In dieser Ausgabe zeigen wir, wie Sie Thunderbird-Mailordner in Tabs anordnen, die Adressbücher exportieren und wieder einlesen. Außerdem stellen wir das Firefox-Screenshot-Tool und die zugehörige Online-Bibliothek vor.
Tipp: Keine (großen) Anhänge auf Mailinglisten
Die meisten Verwalter von Mailinglisten konfigurieren ihre Listensoftware so, dass gar keine Attachments oder nur Anhänge bis zu einer bestimmten Größe erlaubt sind. Möchten Sie in einer solchen Diskussionsgruppe längere Auszüge von Logfiles oder Screenshots von einem Problem posten, gibt es andere Möglichkeiten, den Mitlesern Einblick zu gewähren.
Für längere Texte eignet sich beispielsweise der kostenlose Dienst Pastebin [1]. Direkt auf der Startseite finden Sie ein großes Feld New Paste, in das Sie Ihren Text kopieren können. Über Drop-down-Menüs darunter wählen Sie ein Syntax-Highlighting aus; Pastebin kennt etliche Programmier- und Skriptsprachen. Außerdem legen Sie fest, wie lange der Text auf dem Server des Anbieters stehen soll (Menü Paste Expiration): Zwischen zehn Minuten und einem Jahr sind viele Abstufungen möglich. Wer die Bezahlvariante nutzt (rund 3 US-Dollar monatlich), kann bei Paste Exposure bestimmen, dass der Text privat statt öffentlich ist. Optional legen Sie einen Titel fest und veröffentlichen schließlich alles über die Schaltfläche Create New Paste.
Für Bilder gibt es ebenfalls Plattformen zum Veröffentlichen im Netz. Neben dem deutschen Anbieter PicPaste [2], dessen Website bei Redaktionsschluss nicht erreichbar war, gefiel uns im Test vor allem Postimage [3]. Der Dienst skaliert große Bilder und bietet zahlreiche Formate an. Aus einem weiteren Menü suchen Sie das Haltbarkeitsdatum aus: Postimage speichert zwischen einem Tag und unbegrenzt. Nach dem Upload erhalten Sie verschiedene Links, darunter auch HTML-Code zum Einbetten in Websites (Abbildung 1).

Abbildung 1: Beim Dienst Postimage erhalten Sie nach dem Upload Ihrer Bilder Links in verschiedenen Formaten, darunter HTML und Markdown.
Tipp: Thunderbird: Mailordner zu Tabs machen
Haben Sie mehrere Konten in Thunderbird eingerichtet und eine große Verzeichnisstruktur mit vielen Ordnern und Unterordnern? Wird die linke Seitenleiste immer unübersichtlicher? Dann hilft Ihnen ein praktisches Add-on namens QuickFolders [4] beim Aufräumen. Nach dem Installieren über den Add-on-Manager (Hamburger-Menü / Add-ons / Erweiterungen) und einem Neustart des Mailclients sehen Sie im Thunderbird-Hauptfenster eine neue Leiste mit dem Hinweis Verzeichnisse mit Maus hierher ziehen.
Und genauso geht es weiter: Fassen Sie einen Ordner in der linken Seitenleiste mit der Maus an und ziehen Sie ihn bei gedrückter Taste in die neue Werkzeugleiste hinein. Sobald Sie loslassen, erstellt das Add-on für den Mailordner einen neuen Tab (Abbildung 2). Nachrichten verschieben Sie wie gewohnt per Drag & Drop in die Folder. Zum Navigieren klicken Sie den Ordner entweder an oder – wenn Sie nicht zur Maus greifen möchten – verwenden die Shortcuts [Alt]+[1][Alt]+[2] usw.

Abbildung 2: Die Thunderbird-Erweiterung QuickFolders macht oft genutzte Mailordner als Tabs über eine eigene Werkzeugleiste verfügbar.
Beachten Sie, dass die Tastaturkürzel nur funktionieren, wenn Sie in Thunderbird selbst keine Reiter geöffnet haben. Ist dort beispielsweise auf einem Reiter der Kalender und auf einem anderen der Add-ons-Manager, dann steuern [Alt]+[1][Alt]+[2] usw. diese Tabs an. Daher bietet QuickFolders an, die Taste [Alt]+ durch [Strg] zu ersetzen. Öffnen Sie dazu über das Zahnrad-Icon den Konfigurationsdialog. Auf dem Reiter Allgemein können Sie ganz oben unter Hotkeys die Option Strg statt Alt aktivieren, und die Tastaturkürzel kommen sich nicht länger in die Quere.
