Linus Torvalds zur nahen Zukunft des Linux-Kernel

Linus Torvalds zur nahen Zukunft des Linux-Kernel

Welche neuen Features und Funktionen den Kernel im nächsten Jahr erwarten, welche Perspektiven in Entwicklung es geben wird und wie er die andauernden Vorwürfe seitens Microsoft sieht, hat Linus Torvalds in einem Interview verraten.

Im Fokus der Arbeiten für das nächste Jahr stehe erneut Hardware, ließ Torvalds das australische IT-Magazin ITNews wissen. An Treibern und Portierung auf andere Plattformen werde gearbeitet, womit ein Großteil der Arbeitszeit der Verbesserung der Hardware-Unterstützung gewidmet sei. Torvalds führt an, dass sich die Situation etwa bei Grafik- und WLAN-Treibern verändert habe und die Arbeiten daran Zeit brauche.

Torvalds’ persönlicher Schwerpunkt gilt dem Einsatz von Solid State Disks (SSD). Er hoffe auf starke Reduzierung der Latenzzeiten beim Datenzugriff, die auch große Auswirkungen auf die Latenzen des Linux-Kernels habe. Mit großen Änderungen rechnet der Linux-Erfinder bei der Virtualisierung, auch wenn die nicht zu seinen Lieblingsthemen zähle.

Die Stärken von Linux gegenüber Windows sieht Torvalds weniger in einem speziellen Bereich, sondern vielmehr in der Flexibilität von Linux. Torvalds nennt als Beispiel die Virtualisierung, die vor allem unter Linux zeige, dass es nicht einen Königsweg gebe, sondern viele verschiedene Ansätze. Das mache die große Stärke des Open-Source-Modells gegenüber Lösungen eines einzelnen Herstellers aus. Wer ein Betriebssystem von Microsoft kaufe, könne Fehler nicht selber beheben und sei über Jahre an eine Instanz gebunden.

Direkt auf die Vorwürfe von Microsoft angesprochen, Linux verletze deren geistiges Eigentum, zeigt sich Linus Torvalds entspannt. Er glaube nicht daran, dass hinter den Vorwürfen irgendetwas handfestes stehe.

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Holger Jorra
18 Jahre her

Die Situation bei den Treibern hat sich tatsächlich verändert. Die Zukunft für
Linux heißt in dieser Beziehung wohl leider BLOB und NDA. Ein Tritt gegen ‘s
Knie der ganzen restliche OSS Szene. Und für zukünftige Kernelversionen auch
nicht ohne. Aber Hauptsache läuft, oder?

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Software#Gefahren_für_freie_Software

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