Rollenspiel-Quickie

Dungeon Fray

Das Spiel zum Wochenende: Dungeon Fray

02.03.2013
Normalerweise brauchen Rollenspieler eine Menge Geduld. Es dauert, bis alle Schätze eingesammelt und der eigene Held an Erfahrung gewonnen hat. Doch das muss nicht sein: Der Programmierer Nitesh Gupta überrascht mit einem schnellen wie spaßigen Rollenspiel für die Mittagspause.

In Dungeon Fray ist alles auf das Wesentliche reduziert: Zu Beginn entscheidet sich der Spieler zwischen einem Krieger und einem Magier, gibt ihm einen Namen und betritt umgehend ein zufällig generiertes Verlies. Das passt komplett in das kleine Programmfenster und ist von Anfang an bis in den letzten Winkel einsehbar.

Da Dungeon Fray die Verliese zufällig aufbaut, sieht jedes anders aus.

Hau drauf

Den klassischen rundenbasierten Rollenspielen folgend, unterteilt Dungeon Fray das gesamte Verlies in rechteckige Felder. Auf einigen der Felder stehen Schatzkisten mit hilfreichen Bonusobjekten, auf anderen wiederum warten fiese Monster. Ziel des Spiels ist es, zunächst alle Monster zu erledigen und dann über ein spezielles Feld mit einem Portal zum nächsten Verlies zu wechseln. Dort geht dann das ganze Spielchen von vorne los.

Der Angriff des Kriegers gegen den Goblin darunter war erfolglos, während der Gegenangriff den Helden 7 Gesundheitspunkte gekostet hat.

Um ein Monster anzugreifen, klickt es der Spieler einfach mit der Maus an. Der Held setzt sich daraufhin in Bewegung und schlägt zu. Wie effektiv der Angriff war, hängt von der Erfahrungsstufe des Helden ab: Je höher seine Stufe, desto mehr Schaden fügt er dem Gegner zu. Der wiederum lässt sich die Attacke nicht gefallen und erwidert stets stupide jeden Angriff. Auch hier hängt der hinterlassene Schaden maßgeblich von der Erfahrungsstufe des Monsters ab. Man sollte sich folglich gut überlegen, ob man seinen Helden mit der Erfahrungsstufe 1 ein Monster der Stufe 3 angreifen lässt. Eine höhere Stufe verdient sich der Held automatisch nach mehreren Kämpfen.

Dass hier der Elfe für zwei Kampfrunden brennt und dabei einen größeren Schaden erleidet, erfährt man nur über die Statusmeldungen im unteren mittleren Fenster.

Kaufrausch

Wie in jedem guten Rollenspiel gibt es natürlich auch in Dungeon Fray Zaubersprüche. Die muss man sich allerdings erst mit Goldmünzen erkaufen, die man wiederum in den Schatztruhen findet, von einem erlegten Monster raubt oder durch den Verkauf von Zaubersprüchen einnimmt. Grundsätzlich können sowohl der Krieger als auch der Magier sämtliche Zaubersprüche aussprechen. Jeder der beiden besitzt jedoch einige Lieblingssprüche, die er besonders effizient anwenden kann. Der Magier heizt beispielsweise einem Gegner mit dem Flammenzauber mehr ein als der Krieger. Der richtet dafür mit einem Schwertzauber größeren Schaden an als der Magier.

In diesem Schirm darf man Heiltränke und andere nützliche Dinge nachkaufen – im Gegensatz zu anderen Rollenspielen sogar jederzeit.

Jeder Treffer frisst eine bestimmte Menge an Gesundheitspunkten (Health Points). Sind sie beim Helden gänzlich aufgebraucht, ist das Spiel zu Ende. Die Gesundheitspunkte frischen Heiltränke auf, die man ebenfalls erwerben muss. Solche mit kleinerer Wirkung kosten dabei weniger, als welche, die alle Gesundheitspunkte zurückbringen. Wer Glück hat, findet aber auch in einer der Schatztruhen direkt einen Zauberspruch oder einen Heiltrank. Mit genügend Kleingeld darf man schließlich noch einige Fähigkeiten des Helden verbessern, der dann beispielsweise noch effektiver angreifen kann.

