Um in den nächsten Jahren die europäischen Beiträge zur Software für künftige Exaflop-Rechner zu koordinieren, wurde auf der International Supercomputing Conference (ISC) in Hamburg die European Exascale Software Initiative (EESI) ins Leben gerufen.
Die schnellsten Rechner der Welt leisten heute rund zwei Petaflops, in zehn Jahren sollen sie mit über 1000 Petaflops die Exaflop-Ära einläuten. Das ist ein ehrgeiziges Ziel mit Auswirkungen auf viele Komponenten eines solchen Hochleistungssystems: So müsste die Bandbreite der Verbindungen zwischen den einzelnen Nodes eines solchen Clusters von heute 3,5 GB/s auf 200 bis 400 GB/s steigen, der I/O-Durchsatz von 0,2 auf rund 60 TB/s, der zu verwaltende Hauptspeicher von jetzt 0,3 auf dann 32 bis 64 PByte.
Bei alldem soll der Supercomputer dennoch nicht mehr als 20 Millionen Dollar kosten und nicht mehr als 20 MW Energie verbrauchen. Dazu kommen ganz neue Anforderungen an die Software, die sich aus den neuen Dimensionen ergeben. So ist etwa eine hohe Fehlertoleranz nötig, weil es unter Zigtausenden Nodes praktisch permanent Ausfälle geben wird.
Dafür sind zehn Jahre nicht viel Zeit. In den nächsten drei oder vier Jahren geht es darum, die Entwicklungsziele im einzelnen festzuschreiben, zu priorisieren und die Zusammenarbeit von Herstellern, Geldgebern, Entwicklern und künftigen Nutzern zu organisieren. Diese Jahre sind entscheidend, weil danach keine grundsätzlichen Richtungswechsel mehr möglich wären.
Zu den 25 Mitgliedern der jetzt gegründeten Initiative gehören deutsche Supercomputer-Center wie das Forschungszentrum Jülich, in dem Europas schnellster Rechner steht, und das Münchner Leibniz-Rechenzentrum (LRZ). Ausgestattet ist die zunächst auf 18 Monate angelegte Initiative mit 640 000 Euro.





