Wie jedes neue Release bringt auch Ubuntu 9.10 von praktisch jedem Programm eine neue Versionsnummer mit, egal ob Kernel, Browser, grafische Oberfläche oder Editor. Dieser Artikel beschreibt deshalb nicht jede Detailänderung sondern nur die wichtigsten Komponenten. Er beschränkt sich dabei auf die Gnome-Version, bei Kubuntu, Edubuntu, Xubuntu, Mythbuntu und den weiteren Ubuntu-Derivaten gibt es naturgemäß auch zahlreiche Neuerungen.
Auf dem Desktop
Wer Ubuntu bereits seit längerem nutzt, dem fällt gleich beim ersten Start das neue Theme mit der dunkelbraunen Fensterdekoration und den orangefarbenen Symbolen auf. Das Theme weckt Erinnerungen an die erste Ubuntu-Version 4.10, die vor 5 Jahren das Licht der Welt erblickte. Durch das aktuelle Gnome (in Version 2.28.1) und weitere neue Systemkomponenten sowie Anpassungen von Canonical haben sich jedoch auch weitere Dinge verändert.
So gibt sich der Systemabschnitt des Panels in der linken oberen Bildschirmecke ganz in Grau und die Benachrichtigungen haben optisch einen zusätzlichen Feinschliff erhalten. Bei beiden Elementen sind deutliche Ähnlichkeiten mit Mac OS X zu sehen.
Optisch überarbeitet haben die Ubuntu-Entwickler den Netzwerkmanager, komplett neu gibt sich die Lautstärkeregelung. Wer hier nach Reglern für Master, PCM und so weiter sucht, wird nicht fündig. Stattdessen zeigt das Frontend zu Pulseaudio lediglich eine Eingabelautstärke und eine Ausgabelautstärke an.
Die zusätzlichen Regler hängen von den benutzten Anwendungen ab, die normalerweise über eine eigenen Lautstärkeregelung verfügen. Auf dem Reiter Klangeffekte lassen sich zudem Töne für das Öffnen und Schließen von Fenstern sowie Fehlermeldungen festlegen.
Rechner mit Bluetooth-Adapter profitieren von einem stark überarbeiteten Gnome-Bluetooth-Framework. Damit lassen sich Dateien problemlos auf ein Handy übertragen oder von einem Mobiltelefon aus empfangen. Komplett neu im Systemabschnitt ist das Brief-Symbol. Es zeigt nicht etwa die neuen Mails an, sondern bietet den Start des Instant Messengers Empathy und der Mailprogramms Evolution zur Auswahl an. Empathy löst in dieser Ubuntu-Version das Programm Pidgin als Standard-IM-Client ab.
Für Nutzer, die öfter Screenshots machen, bringt Ubuntu 9.10 nun endlich ein eigenes Tool mit. Sie finden es unter Zubehör | Bildschirmfoto aufnehmen. Es schließt sich aber nach jedem Bildschirmfoto automatisch, sodass es als Ersatz für Ksnapshot oder Gimp noch nicht in Frage kommt.
Neues Software-Center
Neben dem weiterhin standardmäßig vorinstallierten Paketmanager Synaptic bringt Ubuntu 9.10 eine Art App-Store mit, das so genannte Software-Center. Es erleichtert vor allem Neueinsteigern die Programminstallation, da es in der Trefferliste nur Programme anzeigt, keine Bibliotheken oder devel-Pakete. Aktuell bringt das Software-Center nur gratis verfügbare Programme mit, in Zukunft möchte Canonical auch eine echte Shop-Funktion einbauen.





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