Die Entwicklerfirma NaN, und mit ihr die von ihr entwickelte 3D Modellier- Render- und Animations-Software Blender, steht wohl entgültig vor dem Aus. Die Idee des Firmengründers Ton Roosendaal, Blender zumindest teilweise als Open Source freizugeben, wurde von einem der Hauptanteilseigner zurückgewiesen.
Auch die Pläne, ein kleines Büro in Amsterdam sowie eine Website als Anlaufstelle für Blender User einzurichten, sind damit hinfällig. Die offizielle Homepage http://www.blender3d.com ist seit einigen Tagen nicht mehr erreichbar.
Zwar konnte Blender den kommerziellen und entsprechend teuren 3D Software-Paketen nicht ganz das Wasser reichen, jedoch steckt eine Menge Potential in diesem Programm, das bis zur Version 2.23 sogar kostenlos war. Dieses Potential wird nun, wenn sich nichts entscheidendes mehr ändert, ebenfalls “begraben”.





Grr, jetzt habe ich mir gerade dieses Blender-Plugin für den Browser beschafft und wollte das mal austesten. Hat da jemand irgendwo einen Link, auf dem man sich mal ein paar Beispiele für diese Plugin-Geschichte ansehen kann? Der einzige mir bekannte ist nämlich dummerweise nur der von Blender selbst. Wie offen und vollständig war der Source denn verfügbar? Hätte man mit dem offenen Teil weiterarbeiten können?
Hallo Thomas,
der Source Code war niemals offen. Die Idee Ton Roosendaals war folgende: sollte sich kein Käufer finden, der NaN hätte retten können, so könnte der Code teilweise – soweit mir bekannt ist, ohne den interaktiven Teil (also Blenders Game-Engine) – freigegeben werden, um Blender am “Leben” zu erhalten. Das jedoch wurde vom Hauptanteilseigner, einem niederländischer Investor, geblockt.
Gruß Andreas
Könnte man nicht die Produkte aller Softwarefirmen, die Pleite gehen, automatisch zu OpenSource machen?
Bisschen utopisch vielleicht, aber …
@Pleite
Hmm, ich befürchte das diese Produkte sozusagen als “immateriele Vermögensgegenstände” zur Konkursmasse gezählt werden, denn vielleicht will ja jemand diese Software übernehmen und weiterentwickeln, so das diese Produkte erst dann frei werden könnten, wenn niemand sie kaufen will. Und schliesslich müssen die Entwickler selbst erstmal die Lizens ändern, vielleicht will da aber der eine oder andere sein “geistiges Eigentum” als Referenz in den nächsten Job mitnehmen.
Es mag durchaus sein, daß ein Sourcecode zur Konkursmasse zählt, jedoch werden Firmen, die fast bankrott sind, aber interessante Software/Technologien entwickelten meistens von anderen Firmen übernommen, im Zweifel für einen symbolischen Preis. An vielen Produkten (z.B. Page Maker, Wordperfect) sieht man, wie diese bereits eine große Wanderungen durch die Softwarefirmen hinter sich hatten. Aber dennoch… Es gibt genügend Programme, die mit dem Pleitegang einer Firma begraben sind. Vielleicht sollte man mal Politikern und Initiativen es nahelegen, einen entsprechenden Gesetzesentwurf zu bringen. Zum Beispiel, daß Quelltexte von Konkursfirmen nach einer Zeit unter BSD oder GPL gestellt werden, wenn eine Zeit abgelaufen… Mehr »
Das käme einer Enteignung gleich und ist damit nicht möglich.
Das ist nunmal das Problem bei Software und Konkurs und genau deswegen ist nur ein echte Open Source Lizenz ein gewisser Garant für Zukunftssicherheit.
>Zum Beispiel, daß Quelltexte von Konkursfirmen nach einer Zeit unter BSD oder GPL gestellt werden, wenn eine Zeit abgelaufen ist, in der sie als “Konkursware” zum Angebot standen.< Das wäre ein verfassungswidrieger Eingriff ins Eigentumsrecht. Dafür müßte die Verfassung geändert werden, was 1. nur mit 2/3 Mehrheit möglich ist, 2. jeder vernünftige Mensch kann das nur ablehnen! >Ich arbeite bei einer Partei mit und werde das mal dem entsprechenden Gremium vorschlagen.
Bei welcher Partei, der PDS/KPD?
Also als ich mir meinen C-Key damals bestellt habe, gingen die Worte von Ton in folgende Richtung:
Für den Fall, dass das Modell nicht funktionieren sollte wird der Quellcode freigegeben. Aber das war vor dem ersten grossen Geldnöten von NAN
Wenn Ihr Blender GPL machen wollt müsst Ihr sammeln, und es vom Insolvenzverwalter abkaufen. Wenn jeder genug gibt funktioniert das. Jetzt müßt ich Blender nur noch schlecht reden, damit nicht MS und co Blender kauft.
Gruß Markus
ich fände es gut, eine spendenseite einzurichten. wenn jeder user, der die idee unterstützen will, z.b.10 euro beiträgt, könnte man evtl den code freikaufen oder sogar nan auf die beine helfen. was haltet ihr denn von der idee? natürlich müsste man erst mal ton fragen, ob er das überhaupt gut fände… ich fände es aber sehr traurig, wenn blender uns endgültig verlasen würde…
thomas
Sieben Wochen hat’s gedauert, bis Blender freigekauft war. Blender war für uns da, wir sind für Blender da. Wenn ich daran denke, wie die Funktionalität von Blender seitdem explodiert ist, kann ich nur sagen: ein Hoch auf den Zusammenhalt der Community. Und auf Ton.
Und so hat sich das Blatt inzwischen zu einer nicht mehr wegdenkbaren Software hin gewandelt..
Schon genial wenn bedenkt wie knapp es um blender gestanden hat um 2002..