Linus Torvalds: Kein Kernel 3.0

Linus Torvalds: Kein Kernel 3.0

In einem Interview hat Linux-Erfinder Linus Torvalds der baldigen Einführung eines Kernel 3.0 eine Absage erteilt. “Man zählt die Versionsnummern nur hoch, um zu zeigen wie gut man ist.” sagt Linus Torvalds dem APC-Magazin im Interview. Er erwarte nicht, dass in absehbarer Zeit eine Version 3.0 des Linux-Kernels in Angriff genommen werde. “Wir sind sehr gut darin, auch wirklich große neue Feature einzubringen ohne die Code-Basis ändern zu müssen und ohne mit alten Funktionen zu brechen,” sagte Torvalds: “Es wird nicht zu einer “Holen Sie sich die neue und verbesserte Version 3″-Kampagne kommen.”

Der aktuelle Verlauf der Entwicklung mit kurzen Release-Zyklen sei bereits sehr dicht am Entwicklerkernel. Das vermeide viele Probleme. Ein Multi-Jahres-Zyklus funktioniere nicht mit der Kernel-Entwicklung. Zwar sei dieses Modell auch eine Weile von Nöten gewesen – und die Kernel-Programmierer hätten auch ein paar radikale Änderungen vorgenommen – aber mit Version 2.6 sei die Code-Basis des Kernels in einem guten Zustand. Auch der verbesserte Entwicklungsprozess trage dazu bei, dass es keinen Grund gebe, zurück zum “Alles wird geändert”-Modell zurückzukehren.

So zufrieden wie Linus Torvalds mit der Kernel-Entwicklung ist, so unzufrieden zeigt er sich in Hinblick auf die Unterstützung einiger Hardware-Hersteller. Auf die Frage was er den Herstellern sagen möchte, die ihre Spezifikationen und Datenblätter nicht für die Kernel-Entwicklung veröffentlichen, antwortet er mit einer Gegenfrage: “Ist ‘ich hoffe sie sterben einen schmerzhaften Tod’ zu heftig?” Er nimmt es dennoch als gute Nachricht auf, dass immer mehr Hardware-Produzenten sehr gut mit der Open-Source-Gemeinschaft zusammenarbeiten. In diesem Kontext erwähnte er Intel lobend. Im Allgemeinen laufe die Entwicklung gut – mit nur wenigen dunklen Flecken, sagte Torvalds.

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