Wine auf dem Radar von Microsoft

Wine auf dem Radar von Microsoft

Ja, ich weiß, eigentlich ist das eine Linux-Seite und wen kümmert was der Softwareriese aus Redmond macht. Ein nicht uninteressanter Aspekt ist jedoch dieser: Einen für Linux-Nutzer interessanten Aspekt hat aber Microsofts “Genuine Advantage” Programms, welches die Software-Piraterie eindämmen soll und in Zukunft nur registrierten Besitzern einer echten Lizenz die Versorgung mit Sicherheits-Updates und Goodies sichern soll.

Unlizensierte Kopien sollen diesbezüglich nicht mehr den gleichen Support erhalten. Dazu dient das Programm GenuineCheck.exe (MD5 Hash = 05499eaa4d4f55af32f5b14561ee7e55), das sich von der MS-Webseite herunterladen lässt.

In den Strings dieses Programms findet sich eine Referenz zu einem Registrierungseintrag, der eingefleischten Wine-Usern bekannt vorkommen könnte: SOFTWARE\Wine\Wine\Config Dieser kleine String ist der erste Wine-spezifische Test, den Microsoft in ein Programm einbaut.

Die Wine-Entwickler hingegen nehmen es gelassen und bitten Entwickler aus Redmond, Bugreports an die Bugzilla-Datenbank von Wine einzuschicken. (Quelle [1] News vom 17.2.2005).

BEnjamin

[1] http://www.winehq.org/site?news=archive

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
12 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Benjamin Quest
21 Jahre her

Ich schrieb eigentlich (sinngemäß) daß Benutzer von Firefox Browsern beim Besuch der MS Webseite das Progrämmchen “aufgedrückt bekommen”. Aber hier ist nochmal die Originalmeldung in Englisch: Microsoft’s new Windows Genuine Advantage program seeks to curb software piracy by allowing downloads only to licensed copies of their operating systems. To do this, an executable named GenuineCheck.exe (MD5 hash = 05499eaa4d4f55af32f5b14561ee7e55) gets downloaded if you go to their website with Firefox. If you happen to look at the strings in that file, you’ll notice a reference to a registry key that looks curiously familiar: SOFTWARE\Wine\Wine\Config. That little string, albeit subtle, happens to… Mehr »

Florian L. Klein
21 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest

Wenn Microsoft auf diese Art prüft, ob eine Software rechtmäßig installiert ist, muss dies zumindest so weit gewährleistet sein, dass legalen Kunden der Support nicht verweigert wird. Wer 400 Euro für M$ Office ausgibt und dieses unter Wine betreibt, hat nicht weniger Anspruch auf Support als wenn er es unter Windows installiert. Schließlich hat er ja nicht für Windows, sondern für M$ Office bezahlt.

/.
DocSnyder.

Benjamin Quest
21 Jahre her

Ich gebe Dir vollkommen Recht, nur befürchte ich, daß diese 0.025% der Nutzer des MS Officepakets sehr wahrscheinlich in die Röhre gucken werden, und zwar solange, bis der Europäische Gerichtshof dieserlei Geschäftspraktik als widerrechtlich durchsetzt. Aber im Grunde sind das noch ungelegte Eier und bestimmt ist im Lizenzvertrag von MS Office eine Klausel, daß Du alle Ansprüche verlierst, wenn du die SOFTWARE nicht unter MS-zertifizierten Betriebssystemen oder Emulatoren benutzt.

Wer wettet dagegen?

Benjamin Quest
21 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest
GoaSkin
21 Jahre her

So einfach ist das mit dem Supportanspruch generell nicht. Bei jeder gekauften Software gibt es einen Hinweis Systemvoraussetzungen. Handelt es sich um Linux-Software, liest man meist ein paar Distributionen mit Versionsnummer, bei Windows-Software hingegen werden bestimmte Windows- Versionen vorausgesetzt. Bei sehr wenigen Windows-Applikationen wird sogar WINE(X) erwähnt. Dennoch… man muß hier einmal WINE wie eine andere Windows-Version betrachten… ein Linux- Programm, das auf dem Papier schlicht SuSE oder Redhat verlangt, aber trotzdem unter Debian nutzbar ist, kann zwar verwendet werden, aber man kann sich dabei keinen Gewährleistungsanspruch erwarten. Genauso gibt es Windows-Applikationen, die XP voraussetzen, aber auch unter Windows 98… Mehr »

