen

Bug ist bereits reportet (mit Workaround):
https://bugzilla.novell.com/show_bug.cgi?id=461599


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