Tipp: Thunderbird: Die Adressbücher exportieren
Im Mozilla-Mailprogramm gespeicherte Adressen können Sie problemlos exportieren und in anderen Thunderbird-Instanzen wieder importieren. Dazu öffnen Sie das Adressbuch über das Hamburger-Menü / Extras oder über die Tastenkombination [Strg]+[Umschalt]+[B]. In der linken Seitenleiste finden Sie sämtliche Empfängerlisten; in der Regel sind das die Einträge Persönliches Adressbuch und Gesammelte Adressen. Im persönlichen Adressbuch landen Kontakte, die Sie von Hand hinzufügen. In den gesammelten Adressen speichert Thunderbird automatisch alle E-Mail-Adressen, an die Sie eine Mail geschickt haben – egal, ob Sie geantwortet, etwas weitergeleitet oder neu verfasst haben (siehe nächster Tipp).
Zum Exportieren wählen Sie links das gewünschte Adressbuch aus und rufen dann Extras / Exportieren aus dem Menü auf. In der Voreinstellung bietet Thunderbird an, die Liste in einer CSV-Datei abzulegen, was Sie übernehmen können. Bestätigen Sie über die Schaltfläche Speichern. Die CSV-Datei können Sie, wenn Sie möchten, im Texteditor Ihrer Wahl öffnen und bearbeiten. Wenn Sie diese auf einen anderen Rechner kopieren, liest der Menüeintrag Extras / Importieren im Dialogfenster Adressbuch eine CSV-Datei in Thunderbird ein.
Tipp: Thunderbird: Adressen automatisch sammeln
Wie im letzten Tipp beschrieben, sammelt der Mozilla-Mailclient im Laufe der Zeit allerhand Adressen, an die Sie eine Nachricht geschickt oder weitergeleitet haben. Auch wenn Sie antworten, merkt sich das Programm die Kontaktdaten. Funktioniert das bei Ihnen nicht, und das Adressbuch Gesammelte Adressen ist leer, dann überprüfen Sie die Programmeinstellungen.
Diese öffnen Sie über das Hamburger-Menü / Einstellungen / Einstellungen. Wechseln Sie zum Reiter Verfassen und dort zum Tab Adressieren. Die Checkbox Adressen beim Senden automatisch hinzufügen zu sollte aktiviert sein; im Drop-down-Menü daneben suchen Sie das Adressbuch aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Thunderbird sammelt automatisch Mailadressen Ihrer Kontakte, wenn Sie diese Option in den Einstellungen aktiviert haben.
Tipp: Firefox: Ein fester Ordner für Downloads
Den Mozilla-Webbrowser können Sie dazu anhalten, Dateien beim Herunterladen immer an einer bestimmten Stelle abzulegen (Voreinstellung: Downloads im Home-Verzeichnis). Alternativ fragt der Browser jedes Mal nach dem gewünschten Speicherort. Sie konfigurieren das Verhalten in den Programmeinstellungen (Hamburger-Menü / Einstellungen) direkt in der ersten Abteilung Allgemein. Blättern Sie etwas nach unten bis zu Dateien und Anwendungen.
Im Bereich Downloads finden Sie die beiden Optionen Alle Dateien in folgendem Ordner abspeichern und Jedes Mal nachfragen, wo eine Datei gespeichert werden soll. Ein Klick auf die Schaltfläche Durchsuchen neben der ersten Option öffnet einen Dateiauswahldialog, in dem Sie ein Verzeichnis für Ihre Downloads aussuchen können.
Tipp: Firefox: Screenshots aufnehmen und speichern
Der Mozilla-Browser enthält ein praktisches Tool namens Firefox Screenshots [5], mit dem Sie komfortabel Bildschirmfotos von Websites erstellen, diese herunterladen, speichern oder mit anderen Nutzern teilen. Sie erreichen das Tool über das Aufklappmenü Aktionen für Seite, das sich in der Adressleiste hinter den drei Punkten versteckt (Abbildung 4). Alternativ klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Webseite und öffnen aus dem Kontextmenü den Eintrag Bildschirmfoto aufnehmen.

Abbildung 4: Klappen Sie das Menü “Aktionen für Seite” aus, um das Screenshot-Tool des Webbrowsers Firefox zu erreichen.
Um ein einzelnes Element einer Seite zu knipsen, bewegen Sie die Maus über das Firefox-Fenster. Ein Klick auf das gerade hervorgehobene Element wählt dieses aus. Sie können auch selbst einen Bereich markieren, indem Sie mit der Maus einen Rahmen aufziehen. Die Größe ändern Sie über die Markierungspunkte an den Rändern. Um eine ganze Webseite als Screenshot zu speichern, wählen Sie im eingeblendeten Menü Gesamte Seite speichern aus, und direkt daneben finden Sie die Option Sichtbaren Bereich speichern, um den aktuell sichtbaren Seitenbereich aufzunehmen.
