Cast to TV streamt Mediadateien vom PC auf Chromecast

Aus LinuxUser 01/2020

Cast to TV streamt Mediadateien vom PC auf Chromecast

© dennizn, 123RF

Gnomecast

Googles günstiger Dongle Chromecast macht ältere TV-Geräte fit für das Streaming. Mit Cast to TV schicken Sie dann Inhalte direkt vom Gnome-Desktop auf den Fernseher.

Die Multimediaausstattung eines Haushalts war früher recht einfach: Im Wohnzimmer standen ein Fernseher und eine Stereoanlage, in der Küche und im Bad fand sich jeweils ein kleines Kofferradio. Unterwegs hörte man mit einem Walkman oder später einem Discman Musik. Dabei waren höchstens Fernseher und Stereoanlage miteinander „vernetzt“ – über Cinchkabel, sodass der Sound des Fernsehers über die Boxen der Anlage spielte.

Heute hingegen sprechen die im Haus vorhandenen Multimediageräte miteinander. Der Fernseher lädt Streams von Netflix und Co. und lässt sich über Miracast oder Chromecast vom Smartphone aus füttern. Fast schon steinzeitlich wirkt die Möglichkeit, Inhalte via DLNA von einem NAS-Server oder einer Dateifreigabe zu laden.

Besonders Googles Chromecast hat sich zu einem beliebten Standard entwickelt. Schon allein aufgrund des Smartphone-OS-Marktanteils von fast 85 Prozent hat Google einen mächtigen Stein im Brett. Viele TV-Hersteller integrieren Chromecast in ihre Geräte oder setzen wie Sony gleich auf Android TV, Googles Variante des Smartphone-Betriebssystems für Fernseher. Rückschläge musste Google lediglich beim Chromecast Audio hinnehmen, den das Unternehmen konsequenterweise Anfang 2019 in Rente schickte.

Ein Nachteil von Chromecast liegt jedoch in der Fokussierung auf das Smartphone. Mit Cast to TV senden Sie aber auch vom Gnome-Desktop aus Bilder, Musik und Video auf den Chromecast-TV.

Cast to TV für Gnome

Als Erweiterung für Gnome ist Cast to TV kein klassisches Programm, das Sie über die Paketverwaltung installieren. Stattdessen öffnen Sie die Webseite der Gnome-Extensions [1] und schieben einfach nur den Schalter von Off auf On. Danach müssen Sie nur noch die Installation erlauben. Das Ganze funktioniert allerdings nur, wenn auf dem System der native Host-Connector als Programm sowie eine Browser-Erweiterung (die es für Chrome/Chromium sowie Firefox gibt) installiert ist (siehe Kasten „Gnome-Erweiterungen installieren“).

Gnome-Erweiterungen installieren

Um Erweiterungen für Gnome über das Webportal Extensions.gnome.org installieren zu können, muss das System zwei Anforderungen erfüllen: Es muss sowohl der native Host-Connector als auch das passende Webbrowser-Addon installiert sein. Unter Debian, Ubuntu oder Linux Mint richten Sie den Host-Connector über das Paket chrome-gnome-shell ein, danach spielen Sie das entsprechende Addon für Chrome/Chromium [5] oder Firefox ein [6]. Das Gnome-Wiki beschreibt das Vorgehen für alle anderen gängigen Distributionen [7].

Mit der Installation der Gnome-Erweiterung ist es allerdings noch nicht getan. Damit das Addon funktioniert, müssen dessen Abhängigkeiten aus den Paketen npm, nodejs und ffmpeg auf dem System vorhanden sein. Auf der Github-Seite des Projekts liefern die Entwickler Installationshinweise für alle gängigen Linux-Distributionen [2]. Das folgende Kommando erledigt die Installation auf einem aktuellen Ubuntu 19.04:

$ sudo apt install npm nodejs ffmpeg

Bedenken Sie, dass Node.js ein Schwergewicht mit zahlreichen Unterpaketen ist, die Installation dauert daher besonders auf älteren Rechnern eine Weile.

Danach erscheint im Gnome-Menü in der rechten oberen Ecke mit Cast aus ein neuer Eintrag. Klappen Sie diesen nun aus, und öffnen Sie die Cast-Einstellungen. Dort müssen Sie als letzten Schritt noch die benötigten Npm-Module installieren. Das funktioniert ganz simpel per Mausklick: Öffnen Sie in den Cast-Einstellungen den Reiter Module , und klicken Sie auf Installieren npm-Module (Abbildung 1). In wenigen Augenblicken spielt das System daraufhin alles Nötige auf den Rechner.

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Abbildung 1: Damit Cast to TV funktioniert, müssen Sie über die Cast-Einstellungen die vom Programm benötigten Npm-Module einspielen. Dafür braucht es allerdings nur einen Klick.

Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt und die Konfiguration ist abgeschlossen. Öffnen Sie das Gnome-Menü jetzt ein weiteres Mal, und klicken Sie unter Cast aus auf Anschalten. Das schließt das Menü. Klappen Sie nun das Gnome-Menü ein drittes Mal auf, dann finden Sie dort den Eintrag Medien wiedergeben mit den Unterpunkten Video, Musik und Bild sowie Ausschalten und, wie gewohnt, die Cast-Einstellungen (Abbildung 2).

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Abbildung 2: Über das im Panel integrierte Gnome-Menü lassen sich dann mit Cast to TV Bilder, Musik oder Videos auf Chromecast-kompatible Geräte streamen. Dazu gehören der Chromecast-Dongle selbst oder auch mit Android TV ausgestattete Fernseher.

Vom Computer auf den TV

Das Casten geht nun kinderleicht: Klicken Sie einfach auf eins der Medienformate, und wählen Sie die abzuspielenden Dateien aus. Cast to TV erlaubt dabei, in einem Rutsch mehrere Dateien zu wählen, solange sie in einem Verzeichnis liegen. Danach sollten Sie auf das TV-Gerät schauen, das die ausgewählten Mediendateien abspielen müsste. Zudem erscheint im Gnome-Panel am oberen Rand des Bildschirms mit Chromecast ein neues Menü.

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