Benjamin Quest
21 Jahre her
Reply to  GoaSkin

Jein. Nur es ist eben nicht Rechtens jemanden vom Support auszusperren, WEIL er sein Officepaket unter WINE betreibt. Wenn das so liefe, würden Codeweavers und WINE frohlockend vor ein amerikanisches Gericht ziehen und reich werden [1]. Was MS tun kann, ist, bei einem Scheitern des Patches den Support verweigern, weil es nicht unter den Systemvoraussetzungen durchgeführt wurde. Ergo wird es eher so laufen, daß es keine Gewährleistung gibt wenn nach dem Patch etwas nicht mehr läuft, und um diese Gewährleistung “rechtmäßig” zu verweigern, braucht man halt das kleine Spywareprogrämmchen. Dabei sollten sie froh sein, daß es noch genug MS-Office-Abhängige gibt,… Mehr »

GoaSkin
21 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest

Wenn man Verantwortliche in Unternehmen fragt, ist der häufigste genannte Grund dafür, daß Linux auf dem Desktop kaum bis garnicht zum Einsatz kommt die Tatsache, daß es kein MS Office für Linux gibt. Den Mitarbeitern möchte man noch eher ein anderes Betriebssystem zumuten, als andere Büroapplikationen, da man Angst davor hat, daß die Mitarbeiter mit anderer Software für das tägliche Geschäft nicht umgehen können oder wollen. Schulungen kosten genauso Geld wie ein Produktivitätsverlust, mit dem man rechnen muß. Anders sieht es mit dem Browser und dem E-Mail- Programm aus – da traut man den Leuten eher zu, daß sie sich… Mehr »

Benjamin Quest
21 Jahre her
Reply to  GoaSkin

Natürlich ist es taktisch unklug ein MS-Office für Linux rauszubringen. Es ist für MS überhaupt nicht machbar den “Preis” von OpenOffice zu unterbieten. Und auch der von Staroffice wird schwer zu unterbieten sein. Meine utopische – und nicht ganz ernst gemeinte – Überlegung war auch eher die, daß es für MS überlebensnotwendig werden könnte ein MS-Office für Linux rauszubringen. Und das besser schnell, weil sonst ist auch dieser Markt erOOodiert. Dennoch wird es illegal sein, ein Update wegen einer (Nicht)-emulation zu verweigern. Sie dürfen gerne keine Rücksicht auf WINE nehmen und Codeweavers muß dann halt sehen wie es mit Office-Patchen… Mehr »

Ulrich Wolf
21 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest

Hallo Benjamin, Deine Quelle war die einzige, die sich so interpretieren ließ, dass der Download eines beliebigen Binaries über den Firefox “heimlich” geschehen kann. Ich habs ausprobiert. Hier der Ablauf: MS bietet ein paar kleine Tools auf seiner Website zum Download an (Anti-Spyware zb). Wenn man die haben will, wird man informiert, dass man die nur kriegt, wenn man am “Genuine Windows” Programm teilnimmt. Sagt man “Weiter” kommt man auf eine Seite, die fragt, ob ich jetzt meinen Computer prüfen will oder nicht. Egal was man da antwortet, mit dem Firefox (und wahrscheinlich jedem anderen Browser außer IE inklusive ActiveX)… Mehr »

Benjamin Quest
21 Jahre her
Reply to  Ulrich Wolf

OK! Dann habe ich das überinterpretiert, danke für die Klarstellung.

Also muß ich ein Stückchen Spyware von MS herunterladen, um mich vor Spyware zu schützen … naja, einen Link auf die Spybot S&D Homepage [1] oder gar auf Linux-Seiten kann man von MS auch nicht erwarten :-)
b.

[1] http://www.safer-networking.org/de/index.html

Oliver Kluge
21 Jahre her
Reply to  Benjamin Quest

>Also muß ich ein Stückchen Spyware von MS

Wieso ist das Spyware? Was genau macht dieses Programm denn? Das hat bislang noch niemand geschrieben.

Und selbst wenn es Konfigurationsdaten an Microsoft übermitteln sollte (was wir ja noch nicht wissen), da es der Benutzer _freiwillig_ selbst installiert und startet, und vorher darauf hingewiesen wurde, dass er am Genuine-Programm teilnehmen muss, kann man das wohl kaum als ausspionieren bezeichnen…

Benjamin Quest
21 Jahre her
Reply to  Oliver Kluge

Stimmt, aber “Pistole-auf-die-Brust-Ware” ist viel komplizierter zu tippen. Ein Programm, das für die Übermittlung von Authentifizierungsinformationen nebenbei nach einem WINE Eintrag sucht (WAS HAT WINE MIT DER REGISTRIERUNG VON WINDOWS ZU TUN), übermittelt auf jeden Fall schonmal eine Information, die für eine Authentifizierung der Windowsversion völlig irrelevant ist. Ob diese Information gespeichert und genutzt wird, weiß ich nicht, kann mir aber sehr gut vorstellen, daß diese Information – anonymisiert wie ich wenigstens hoffe – ins Datamining von MS einfließt. Und der Anwender wird mit Sicherheit nicht gefrage welche Informationen er denn gerne übermitteln möchte. Ob ich WINE oder Crossover benutze,… Mehr »

Nach oben