Aufgenommene Bildschirmfotos können Sie in die Zwischenablage kopieren und dann in ein Grafikprogramm Ihrer Wahl einfügen. Alternativ bringt der kleine Pfeil im eingeblendeten Menü das Bild im PNG-Format auf den eigenen Rechner. Es landet im Downloads-Verzeichnis (siehe voriger Tipp). Der Dateiname setzt sich aus Screenshot-, dem aktuellen Datum und dem Titel der Webseite zusammen. Wenn Sie die Schaltfläche Speichern betätigen, landet es hingegen in der Online-Bibliothek (siehe nächster Tipp). Achtung: Das Speichern auf den Mozilla-Servern ist deaktiviert, wenn Sie ein Fenster im privaten Modus aufnehmen.
Tipp: Firefox: Online-Bibliothek für Screenshots
In der Voreinstellung speichert Firefox Ihre aufgenommenen Bildschirmfotos 14 Tage lang in der Online-Bibliothek. Diese erreichen Sie über das Icon mit den Büchern neben der Adressleiste (Eintrag Bildschirmfotos). Zu Ihrer eigenen Bildersammlung gelangen Sie auch, indem Sie nach dem Aktivieren von Bildschirmfoto aufnehmen auf Meine Bildschirmfotos klicken.
In der Bibliothek sehen Sie alle Screenshots versammelt. Fahren Sie mit der Maus über ein Bild, blendet Firefox Schaltflächen zum Herunterladen, Teilen (erzeugt eine URL und veröffentlicht diese auf Facebook, Twitter oder Pinterest) und Löschen an.
Klicken Sie ein Bildschirmfoto an, um weitere Funktionen einzublenden. Über die Schaltfläche expires in X days (“läuft in X Tagen ab”) bestimmen Sie beispielsweise, dass ein Bild länger auf den Servern verfügbar ist. Nach einem Klick auf den Button suchen Sie aus dem Drop-down-Menü Select time (“Wähle Zeit aus”) einen der Einträge aus: Indefinitely (“unbegrenzt”), 10 Minutes (zehn Minuten), 1 Hour (eine Stunde), 1 Day (ein Tag), 1 Week (eine Woche), 2 Weeks (zwei Wochen) oder 1 Month (ein Monat). Klicken Sie danach auf Save (“speichern”).
Screenshots können Sie darüber hinaus bearbeiten und beispielsweise zuschneiden, beschriften oder etwas hervorheben. Dazu klicken Sie ein Bild an und dann oben auf das Symbol mit dem Stift. Nach Auswahl von Pen (“Stift”) oder Highlighter (“Textmarker”) suchen Sie über den farbigen Kreis eine Farbe aus und kritzeln nun im Bild herum (Abbildung 5). Achtung: Die Schaltfläche zum Rückgängigmachen (der kleine Halbkreis) kann keine Einzelschritte zurücknehmen, sondern nur alle Änderungen auf einmal verwerfen.

Abbildung 5: Mit dem Textmarker-Werkzeug (“Highlighter”) heben Sie Bereiche hervor, und der Stift erlaubt zumindest rudimentäre Kritzeleien.
Tipp: Firefox: Screenshot-Tool deaktivieren
Sie können das Screenshot-Tool des Browsers auch abschalten. Dazu geben Sie about:config in die Adressleiste ein, um die erweiterten Browsereinstellungen zu erreichen. Bestätigen Sie den Warnhinweis per Klick auf Ich bin mir der Gefahren bewusst. Geben Sie ins Suchfeld screenshots ein. In der Liste sollte der Eintrag extensions.screenshots.disabled auftauchen. In der Voreinstellung steht dieser auf false. Klicken Sie den Schlüssel doppelt an, um den Wert auf true zu ändern – fertig.
Glossar
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CSV
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Steht für “Comma-separated values” (durch Kommata getrennte Werte). Dieses Dateiformat nutzen viele Programme, um einfach strukturierte Daten auszutauschen. Die Dateien tragen in der Regel die Endung .csv. Dabei kann es sich um Tabellen oder Listen handeln. Ein Zeichen trennt die Datensätze (in der Regel der Zeilenumbruch), eines die Felder (meistens das Komma; alternativ sind möglich: Semikolon, Doppelpunkt, Tabulator, Leerzeichen oder andere). Felder mit Leer- und Sonderzeichen stehen in doppelte Anführungszeichen eingeschlossen.
Infos
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Pastebin: http://pastebin.com/
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PicPaste: http://picpaste.de/
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Postimage: http://postimages.org/
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QuickFolders: https://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/quickfolders-tabbed-folders/
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Firefox Screenshots: https://screenshots.firefox.com/
