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In die Röhre schauen

Das Spiel zum Wochenende: Vertigo

07.05.2011
Wenn man ein langes Abwasserrohr in psychedelischen Farben anstreicht und dann Eiskugeln und Feuerbälle hinein wirft, entsteht daraus ein spaßiger Reaktionstest.

In Vertigo kontrolliert der Spieler eine kleine Kugel, die unaufhaltsam eine lange Röhre hinab rollt. Dabei kommen ihr vom anderen Ende zerstörerische Eis- und Feuerbälle entgegen, denen sie gemeinerweise nicht ausweichen kann. Zum Glück hat sie zwei Schutzschilde an Bord: Eines gegen Eis und eines gegen Feuer.

Abbildung 1: Zu Beginn muss die eigene Kugel im Vordergrund lediglich die Form des gerade auf sie zurollenden Balls annehmen.

Wechselspiel

Während die eigene Kugel durch den Tunnel läuft, wechselt man passend zum herannahenden gegnerischen Ball möglichst schnell das Schutzschild. Ist man zu langsam und trifft beispielsweise eine Feuerkugel bei aktiviertem Eisschild, verringert sich dessen Energie. Ist die Energie komplett aufgebraucht, explodiert die eigene Kugel bei der nächsten Kollision und das Spiel ist beendet. Ziel ist es, möglichst viele beziehungsweise alle vorhandenen Röhren bis zum Ende zu durchlaufen.

Abbildung 2: Trifft man mit dem falschen Schild auf eine gegnerische Kugel, zehrt das an der verfügbaren Energie. Den noch verbleibenden Rest zeigen die Balken am unteren Rand an.

Damit dieser Reaktionstest nicht zu langweilig wird, erhöht Vertigo mit zunehmender Laufzeit die Geschwindigkeit. Darüber hinaus hat sich der jordanische Entwickler Ahmad Amireh noch ein paar fiese, alternative Spielmodi einfallen lassen. So rasen im Doggy-Modus immer ein Eis- und ein Feuerball gleichzeitig auf die eigene Kugel zu, die zudem jetzt nur noch eines der beiden Schilde besitzt. Über die Pfeiltasten muss man das rollende Geschoss dann jeweils mit dem passenden Gegner kollidieren lassen. Nervebreak trägt seinen Namen schließlich zurecht: Hier gilt es die Feuerbälle mit aktiviertem Eisschild und die Eisbälle mit aktiviertem Feuerschild zu treffen. Das klingt einfacher, als es tatsächlich ist.

Abbildung 3: Durch eine Lenkbewegung muss man hier die gleich aussehende Kugel treffen. Das Schachbrettmuster rotiert übrigens im Spiel und irritiert so zusätzlich.

Startschuss

Für Linux steht Vertigo derzeit als .tar.bz2-Archiv im unteren Teil seiner Homepage zum Download bereit [1]. Man muss das Archiv lediglich auf der Festplatte entpacken und dann in einem Terminalfenster im Unterverzeichnis bin das Skript ./play_vertigo.sh aufrufen. Fertige Pakete für Ubuntu und Debian will der Entwickler noch nachreichen.

Abbildung 4: Vor dem Spielstart verrät Vertigo den Spielmodus und die Aufgabe.

Im Startbildschirm wechselt man mit Play direkt zur Level-Auswahl. Die Pfeiltasten nach links und rechts suchen eine Röhre aus, die Eingabetaste betritt sie. Vertigo zeigt dann noch kurz den Spielmodus, die dabei zu lösende Aufgabe, sowie Hinweise zur Steuerung. Mit der Leertaste wechselt man das Schild, die Pfeiltasten (oder alternativ [a] und [d]) rollen die Kugel nach links und rechts.

Fazit

Vertigo ist eigentlich ein äußerst simples Reaktionsspiel. Wenn man jedoch einmal ein paar Röhren durchlaufen und somit den Dreh raus hat, kramt man es immer mal wieder hervor. Besonders herausfordernd ist der Nervebreak-Modus, indem sich alle Verhältnisse umkehren. Das lässt dann nicht nur die Tastatur, sondern auch die Hirnwindungen qualmen.

Die Vertigo-Homepage startet den Versuch, so etwas wie eine Hintergrundgeschichte zu erzählen [1]. Die Erkundung von vulkanischen Planeten hat man aber spätestens nach dem ersten Spielstart schon wieder vergessen.

Abbildung 5: Geschwindigkeitsunschärfe- und Explosionseffekte sorgen für eine stimmige Atmosphäre.

Die Grafik ist einfach und zweckmäßig, Dank der Effekte jedoch nett anzusehen. Die animierten und in sich drehenden Röhren erfordern eigentlich nicht nur einen fetten Epilepsie-Warnhinweis, sie lenken auch bewusst leicht vom Spielgeschehen ab und erschweren somit den Reaktionstest weiter.

Unter dem Strich gilt auch für Vertigo wieder einmal die Formel: Einfach zu erlernen, schwer zu meistern – und somit genau das Richtige für Zwischendurch.

Vertigo

Bezugsquelle: http://www.vertigo-game.com/
Entwickler: Ahmad Amireh
Lizenz: GPL
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://www.vertigo-game.com/

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