Der Wunsch nach Anonymisierung macht User in den Augen der NSA automatisch zu Extremisten und stellt sie unter Beobachtung. Das berichten NDR und WDR und berufen sich auf den Quellcode von Xkeyscore.
Die Journalisten Lena Kampf, Jacob Appelbaum und John Goetz haben sich Teile des Quellcodes des Ausspäh-Programms Xkeyscore angesehen und festgestellt, dass Nutzer des Anonymisierungsdienstes Tor sowie der Distribution Tails automatisch in einer Extremistendatenbank der NSA landen. Der Geheimdienst, der sich nach eigener Aussage strikt an die Gesetze halte, speichert die IP-Adressen derjenigen, die auf einen von Tors Directory Authorities zugreifen. Xkeyscore dient der Echtzeitüberwachung des Internet. Die Directory Authorities sind quasi die Eingangsportale in das Tor-Netzwerk, dessen Verschlüsslung der NSA laut den Snowden-Dokumenten Probleme beim Auswerten bereitet.
Der Server des in der Sendung porträtierten Directory-Authority-Betreibers Sebastian Hahn taucht in der Liste ebenso auf wie andere europäische Directory Authorities. In der Kommentarspalte des Quellcodes bezeichnet der Geheimdienst die Nutzer des Anonymisierungsdienstes als Extremisten. Auch Suchanfragen, die Begriffe wie “Tor” und “Tails” ethalten, speichert der Geheimdienst routinemäßig. Ausgenommen von der Überwachung sind offenbar die Partnerländer der USA, Neuseeland, Australien, Großbritannien sowie Kanada.





