Die frisch erschienene Beta-Version des kommenden Fedora 30 gewährt in Form der Silverblue-Variante einen vielversprechenden Ausblick auf die Zukunft des Linux-Desktops, findet Chefredakteur Jörg Luther.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
wie wir in der Redaktion aus Erfahrung wissen, sind Sie keine großen Freunde der Beta-Releases von Distributionen. Trotzdem trauen wir uns hier und da mal, eine solche auf die Heft-DVDs zu packen, wenn wir glauben, dass es da etwas Besonderes zu sehen gibt. Auch bei dieser Ausgabe waren wir diesbezüglich in Versuchung – das Objekt der Begierde wäre die ursprünglich für den 26. März angekündigte Fedora-30-Beta gewesen. In bester Tradition hat das Projekt die Freigabe aber dann auf den 2. April verschoben, zu spät für diese Ausgabe.
Beim Community-Ableger von Red Hat läuft seit ziemlich genau einem Jahr ein Unterprojekt [1], das sich mit einem der ältesten und hartnäckigsten Hemmschuhe für die Verbreitung von Linux auf dem Desktop beschäftigt: der Software-Verteilung. Gerade Ein- und Umsteiger verwirrt das freie System seit jeher mit diversen Paketformaten für Software, wobei man das jeweils passende aus dem korrekten Repository ziehen muss.
Drei recht unterschiedliche Lösungsansätze zur distributionsübergreifenden Software-Verteilung versuchen seit einiger Weile, diesen Knoten aufzudröseln: Das distributionsagnostische AppImage, Canonicals Snap und das im Fedora-Umfeld entstandene Flatpak. Einen ausführlichen Grundlagenartikel zu Letzterem finden Sie in diesem Heft ab Seite 92.
Das Fedora-Teilprojekt Silverblue [2] hat sich das ambitionierte Ziel gesteckt, die komplette Distribution auf das Flatpak-Format umzustellen. Darüber haben wir anlässlich des Fedora-29-Releases schon näher berichtet [3]. Mit dem kommenden Fedora 30 wird erstmals eine Variante erscheinen, die das vollumfänglich demonstriert – und damit den Ausblick auf eine vielversprechende mögliche Zukunft des Linux-Desktops gewährt. Wenn Sie selbst einmal einen Blick darauf werfen wollen: Die Beta-Version von Fedora 30 Silverblue steht zum Download bereit [4] und macht schon jetzt einen hervorragenden Eindruck.
Wir werden uns das zukunftsweisende Projekt dann anlässlich der endgültigen Freigabe näher ansehen und ausführlich darüber berichten. Das passiert aber frühestens in der übernächsten Ausgabe: Derzeit peilt das Fedora-Projekt den 30.04. oder 07.05. als Release-Termin an [5]. Wir müssen uns also auf alle Fälle bis nach Ostern gedulden.
Herzliche Grüße,
Jörg Luther
Chefredakteur
Infos
- 1. Geburtstag von Silverblue: https://blogs.gnome.org/mclasen/2019/04/03/silverblue-at-1/
- Silverblue: https://silverblue.fedoraproject.org
- F29 mit Silverblue und Wayland: Ferdinand Thommes, “Baukasten-Prinzip”, LU 01/2019, S. 42, http://www.linux-community.de/41256
- F30 Silverblue Beta: https://silverblue.fedoraproject.org/download
- Fedora-Roadmap: https://fedoraproject.org/wiki/Releases/30/Schedule



