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© Fran Gambín, sxc.hu

Mein Schreibtisch

Den KDE-4-Desktop bedienen

23.07.2010 Die KDE Software Compilation gilt seit Jahren als Standarddesktop der Nürnberger Distribution. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie den modernen Desktop bedienen und um Funktionen erweitern.

Bei einer Standardinstallation von OpenSuse sehen Sie nach dem Systemstart den KDE Desktop, auch KDE Software Compilation oder KDE SC genannt. Im Unterschied zu Windows oder Mac OS X gibt es unter Linux sehr viele grafische Oberflächen. Details dazu lesen Sie im Kasten "Alternativen".

Alternativen

Bei Rechnern mit weniger als 1 GByte Hauptspeicher oder falls Ihnen KDE nicht zusagt, empfiehlt die Redaktion, bei der Installation einen alternativen Desktop auszuwählen. Das EasyLinux Starter Kit bietet dazu auf der DVD unter anderem Gnome, XFCE und LXDE an (neu in OpenSuse 11.3). Während sich Gnome für Rechner mit 512 MByte RAM oder mehr eignet und den gleichen Funktionsumfang wie KDE bietet, sollten Sie bei einem älteren Rechner XFCE oder LXDE wählen. Dazu müssen Sie bei der Desktop-Auswahl während der Installation auf Andere klicken und hier LXDE oder XFCE markieren (siehe Installationsartikel auf Seite 4). Die Bedienung von LXDE und XFCE unterscheidet sich kaum, LXDE benötigt hingegen am wenigsten Ressourcen.

Plasma-Schreibtisch

Der KDE-4-Desktop heißt Plasma, die einzelnen Elemente nennt man Plasmoiden (bzw. Miniprogramme). In der Grundeinstellung wartet der OpenSuse-Desktop mit lediglich zwei Miniprogrammen auf: der Ordneransicht mit dem Titel Arbeitsflächen Ordner und der Kontrollleiste am unteren Bildschirmrand (Abbildung 1). Dokumente oder Verzeichnisse, die Sie unter Desktop ablegen, erscheinen automatisch in der Ordneransicht. In diesen Bereich können Sie auch per Drag & Drop Dateien aus dem Dateimanager verschieben oder kopieren. Halten Sie den Mauszeiger für eine kurze Zeit über dem Plasmoid Arbeitsflächen Ordner, erscheint rechts davon ein kleiner Rahmen mit einigen Symbolen. Halten Sie das Plasmoid an diesem Rahmen fest, lässt es sich an einen beliebigen Ort der Arbeitsfläche verschieben, über das Zoom-Symbol ändern Sie die Größe. Per Klick auf den Schraubenschlüssel lässt sich die Ordneransicht wie alle anderen Miniprogramme einrichten. Hier ändern Sie zum Beispiel das angezeigte Verzeichnis oder bestimmen, welche Dateitypen das Plasmoid nicht anzeigen soll. Befindet sich in der Ordneransicht ein Verzeichnis, dann öffnet KDE 4 dieses automatisch, sobald Sie den Mauszeiger darüber bewegen. Damit lassen sich Verzeichnisse praktisch klicklos durchsuchen.

Abbildung 1: Der Standarddesktop von OpenSuse mit dem Panel am unteren Rand und der Ordneransicht.

Um dem Desktop weitere Mini-Anwendungen hinzuzufügen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen leeren Bereich des Desktops. KDE 4 zeigt dann ein kleines Menü an. Hier wählen Sie den Eintrag Miniprogramme hinzufügen aus. Im neuen Dialog (Abbildung 2) wählen Sie eines der Miniprogramme aus und platzieren es per Doppelklick auf dem Desktop.

Abbildung 2: Zahlreiche Miniprogramme sorgen für die besondere Optik von KDE 4.

Zwei Symbole

In der oberen rechten Ecke und an der rechten Seite der Kontrollleiste sehen Sie das Plasma-Symbol. Darüber lassen sich besondere Einstellungen vornehmen. Über das Symbol rechts der Kontrollleiste richten Sie zum Beispiel die Höhe und Breite des KDE-Panels ein oder fügen der Kontrollleiste Miniprogramme hinzu (Abbildung 3). Obwohl sich theoretisch sämtliche Miniprogramme auch im KDE-Panel ablegen lassen, macht das normalerweise nur bei Anwendungen Sinn, die auch sehr klein noch hilfreich sind, wie die Batterieanzeige oder der Schnellzugriff. Haben Sie aus Versehen ein Miniprogramm auf die Kontrollleiste plaziert, das dort nicht hinpasst, entfernen Sie es per Rechtsklick wieder vom Panel.

Abbildung 3: Per Klick auf das Plasma-Symbol am rechten Ende der Kontrollleiste können Sie das KDE-Panel einrichten.

