Das bringt Lenny

(c) debian.org

Die wichtigsten Neuerungen in Debian 5.0

15.02.2009
In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar hat das Debian-Projekt die Mirrors mit Version 5.0 befüllt. Lesen Sie hier, welche Neuerungen Lenny bringt.

Zum Valentinstag hat es endlich geklappt: Lenny rollt vom Band. Seit dem letzten stabilen Release vom April 2007 (Debian 4.0 Etch) sind nicht einmal zwei Jahre vergangen. Das neue Release unterstützt folgende Architekturen (armel ist neu):

alpha amd64 arm armel hppa i386 ia64 mips mipsel powerpc s390 sparc

Als Kernel kommt Version 2.6.26 zum Einsatz, den Support für Kernel 2.4 haben die Entwickler mit Lenny eingestellt, wer noch auf den alten Kernel angewiesen ist, bleibt deshalb vorerst am besten bei Debian 4.0.

Ebenfalls eingestellt haben die Entwickler den Support für die 32-Bit-Sparc-Version V8, Apache 1 und Xmms 1. Für Xmms und Apache bietet jeweils Version 2 Ersatz, wer noch einen 32-Bit-Sparc-Rechner betreibt, muss auf das Update verzichten. Die kompletten und sehr umfangreichen Release-Notes für sämtliche Architekturen finden sich unter http://www.debian.org/releases/lenny/releasenotes

Desktop

Für den einfachen Heimanwender wartet das neue Debian mit einem komplett grafischen Installer auf. Die Installation von Lenny gestaltet sich in etwa gleich einfach, wie bei den Mainstream-Distros Ubuntu und OpenSuse. Als Standarddesktop kommt Gnome in Version 2.22 zum Einsatz, KDE ist in Version 3.5.9 vertreten (mit zahlreichen Backports aus KDE 3.5.10), KDE-4-Fans müssen auf Pakete im unstable-Zweig zugreifen. Deben den zwei großen Desktopumgebungen unterstützt Lenny auch die leichteren Desktops XFCE und LXDE sowie eine Handvoll alternativer Fenstermanger.

Als X-Server kommt Version 7.3 zum Einsatz. Von OpenOffice bringt Debian 5.0 Version 2.4 mit, der Firefox-Klon Iceweasel ist in Version 3.0.5 auf den Datenträgern.

Die Stromsparfunktion für das automatische Hoch- und Heruntertakten von Prozessoren ist nun bei Notebooks automatisch aktiviert, auch Multimedia-Tasten wie sie heute die meisten Keyboards mitbringen soll das neue Debian von Haus aus unterstützen.

Lenny bietet nur noch im Backport-Repository Flashplayer-Pakete an, als Ersatz bringt die Standardinstallation bereits das Paket swfdec-mozilla mit.

Server

Auf der Serverseite verzichtet die neue Debian-Version auf den Support für den Logical-Volume-Manger EVMS, dafür unterstützt sie die Virtualisierungslösung KVM. Als Protokollisierungstool ersetzt das neue Rsyslog den alten Kernel-Logdaemon klogd/sysklogd. Das Monitoringtool Nagios ist nun in Version 3 vertreten, von MySQL und Postgres bringt Lenny die Version 5.0.51 bzw. 8.3 mit. Den GNU Compiler haben die Entwickler auf Version 4.3 aufgefrischt, die Glibc kommt in Version 2.7.

Installation

Der neue Debian Installer unterstützt über den neuen Kernel deutlich mehr Hardwarekomponenten, dazu gehören auch einige SATA-RAID-Controller. Dank Braille-Support können auch Blinde und Sehkranke Lenny installieren. Während der Installation lassen sich mehrere Medien nutzen, zudem gibt es neben CDs und DVDs erstmals auch Blueray-Medien für die Installation.

Auf 32- und 64-Bit-Rechnern lässt sich die Installation auch von Windows aus starten. Findet das Installationsprogramm eine Hardware im Rechner, die eine proprietäre Firmware benötigt, dann verlangt der Debian Installer nach einer entsprechenden CD/DVD.

Das Bootmenü ist neu isolinux-basiert. Der Bootloader Grub nutzt zum Starten einer Installation zudem die Festplatten-ID anstelle der Gerätedatei.

Das Update von Debian 4.0(r7) sollte wie gewohnt über ein apt-get distupgrade funktionieren, wobei man zunächst die Liste der entfernten Pakete überprüfen sollte. Die Release-Notes weisen explizit darauf hin, das Upgrade nicht per Fernlogin oder unter einer grafischen Oberfläche durchzuführen, da es beim Upgrade zu einem Neustart der Netzwerkdienste und des X-Servers kommen kann.

Unbedingt achten sollte man auf den Bootloader. Lenny setzt ein Init-Ramfs ein, das für LILO zu groß ist, weshalb Grub als Standard-Bootloader zum Einsatz kommt. Wer unbedingt bei LILO bleiben möchte, muss dazu die Datei /etc/initramfs-tools/initramfs.conf anpassen, damit LILO nur die benötigten Module einbindet.

Pakete

Das neue Debian umfasst über 25000 Pakete, das sind fast 10000 mehr als bei Debian 4.0. Eine Liste sämtlicher Paketänderungen findet sich hier.

Download

Debian 5.0 gibt es auf http://debian.org/CD/ in verschiedenen Varianten zum Download. Wer über eine entsprechende Internetanbindung verfügt, installiert am besten über die Netinstall-CD.Die Webmaster freuen sich zudem über Bittorrent-Downloads, welche die Spiegelserver entlasten. Das komplette Repository erhält man zudem über ein Blue-Ray-Image. Ansonsten gibt es die üblichen Download-Medien im CD- und DVD-Format als ISO-Abbilddatei.

Für Thiemo

Das Debian-Team hat dieses Release Thiemo Seufer gewidmet. Der Debian-Entwickler verstarb am 26. Dezember 2008 bei einem tragischen Autounfall. Thiemo war Mitglied des Debian-Release-Teams und als Kernelentwickler unter anderem für den MIPS-Port verantwortlich.

Ähnliche Artikel

Kommentare
KDE 4.2
Seraphyn Christian M. Grube, Sonntag, 22. Februar 2009 12:49:17
Ein/Ausklappen

Wer ews unbedingt braucht:
deb http://www.debian-desktop.org/pub/linux/debian/kde42 lenny kde42
deb-src http://www.debian-desktop.org/pub/linux/debian/kde42 lenny kde42

Infos hier :http://www.debian-desktop.org/doku.php


Bewertung: 197 Punkte bei 37 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht