Im Prozess SCO gegen IBM bestätigt ein Investor, was Verschwörungstheoretiker schon immer vermuteten: Microsoft hat SCO das finanzielle Polster verschafft, um den “Linux-Prozess” gegen IBM führen zu können. Lawrence Goldfarb, Führungsmitglied von BayStar Capital, verwies in einer Zeugenaussage im Prozess auf das 50-Millionen-Dollar-Investment in die SCO-Gruppe vor etwas mehr als zwei Jahren. Die Finanzspritze, die über BayStar arrangiert wurde, war elementar wichtig für den teuren Prozess gegen IBM.
In einer beeidigten Zeugenaussage, die IBM nun bei Gericht einreichte, gibt Goldfarb zu Protokoll, dass er die Geldspritze für SCO mit Richard Emerson, einem Microsoft-Vizepräsident, abgesprochen hatte. Im Jahr 2000 ernannte Microsoft-CEO Steve Ballmer Emerson zum Verantwortlichen für die Firmenentwicklung und Strategie. Die Zeugenaussage belastet aber noch wesentlich mehr Microsoft-Mitarbeiter: Goldfarb nennt außerdem Kenneth Lustig, Microsofts zuständigen leitenden Mitarbeiter für geistiges Eigentum und Tivanka Ellawala, Mitarbeiterin in der Abteilung Firmenentwicklung.
“Herr Emerson und ich diskutierten eine Reihe von Investment-Strukturen, wie Microsoft das Baystar Investment in irgendeiner Weise absichern würde”, sagt Goldfarb in der Erklärung. Wie die Prozessbeobachter Groklaw weiter berichten, hat Microsoft gegenüber der Seattle Post Intelligencer eine Erklärung abgegeben: “Microsoft hat keine finanzielle Verbindung zu BayStar und hat nie bestätigt, dass sie das 50 Mio. Dollar Investment in SCO absichern würden. Die BayStar Erklärung bestätigt, dass nie eine Garantie abgegeben wurde. Microsoft hat eine geschäftliche Vereinbarung mit SCO, über die vielfach berichtet wurde. Wir haben SCO für Lizenzrechte bezahlt, um die Interoperabilität von UNIX Migrations-Technologien sicherzustellen. Diese sind derzeit in Microsoft Utilities für UNIX-basierte Applikationen im Einsatz.”
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