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Das KDE-Office

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KOffice 2.0 Beta 5 im Kurztest

18.01.2009 Mit Ausdauer arbeiten die KOffice-Entwickler an der ersten fertigen Version für KDE 4. Die LinuxCommunity hat sich die letzte Woche veröffentlichte Beta-5-Version genauer angeschaut.

Seit dem Frühsommer 2007 arbeiten die KOffice-Entwickler nun schon an Version 2.0, welche die freie Office-Suite auf den KDE-4-Desktop bringen soll. Updates zur KDE-3-Version KOffice 1.6.3 sind keine mehr geplant. Doch noch ist das neue KDE-Office weit von seinen Zielen entfernt. Diesem Artikel liegt Version 1.9.98.5-40 aus dem OpenSuse-Buildserver zugrunde. Die Tests führten wir unter KDE 4.2 rc1 durch.

KWord

Ähnlich wie Microsoft Works zeigt KWord beim Start nicht sogleich ein leeres Dokument an, sondern der Benutzer erhält einen Dialog zur Auswahl des gewünschten Dokumententyps beziehungsweise der zuletzt geöffneten Dokumente. Wer den Dialog in Zukunft umgehen will, markiert einfach die Option Immer diesen Dokumententyp wählen. Beim Layout haben die KOffice-Entwickler darauf geachtet, dass sämtliche Programme in einem einheitlichen Look-and-Feel erscheinen mit einem Toolbar zur Linken, der Dokumentenansicht in der Mitte und den Werkzeugpaletten auf der rechten Seite (Docker genannt). Auch wenn diese Ansicht für andere Programme und im Vollbildmodus eventuell nützlich ist, lässt sie KWord beim ersten Start ziemlich schlecht dastehen: Rund zwei Drittel des ganzen Fensters belegen Werkzeugflächen, das eigentliche Dokument ist so klein, dass man unmöglich damit arbeiten kann. Für ein vernünftiges Arbeiten mit diesem Layout benötigt der KOffice-Benutzer einen Bildschirm mit mindestens 1280 x 1024 Pixel.

Viele Werkzeuge sind schick, erleichtern aber die Arbeit nicht.

Eine weitere Gemeinsamkeit der KOffice-Programme besteht darin, dass gemeinsam nutzbare Komponenten tatsächlich nur einmal existieren und in allen Anwendungen mit der praktisch gleichen Komplexität zur Verfügung stehen. So nutzt KWord für Tabellen eigentlich KSpread-Objekte. Um ein Dokument mit einer einfachen Tabelle auszustatten muss man deshalb den Weg über Objekt hinzufügen | Verbindungen | Tabellen Objekt gehen. Ein entsprechender Eintrag im Einfügen-Menü fehlt hingegen. In den Tests plazierte KWord stets eine Standard-Tabelle von 6 x 8 Zellen, egal wie hoch oder breit wir den Tabellenrahmen aufzogen. Das nachträgliche Ändern der Tabelle über das Kontexmenü ist aber ziemlich umständlich und in neun von 10 Fällen quittierte KWord die Änderungen prompt mit einem Absturz.

Beta 5 bringt laut Announcement einen deutlich verbesserten Import und Export für OpenOffice-Dokumente mit. Zwar speichert KWord bereits seit längerer Zeit nativ im OpenDocument-Format, das KOffice-eigene Dateiformat entspricht jedoch nicht dem in OpenOffice implementierten Format.

In einem kurzen Test zeigte sich, dass zwar grundlegende Formatierungen übernommen werden, aber bereits bei einfachen Tabellen KWord entweder komplett abstürzt oder die Tabelle schlicht nicht anzeigt.Noch schlechter sieht es beim Export von in KWord erstellten Dokumenten aus: Er bietet als Standardoption das OpenDocument-Textformat an, was wiederum zu einem Crash führte. Nach dem dritten oder vierten Absturz war schließlich auch der Docker verschwunden

Schade, dabei bietet KWord auch ein paar sehr gute Ansätze und macht ein paar Dinge deutlich besser als OpenOffice. So zeigt das Programm zum Beispiel bei der Schriftauswahl gleich einen formatierten Beispieltext an und Bilder lassen sich beim Einfügen sehr einfach stufenlos drehen.

Eine passende Vorschau erleichtert die Schriftenauswahl.

KSpread

Auch die Tabellenkalkulation macht beim ersten Start keinen sehr seriösen Eindruck und zeigt als Standardtemplate keine leere Tabelle sondern einen Studentenausweis an.Im Unterschied zu KWord lässt sich mit KSpread nach dem Start jedoch sogleich arbeiten. Die Zellen haben eine vernünftige Größe und das Verhältnis von Dokument und Werkzeugen stimmt.

Formeln zeigt KSpread unten rechts an.

Doch schon bei der ersten Aufgabe (eine einfache Rechenoperation) stellt KSpread den Anwender vor ein großes Hindernis: Es fehlt die typische Eingabezeile für Formeln, wer seine Lieblingskalkulationen nicht auswendig weiß, muss den Weg über Einfügen | Funktion wählen. Die von Hand oder über den Assistenten eingefügte Formel erscheint dann rechts unten im Docker unter den Werkzeugoptionen.

Die geplante Zusammenarbeit mit den einzelnen KOffice-Komponenten klappt hier deutlich besser, so konnten wir in den Tests problemlos eine Textbox einfügen und die Größe frei festlegen. Lediglich beim versuchten Anpassen des typischen Blindtextes verweigerte KSpread die Zusammenarbeit und ließ den kompletten Text verschwinden. Ebenfalls gut gemeistert hat KSpread die Zusammenarbeit mit OpenOffice. Das Speichern und Laden von unformatierten Tabellen gelang problemlos, lediglich mit den Diagrammen hatte KSpread seine Mühe. Das gilt aber auch für OpenOffice Calc, welches mit einer 27° gedrehten Tabelle nichts anzufangen wusste. Immerhin gab sich die Tabellenkalkulation sehr stabil und ist in den Tests kein einziges Mal abgestürzt.

Mit dem gedrehten Diagramm war OpenOffice Calc beim Import überfordert.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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