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Farbwechsel

Das Spiel zum Wochenende: Crack Attack

22.05.2010
Tetris im Farbrausch – so könnte man das suchterzeugende Spielprinzip von Crack Attack beschreiben. Obwohl das Denkspiel schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, sorgen die Mehrspielerpartien nach wie vor für ungebrochenen Spaß.

In einem Schacht stapeln sich mehrere farbige Würfel. Sobald das Spiel startet, drücken unaufhaltsam weitere Kistenreihen den Haufen langsam nach oben. Sobald er das obere Ende des Bildschirms erreicht, hat man verloren. Um dies zu verhindern, vertauscht man möglichst schnell einzelne Kistenpaare, so dass Reihen aus mindestens drei gleichfarbigen Würfeln entstehen. Diese verschwinden umgehend, wodurch alle darüber liegenden Kisten nach unten fallen.

Abbildung 1: Hier lösen sich gerade drei übereinander gestapelte Kisten auf.

Partnertausch

Gleichfarbige Kistenreihen darf man sowohl horizontal, als auch vertikal bilden, dummerweise aber die einzelnen Steine nur in der waagerechten vertauschen. Immerhin darf man einen Block mit einem benachbarten Leerraum "tauschen" und ihn so beispielsweise sukzessive in einen Abgrund schieben.

Der Kistenstapel wächst zunächst nur langsam von unten nach, mit zunehmender Spielzeit schieben sich die Reihen immer schneller in den Schacht. Verschnaufpausen gibt es nur, wenn man eine Reihe aus gleichfarbigen Steinen bilden konnte. Dann hält Crack Attack den Stapel kurz an, wobei man in dieser Zeit weitere Steine vertauschen und somit neue Reihen bilden darf.

Abbildung 2: Mit einem Druck auf die Leertaste, würde die orangefarbene Kiste rechts herunterfallen.

Müllabfuhr

Crack Attack bietet zwar auch einen Einzelspielermodus gegen den Computer, richtig viel Spaß macht aber erst eine Netzwerkpartie. Dabei versuchen zwei menschliche Spieler jeweils ihren eigenen Schacht leer zu räumen. Kann einer der beiden mehr als drei Steine in einer Reihe platzieren, fällt beim Gegner ein dickerer, roter Müllbrocken herab. Je mehr Klötzchen auf einmal verschwinden, desto größer fällt das fiese Geschenk aus. Der Block stört den Gegner so lange, bis er direkt an den Müllberg angrenzende Kisten eliminieren konnte. Dann verwandelt sich der rote Balken in mehrere herkömmliche Würfel, mit denen er normal weiterspielen kann.

Abbildung 3: Konnte der Gegner seine Röhre komplett leeren, erhält der Gegner diesen riesigen, roten Block.

Für Einzelspieler hält Crack Attack noch einen speziellen Solo-Modus bereit, in dem man so viele Punkte wie möglich sammeln muss. Die erhält man für getilgte Blöcke: Je mehr Kisten man in einem Zug auf einmal eliminiert, desto mehr Punkte schreibt Crack Attack dem eigenen Konto gut. Die besten Spieler ehrt schließlich die eingebaute Highscore-Liste. Doch Vorsicht: Wer mehrere Steine auf einmal löscht, generiert auch in diesem Spielmodus Müllbrocken, die dann aber gemeinerweise in den eigenen Schacht fallen. Crack Attack Profis dürfen zudem in einen X-treme Modus schalten, der über acht Spezialblöcke kennt - darunter beispielsweise Kisten, die kontinuierlich ihre Farbe wechseln.

Her damit!

Derzeit liegt Crack Attack noch einigen Distributionen bei, zur Installation genügt somit der Griff zum Paketmanager. OpenSuse-Nutzer finden im Games-Repo ein passendes Paket inklusive Abhängigkeiten [3]. Für weitere RPM basierte Distributionen liefert die Seite rpmfind entsprechende Fundstellen [4]. Auf der offiziellen Crack Attack-Homepage steht übrigens nur ein veraltetes Quellcodearchiv zum Download bereit, erst unter [2] findet sich die aktuelle Version 1.1.14.

Abbildung 4: None in der Ausklappliste Computer AI schaltet in den Solo-Modus. Eine Mehrspielerpartie startet man über das Register Server, der Gegner verbindet sich dann unter Client.

Die Steuerung ist so einfach wie simpel: Im Hauptfenster wählt man auf dem Register Solo die Spielstärke des Computergegners, stellt die Größe des Spielfensters unter Resolution ein, gibt sich einen Player name und klickt auf Start Game. Im Spiel verschiebt man die weiße Klammer mit den Pfeiltasten, ein Druck auf die Leertaste vertauscht die beiden enthaltenen Blöcke. Mit [Eingabe] erscheint die nachgeschobene Reihe sofort am unteren Rand des Schachts. Das ist zum Beispiel dann praktisch, wenn keine Züge mehr möglich sind. Per [Esc] gelangt man wieder zum Hauptfenster zurück.

Abbildung 5: Die roten Pfeile am linken Rand zeigen den Füllstand der Röhre des Gegners an.

Fazit

Crack Attack zieht das Spieltempo rasch an. Im Netzwerk sorgt das zusammen mit den fiesen Müllblöcke für rasante, launige Partien. Lediglich im Einzelspielermodus würde man sich wünschen, eine Weile ähnlich geruhsam wie in Tetris basteln zu dürfen. Das klappt in Crack Attack erst mit etwas Übung. Die Grafik ist einfach und zweckmäßig, aber dennoch hübsch anzusehen. Wer mag, darf die Müllblöcke mit seinen eigenen Bildern bekleben.

Auch wenn Crack Attack fast 10 Jahre auf dem Buckel hat und mehr als sichtlich von Tetris Attack auf dem seligen Super Nintendo inspiriert ist, macht es nach wie vor süchtig. Eine "kurze Runde" im Netzwerk kann so zu einer etwas ausgedehnten Mittagspause führen.

Crack Attack!

Bezugsquelle: http://aluminumangel.org/attack/
Entwickler: Daniel Nelson
Lizenz: GPL v2
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

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Kommentare
I Love Crack Attack!
Daniel Kottmair, Montag, 24. Mai 2010 23:28:40
Ein/Ausklappen

Ich liebe dieses Spiel, es macht süchtiger als Tetris! Ich habe das mal zwei Jahre lang jeden Tag im Zug gespielt wie ein Irrer und hatte am Ende ich glaub so um die 9000 Punkte Highscore. Ich hab auch die halbe Uni Augsburg damit infiziert über nen Freund! ;-) Das wirklich fiese am Solo-Modus ist, dass je besser du spielst, dich das Game gnadenlos dafür bestraft. D.h. je mehr man in einem Rutsch wegräumt (multiplikatoren!) umso fetter sind die Blöcke, die er dir draufschmeisst. Das ist anders als bei Tetris, wo man nach Wegräumen eines Vierers mit einem geleerten Spielfeld "belohnt" wird... Es ist quasi wie der Zweispieler-modus von Tetris (ich mein jetzt Gameboy-Tetris), nur dass man selbst die Blöcke abkriegt, und nicht der Gegner!

Die grauen Blöcke hätten aber noch erläutert werden sollen: Die kommen immer, wenn man schwarze Steine wegmacht, und die "unterbrechen" das Auflösen der Blöcke in Steine (aufeinanderliegende rote Blöcke lösen sich alle auf - bis zum ersten schwarzen Block!)


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