Im Open Source Forum der Cebit benannte Jim Zemlin von der Linux Foundation drei Gründe für den Erfolg von Linux. Der Leiter des Industrieverbands sieht aber auch drei künftige Herausforderungen für das freie Betriebsystem.
“Jeder Bewohner der westlichen Welt, jede Börse nutzt täglich Linux”, begann Zemlin seine Rede, “sei es in einer Google-Suche oder im Mobiltelefon”. Nach 18 Jahren Existenz sei Linux überall angekommen, stellte er fest.
Danach untermauerte er die Erfolgsgeschichte mit weiteren Daten: 2.700.000 Zeilen Code seien 2009 zum Kernel hinzugekommen. 90 Prozent der der Kernel-Autoren arbeiteten hauptberuflich am Linux-Kern, der also längst kein Amateurprojekt mehr sei. 10, 8 Milliarden würde der Linux-Kernel laut Zemlin kosten, wollte eine Firma das Betriebssystem von Grund auf entwickeln, aber 50 Milliarden US-Dollar verdienen Linux-Firmen jährlich allein im Enterprise-Geschäft.
Jim Zemlin macht drei große Trends aus, die den weiteren Erfolg von Linux sichern sollen. Erstens spare Linux Geld, was in einer Welt nach der Finanzkrise ein großer Wettbewerbsvorteil sei. Zweitens eigne sich das Betriebssystem für jene neue Klasse von Geräten, in denen Mobiltelefon und mobiler Computer konvergieren. Hier werde die Linux Foundation zusammen mit Intel und Nokia im Meego-Projekt aktiv. Daneben seien heute auch Fernseher, E-Book-Reader und digitale Bilderrahmen Linux-Plattformen.
Der dritte Faktor, der Linux begünstigen werde, liege in der Umorientierung der Märkte weg von Produkten, hin zu Services. Software as a Service läuft mit Linux und Open-Source-Software. Google läuft auf Linux. Mobilfunkanbieter verdienen an ihren Diensten, das Telefon oder Netbook erhält der Kunde als Dreingabe – dank Linux ohne Lizenzgebühren.
Neben diesen überaus positiven Zukunftsvisionen identifizierte Jim Zemlin aber auch Probleme, denen sich Linux stellen müsse. Dazu gehöre nach wie vor die Standardisierung von Linux, die Interoperabilität garantiere. Dafür stehe die Linux Standard Base (LSB) innerhalb der Linux Foundation ein. Zum zweiten gebe es immer wieder juristische Widrigkeiten. Zemlin: “In den USA sind die Patente eine Katastrophe. Zuviel wurde patentiert.” Hier sei gemeinsame Verteidigung gefragt, wie sie das Software Freedom Law Center und der Linux Legal Defense Fund bieten. Zuletzt müsse die Welt der freien Software ein wenig von Apple lernen und ihren Produkten Bedienungsfreundlichkeit und ein ansprechendes Äußeres mit Feinschliff verpassen. “Free and Faboulous” sollte die Software sein.
Wie man das alles unterstützen könne? Dafür bot Jim Zemlin selbstverständlich die folgende Antwort an: “Werden Sie Mitglied der Linux Foundation“.





