Alles dreht sich

Das Spiel zum Wochenende: Kreiselball

Das Spiel zum Wochenende: Kreiselball

14.11.2009
Normalerweise steuert man in Spielen immer den Helden. In Kreiselball kontrolliert man einen verrückt dreinblickenden Smiley, indem man seine gesamte Umgebung dreht.

Das Geschicklichkeitsspiel von 93-interactive verfrachtet einen knuddeligen kleinen Ball in ein Labyrinth. Die Schwerkraft zieht ihn stets nach unten, von Wänden prallt er wie ein Flummi ab. Dummerweise hat man als Spieler keinen direkten Einfluss auf den Ball. Stattdessen dreht man einfach die gesamte Umgebung um ihn herum, macht so die Seitenwand zur Decke, die Decke zum Fußboden und anschließend alles wieder Retour.

Vor dem Start eines Levels sieht man seine komplette Karte, danach nur noch die direkte Umgebung des Balls.

Modus Operandi

Auf diesem Konzept aufbauend, bietet Kreiselball zwei verschiedene Spielmodi: Im Rennen muss man den Flummi so schnell wie möglich durch das Labyrinth zu einem schwarz-weiß karierten Zielbereich bugsieren. Das klingt zunächst einfach, wird durch verschiedene Bonus-Gegenstände jedoch zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Mal versperren Kisten den Weg, einige Wände hängen nur an wabbeligen Seilen und mit Speerspitzen besetzte Kreise brummen dem Spieler bei Berührung 3 Strafsekunden auf.

Durch Drehen der Umgebung lässt man den Ball rollen, der passende Grimassen zur Situation schneidet. Die braunen Wände durchbricht man übrigens mit ordentlich Anlauf.

Der Puzzel-Modus verlangt noch etwas mehr Hirnschmalz. In ihm verteilt das Spiel viele bunte Kreise auf der Karte. Triff der Ball auf einen Kreis und haben beide dieselbe Farbe, so löst sich der Kreis auf. Spezielle, strategisch auf der Karte platzierte Diamanten färben bei Berührung den Ball um. Ziel ist es, schnellstmöglich sämtliche Kreise von der Karte zu tilgen. Auch hier liegen wieder die erwähnten Hindernisse im Weg.

Im Puzzelmodus gilt es zunächst den Ball einzufärben und dann die gleichfarbigen Scheiben zu zerstören.

Die erzielten Zeiten darf man in einer Online-Highscore-Liste mit denen von anderen Spielern vergleichen. Dies motiviert wiederum, bereits gemeisterte Karten noch einmal schneller zu lösen.

Probierhäppchen

Kreiselball lässt sich für knapp 8 Euro auf seiner Homepage ordern. Wer nicht die Katze im Sack kaufen möchte, probiert die kostenlose Demo aus. Im Gegensatz zur Vollversion kommt sie mit nur vier Karten (je zwei für die beiden Spielmodi), weniger Musikstücken und spricht ausschließlich Englisch. Nach dem Öffnen des zugehörigen Archivs wechselt man in das Unterverzeichnis Linux und entpackt das dort lagernde Paket. Kreiselball startet man dann durch den Aufruf von ./KreiselBall.sh in einem Terminalfenster.

Die Bedienung des Spiels ist kinderleicht: Mit den Pfeiltasten dreht man die Welt, die Rotationsgeschwindigkeit verlangsamt [Umschalt] und beschleunigt [Strg]. Über die Leertaste lässt man den Ball schließlich noch hüpfen.

Die Wände links oben verhalten sich wie wabbelige Ketten, das gelbe Geröll stört hingegen beim Weiterkommen.

Fazit

Kreiselball ist schnell erlernt, aber schwer zu meistern – also eigentlich genau das Richtige für die Mittagspause. Durch das immens hohe Spieltempo rotiert zwangsweise auch die Welt recht schnell, was wiederum bei empfindlichen Naturen Übelkeit oder Kopfschmerzen auslösen kann. Menschen mit der Neigung zum so genannten Motion Sickness sollten daher ebenso Abstand nehmen, wie Epileptiker. Die Grafik von Kreiselball ist für ein kommerzielles Spiel etwas mager und naiv geraten, selbst wenn es nur 8 Euro kostet. So ganz erschließt sich auch nicht die Forderung der simplen 2D-Grafik nach einer OpenGL-fähigen Grafikkarte.

Bezugsquelle: http://kreiselball.com
Lizenz: Kommerziell
Preis: 7,81 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Beschleunigung

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