Über das Plasma-Symbol im oberen Rechten Eck können Sie den KDE-Desktop um weitere Aktivitäten erweitern. Das ist praktisch, wenn Sie zum Beispiel einen Schreibtisch voll mit Miniprogrammen einrichten möchten, einen zweiten mit einer Ordneransicht und einen dritten komplett ohne Symbole. Klicken Sie dazu auf das Plasma-Symbol und wählen Sie Aktivität hinzufügen. Sie landen nun auf einem neuen (leeren Schreibtisch), den Sie beliebig gestalten können. Um wieder zum ursprünglichen Schreibtisch zurückzukehren, klicken Sie auf das Plasma-Symbol, wählen Verkleinern und klicken danach unter der gewünschten Aktivität auf das Symbol Vergrößern. Alternativ drücken Sie [Alt]+[D] und anschließend die Pfeiltaste nach rechts oder links. Aktivitäten eignen sich aber eher für fortgeschrittene Nutzer.

Haben Sie den Desktop wunschgemäß eingerichtet, möchten Sie die Einstellungen vermutlich speichern. Klicken Sie dazu der rechten Maustaste auf das Plasmasymbol in der oberen rechten Bildschirmecke und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Miniprogramme sperren. Auch die Symbole auf der Kontrollleiste können Sie über einen Klick auf das Plasma-Symbol rechts der Kontrollleiste sperren oder wieder freigeben.

Programmauswahl

Der gewohnte Weg, ein Programm zu starten führt über das Hauptmenü in der unteren linken Bildschirmecke. Navigieren Sie hier durch das Menü oder geben Sie den Namen des gesuchten Programms in das Eingabefeld ein. Es gibt jedoch unter Linux eine weitaus bequemere und schnellere Alternative. Über das Tastenkürzel [Alt]+[F2] rufen Sie den KDE-Schnellstarter auf. Tippen Sie hier einen Datei- oder Programmnamen ein, dann zeigt Ihnen das Tool nach den ersten Buchstaben bereits eine Liste der möglichen Treffer an (Abbildung 4). Hier müssen Sie nur noch die Eingabetaste drücken, um den ersten Eintrag auszuwählen. Zu den übrigen Resultaten navigieren Sie per Pfeiltaste. Der Schnellstarter zeigt nicht nur Programme an, auch die zuletzt benutzten Dateien oder Internet-Adressen findet das Tool im Nu, er eignet sich zudem als Taschenrechner. Geben Sie einfach mal 5*4= ein und drücken Sie [Eingabe].

Abbildung 4: Der Schnellstarter findet Programme und Dateien quasi automatisch.

Geschmackssache

Gehören Sie zu den Nutzern, die ihren Schreibtisch gerne individuell gestalten, dann klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktop und wählen Einstellungen für "Aktivität Arbeitsfläche". Hier können Sie das Aussehen des Desktops festlegen. Dazu wählen Sie eines der vorhandenen Hintergrundbilder aus oder laden weitere aus dem Internet herunter (Neue Hintergrundbilder herunterladen...). Über den Eintrag Aktivität lässt sich der Schreibtisch in eine gewohnte Ordneransicht oder eine Zeitungsübersicht verwandeln. Diese eignet sich unter anderem, wenn Sie KDE auf einem sehr kleinen Display nutzen möchten.

Die komplette Kontrolle über den KDE-Desktop erhalten Sie über das KDE-4-Kontrollzentrum. Sie starten es über [Alt]+[F2] und den Befehl systemsettings oder per Mausklick auf den gleichnamigen Eintrag unter den Favoriten. Die Systemeinstellungen sind in die Reiter Allgemein und Erweitert unterteilt. Um zum Beispiel die Desktopeffekte einzurichten, klicken Sie auf dem Reiter Allgemein auf Arbeitsfläche, für das Soundsetup wählen Sie Multimedia.

Auf dem Reiter Erweitert schalten Sie unter anderem die in KDE integrierte Desktopsuche ein. Aus Performance-Gründen ist diese nach einer Standardinstallation deaktiviert. Möchten Sie aber auf dieses praktische Feature nicht verzichten, klicken Sie auf Desktopsuche und setzen bei den Diensten Strigi und Nepomuk und Strigi jeweils eine Checkbox. Ebenfalls unter den erweiterten Einstellungen legen Sie fest, wie KDE vorgehen soll, wenn Sie zum Beispiel einen USB-Sticks an den Rechner anschließen oder eine DVD ins Laufwerk einlegen. Klicken Sie dazu auf Geräte-Aktionen.

Ebenfalls leicht ändern lässt sich das KDE-Menü von OpenSuse. Bevorzugen Sie anstelle des neuen, kompakten Menüs ein klassisches im Stil von KDE 3 oder Windows, dann klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das OpenSuse-Symbol und wählen hier den Eintrag Zum klassischen Menüstil wechseln.

Beenden

Um den Rechner herunterzufahren oder die KDE-4-Sitzung zu beenden, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops und wählen Verlassen. In einem zweiten Dialog können Sie sich dann entscheiden, ob Sie sich nur abmelden, den Rechner ausschalten oder neu starten möchten. Halten Sie die Maustaste im Ausschaltmenü gedrückt, erscheinen auch Einträge für den Ruhezustand oder Tiefschlaf des Rechners (mhi).

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