Vor vier Tagen schlüpfte der Instantbird. Der Neuankömmling ist ein Instant Messenger, das Resultat einer Romanze zwischen Mozilla und Pidgin. Von Mozilla kommt die Laufzeitumgebung XULRunner, von Pidgin die Libpurple-Bibliothek. So ausgestattet, verbindet sich der Instantbird mit 16 Messenger-Netzwerken. Er unterstützt unter anderem XMPP (Jabber & Google Talk), ICQ, MSN, Gadu-Gadu und Yahoo!. Zur Zeit planen die Entwickler diverse Erweitererungen, darunter eine Rechtschreibprüfung. Darauf lassen zumindest eine entsprechende Addons-Seite und Ankündigungen auf der Downloadseite schließen.Die geistigen Urheber des Instantbird sind Florian Quèze und Quentin Castier.
Für einen Messenger ist der Instantbird recht gierig, was die Systemanforderungen angeht. So setzt er neben diversen Bibliotheken 256 MByte Ram und 100 MByte freien Festplattenspeicher voraus. Die Installation des Nachrichtenvogels besteht aus dem Entpacken eines circa 13 MByte großen Tarballs, der beim Download nur sehr schleppend von der Projektseite tröpfelte. Nach dem Entpacken beansprucht Instantbird ca. 36 MByte auf der Festplatte und belegt nach dem Start etwa 10-11 MByte im RAM. Der Versuch, Instantbird auf einen System mit Debian Etch zu starten, schlug fehl, da das Etch-Repository nicht alle abhängigen Bibliotheken liefert.
Mit einer aktuellen Distribution wie Ubuntu 7.10 läuft das Programm, aber man merkt, dass es noch in den Kinderschuhen steckt. Der Account-Manager fällt sehr spärlich aus, ebenso die Benutzerverwaltung. So sieht man nur Benutzer, die gerade online sind. Weitere Information über die Buddys verschweigt Instantbird. Den Status der Anwesenheit kann man momentan nur manuell setzen. Startet man Instantbird aus einem Terminal, flitzen dort eine Vielzahl bekannter und unbekannter Zeichen über den Bildschirm und der PC-Speaker piept ab und zu. Das Programm integriert sich nicht in die Taskzeile von Gnome und muss somit immer als Fenster auf dem Desktop liegen. Ein Button zum Beenden des Instant Messengers fehlt. Zumindest grundlegend scheint Instantbird in der Version 0.1 aber zu funktionieren.
Die Roadmap der Entwickler ist lang. Nach einem kleinen Versionssprung, der nur Fehler korrigiert, sollen Proxy-Support und eine Aufteilung der Benutzernamen für Jabber und IRC in verständliche Teile wie Nick, Server und Ort folgen (v0.1.5). Mit Version 0.2 wollen die Entwickler vor allem die Benutzbarkeit verbessern, in Version 0.3 sollen die Anwender HTML-formatierte Texte und Dateien senden. Mit Version 1.0 soll die Funktionalität in etwa der von Pidgin entsprechen. Wann es allerding so weit ist, steht noch nicht fest.