Auch das Erreichen einer neuen Erfahrungsstufe belohnt Dungeon Fray mit ein paar Goldmünzen.

Dungeon Fray besitzt sogar eine Hintergrundgeschichte, die eine kurze Textseite zu Beginn des Spiels vorstellt und sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Eine mysteriöse Person lässt viele böse Monster frei, die man in ihre dunklen Verliese zurückdrängen soll. Im weiteren Verlauf spielt diese Geschichte jedoch keine Rolle mehr.

Geschlossene Gesellschaft

Nitesh Gupta hat zwar auf zahlreiche freie Musikstücke und Grafiken sowie quelloffene Softwarekomponenten zurückgegriffen, sein Spiel jedoch unter eine eigene und recht restriktive Lizenz gestellt. Zumindest derzeit ist Dungeon Fray noch vollkommen kostenlos auf den IndieDB-Seiten erhältlich [1]. Man muss dort nur in den downloads-Bereich wechseln und sich die Dungeon Fray 0.1 Alpha Demo herunterladen. Von der Bezeichnung Alpha Demo sollte man sich dabei nicht all zu sehr abschrecken lassen: Das Spiel funktionierte in unseren Tests bereits reibungslos.

Zu Beginn des Spiels hat man nur die Wahl zwischen einem Krieger und einem Magier. Ihre Fähigkeiten oder Eigenschaften kann man nicht weiter beeinflussen.

Das heruntergeladene ZIP-Archiv enthält sowohl die Windows- als auch die Linux-Version. Man muss das Archiv lediglich auf der Festplatte entpacken und das Programm dungeonfray starten. Anschließend folgt man den Anweisungen auf dem Bildschirm.

Nitesh Gupta bittet alle Spieler um Verbesserungsvorschläge und Fehlermeldungen. Für die nächste Version plant er unter anderem schon eine neue Helden-Klasse (Rouge), drei neue Zaubersprüche und eine verbesserte Benutzeroberfläche.

Hier hat der Magier in einer Truhe einen Steinschlag-Zauber gefunden.

Fazit

Dungeon Fray macht eigentlich alles falsch: Es setzt den Spieler vor eine minimalistische, um nicht zu sagen, hässliche Grafik, deckt die extrem kleine Spielwelt sofort auf, wirft nicht mit exotischen oder seltenen Gegenständen um sich, kennt nur eine Handvoll Zaubersprüche und bietet gerade einmal zwei Heldenklassen. Würde man ein Rollenspiel destillieren, so käme Dungeon Fray heraus. Und genau das macht paradoxerweise eine Menge Spaß. Zwar nicht auf Dauer, aber doch immer mal wieder für eine Mittagspause.

Da das Spiel die Karten zufällig aufbaut, entstehen durchaus auch unfaire Situationen. Um aus der Sackgasse zu entkommen muss hier beispielsweise ein Magier der Stufe 1 gleich ein Monster der Stufe 4 schlagen.

Dungeon Fray empfiehlt sich damit eigentlich auch für Rollenspieleinsteiger, die sich bislang von den Zahlenkolonnen und verwirrenden Zauberspruchsystemen der großen Titel haben abschrecken lassen. Dummerweise sind die nach dem Zufallsprinzip erzeugten Verliese extrem schwierig zu lösen. Nitesh Gupta ist sich dieses Problems bewusst und gelobt für die kommende Version Besserung. Seine Lizenzpolitik dürften aber auch dann noch viele als ungerecht empfinden.

Dungeon Fray

Bezugsquelle: http://www.indiedb.com/games/dungeon-fray
Entwickler: Nitesh Gupta
Lizenz: Eigene (Closed Source)
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.indiedb.com/games/dungeon-fray

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Einzelne Ausgabe
 

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Kommentare
Neue Version
Tim Schürmann, Montag, 04. März 2013 10:53:05
Ein/Ausklappen

Jetzt ist die Version 0.2 von Dungeon Fray erschienen, die zahlreiche neue Funktionen mitbringt. Unter anderem gibt es neue Monster und neue Zaubersprüche. Eine detaillierte Liste aller Neuerungen steht hier parat:

http://www.ubuntuvibes.com/...02-released-with-many-new.html


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