Liebe Leserinnen und Leser,
planen Sie die Anschaffung eines neuen PCs? Statt auf das nächste Angebot des Discounters zu warten oder einen Elektronikfachmarkt zu besuchen, könnten Sie mal im Internet nach gebrauchten (und aufgearbeiteten) Geräten der Workstation-Klasse suchen. Für vergleichsweise kleines Geld habe ich vor einigen Wochen ein Gerät mit Xeon-E5-CPU (sechs CPU-Kerne mit je 3,2 GHz, 32 GByte RAM, Nvidia Quadro K600) erworben; diese CPUs gibt es seit 2012, was grob auf das Alter der Maschine schließen lässt.
Gebrauchte Workstations
Workstations sind für “ernsthafte” Einsätze gedacht; sie haben Gehäuse, die man leicht öffnen kann, und die Komponenten sind gut zugänglich – das fehlende DVD-Laufwerk war dadurch schnell ergänzt. Optisch verzichten Workstations auf spielerische Elemente wie aufklappende Laufwerksabdeckungen und Fenstern für den Blick auf beleuchtete Grafikkarten, dafür gibt es vorne und hinten zahlreiche nützliche Anschlüsse. Der Rechner ist wesentlich schneller und dabei leiser als der (als Neugerät) teurere Quad-Core-i7-PC, der zufällig vom selben Hersteller ist, aber zur Consumer-Sparte gehört.
Ein aktuelles Linux (OpenSuse Leap 42.3) läuft auf der Workstation bisher zuverlässig (Abbildung 1); ob die Hardware generell unterstützt wird, lässt sich vorher gut durch eine Internetsuche herausfinden.

Abbildung 1: Nicht neu, aber gut: Eine gebrauchte Workstation kann mehr Leistung als ein gleich teurer, neuer Standard-PC bieten.
Als Neugerät wäre eine Workstation unbezahlbar – aber gebraucht halte ich sie für ein Schnäppchen, und die Umwelt schont dieses Recycling auch. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass das Gerät Garantie hat.
Alternativen
Am anderen Ende der Leistungsskala findet sich vielleicht ein Alt-PC, den Sie schon vor Jahren in den Keller gebracht haben: Den könnten Sie mit einer der schlanken Distributionen reaktivieren, die wir im Rahmen des Titelthemas ab Seite 36 vorstellen.
Linux auf DVD
Auf den Heft-DVDs finden Sie diesmal Kubuntu 17.10 und Linux Mint 18.3 Cinnamon; die immer etwas später erscheinende KDE-Version gab es erst knapp nach Redaktionsschluss. Falls Sie Abonnent sind und die Abovariante mit Jahres-DVD gewählt haben, finden Sie auch die Archiv-DVD 2003-2017 in dieser Ausgabe: In letzter Minute mussten wir die seit über zehn Jahren bewährte integrierte Suchmaschine auswechseln, denn aktuelle Browser mögen ihren JavaScript-Code nicht mehr. Stattdessen benutzen wir jetzt DocFetcher [1] – der ist zwar nicht in die HTML-Seiten integriert, läuft aber problemlos unter diversen Betriebssystemen und erlaubt eine deutlich komfortablere Suche im Artikelarchiv. Der Kollege Leichtenstern findet das Programm so gut, dass er plant, damit seine private Dokumentensammlung zu indizieren.
Übrigens: Das Jahresabo mit Archiv-DVD [2] kostet nur 40 Euro, also im Prinzip dasselbe wie der Kauf von vier Ausgaben am Kiosk (39,20 Euro). Und wenn Sie jetzt bestellen, … – ah, wir sind nicht im Fernsehen.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins neue Jahr!
Hans-Georg Eßer
Chefredakteur

Lieber Herr Esser,
mit Ihrem Editorial sprechen Sie mir aus dem Herzen.
Ich habe seit ca. 2010 ausschließlich gebrauchte Business-Computer von Refurbishern gekauft, inzwischen 3 PCs und 5 Notebooks (4 ThinkPads, 1 HP Elitebook) und bin mit der Leistung der Rechner sehr zufrieden.
Sie schreiben nicht, wo Sie den Rechner erstanden haben. Ich kann aus Erfahrung diese Firmen empfehlen:
http://www.esm-computer.de (Online und vor Ort)
http://www.itsco.de (Online und vor Ort)
http://www.computermax.de (vor Ort, Weiterstadt bei Darmstadt)
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Birkel