EasySoftware Products (ESP) hat die neueste Version des Programms HTMLDOC unter der GPL veröffentlicht.
HTMLDOC dient dazu, aus HTML-Quellenindiziertes HTML, PDF (1.1, 1.2, 1.3 oder 1.4) oder PostScript (Level 1, 2oder 3) zu erstellen. Mein persönliches Killer-Feature ist dabei, dass die imHTML definierten Links auch im PDF als Hyperlinks erhalten bleiben. (Leiderist ausser dem proprietären Acrobat Reader das einzige freiePDF-Programm, welches diese Links auch verwenden kann, xpdf; beigv, ghostview oder kghostview sieht es in dieserHinsicht noch ziemlich mau aus…)
HTMLDOC wird aufgrund seiner Qualität auch seitgeraumer Zeit vom “Linux DocumentationProject” verwendet, um die bekannten HOWTOs als PDF-Versionen zuerstellen. Zugunsten von HTMLDOC ist man dort davon abgekommen, mit denSGML-Tools das PDF zu erzeugen, da die Ergebnisse wohl nicht sozufriedenstellend waren.
In der Version 1.8.14 kann man jetzt Acrobat5.0-kompatible Dateien (PDF 1.4) mit 128-Bit-Verschlüsselung erstellen.Außerdem verbraucht es weniger Speicher beim Konvertieren und beseitigt einigeProbleme bei der Darstellung von Tabellen.
HTMLDOC ist erstaunlich schnell beim Umwandelnvon Web-Seiten oder HTML-Files. Das aktuelle HTMLDOC-Handbuch z.B. enthält 17Screenshots und ergibt 102 PDF- bzw. PostScript-Seiten. Auf meinem 500MHz-Pentium III benötigte es 4,0 Sekunden zum Erstellen des PostScripts und6,2 Sekunden für das PDF-File (25,5 Seiten/sek. bzw. 16,4 Seiten/sek.). Dabeiwar in beiden Fällen JPEG-Komprimierung aktiviert, das PDF-File wurde mit dermaximalen Komprimierung (“–compression=9”) erstellt
HTMLDOC kann auch remote eingesetzt werden(ähnlich dem Acrobat WebCapture), sogar über Proxies hinweg, umirgendwelche Webseiten in PDF zu konvertieren. (Je nach Copyright der Seitedarf der HTMLDOC-Output natürlich nicht unbedingt frei weiterverteilt werden).Dabei sind “sichere” oder “verschlüsselte” (SSL oder TLS) URLs kein Hindernis:Web-Adressen, die mit “https://www…” beginnen, werden klaglosakzeptiert.
HTMLDOC gibt es für Linux, IBM-AIX, Digital(Tru64) UNIX, HP-UX, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD, OS/2, Solaris (SPARC undIntel), SGI-IRIX, MacOS X und… MS Windows 95/98/ME/NT4/2000.
HTMLDOC kann wahlweise mit einem GUI (basierendauf FLTK, dem “Fast Light ToolKit”) oder mit der Kommandozeile verwendetwerden. Die Kommandozeile eröffnet natürlich viele Möglichkeiten,PDF-Erzeugung in Batch-Jobs zu verlagern und zu automatisieren, fallserforderlich.
HTMLDOC hat viele weitere schönenFeatures:
- man kann Titelseiten definieren, Hintergrund-Bilder festlegen und kacheln;
- User können ihre persönlichen Einstellungen abspeichern;
- aus einer Reihe willkürlich zusammengestellter WebSeiten oder HTML-Files lassen sich in Kapitel aufgeteilte PDF-“Bücher” generieren;
- Fonts und ihre Größen, Seitenränder und Zeilenabstände lassen sich frei bestimmen;
- Kopf- und Fußzeilen sind konfigurierbar;
- spezielle HTML-Kommentare lassen sich in die Quelltexte einbauen, um z.B. Seitenumbrüche im PDF an bestimmten Stellen zu erzwingen;
- Effekte für den Seitenübergang sind einstellbar (falls man das PDF als Präsentation im Vollbildmodus zeigen will);
- u.v.m.
HTMLDOC lässt sich auch auf einem Web-Serverals “Portal” einrichten, so dass es dort PDF-Output angeforderter Dokumente “onthe fly” erzeugt. Hierfür sind Schnittstellen zu Shell, Perl, PHP, C und Javavorhanden. Eine Demonstration dieses Features lässt sich online im Web testen:unter http://www.easysw.com/htmldoc/pdf-o-matic.phpkann man sich eine PDF-Datei von einem beliebigen per URI im Web erreichbarenHTML-Dokument erzeugen lassen…
Künftige Features werden u.a. die Untertützungfür XHTML beinhalten. Eine erweiterte Style-Sheet-Unterstützung, die u.a. auchdie Blocksatz-Definitionen aus den HTML-Quellen ins neu erzeugte PDF überträgt(bisher entsteht daraus noch ein “Flattersatz”), ist ebenfalls in Arbeit.
Easy Software Products hat HTMLDOC ursprünglichaus einem Eigenbedarf heraus entwickelt. Insofern gleicht es vielen anderenFreien Software-Projekten, wo ebenfalls das Eigeninteresse der Entwickler dieHaupttriebfeder ist. ESP konnte es sich eines Tages einfach nicht mehrleisten, teure Produkte wie FrameMaker-SGML, EBT o.ä. einzusetzen, umDokumentation für ihre Software zu schreiben.
Herausgekommen ist ein Programm, das eswirklich in sich hat und vielen weiteren Anwendern ebenfalls von großemNutzen sein wird. Probiert’s mal aus!
Links
| http://www.easysw.com/htmldoc/ | Homepage von HTMLDOC |
| http://www.easysw.com/htmldoc/documentation.html | Handbuch zu HTMLDOC in PDF oder HTML |
| http://www.easysw.com/htmldoc/pdf-o-matic.php | Online-Generierung von PDF aus HTML über ein HTMLDOC-Portal |
| http://www.linuxdoc.org/ | Homepage des Linux Documentation Projects |
(Autor der CUPS-FAQ beiwww.danka.de)




–> Leider ist ausser dem proprietären Acrobat Reader das einzige freie PDF-Programm, welches diese Links auch verwenden kann, xpdf; bei gv, ghostview oder kghostview sieht es in dieser Hinsicht noch ziemlich mau aus… Seiten zählen ist angesagt -> muss dann immer den Adobe-Viewer herbeiziehen!