Kup sichert Dateien auf Platte oder USB-Stick

Aus EasyLinux 10/2017

Kup sichert Dateien auf Platte oder USB-Stick

Backup vor Ort

Kup ist eine leicht bedienbare Backuplösung für den KDE-Desktop, die alle wichtigen Funktionen beherrscht. Wir zeigen, wie Sie mit dem Tool Ihre Daten auf Platte oder Stick sichern und wiederherstellen.

Haben Sie sich nach der Einführung ins Backup-Thema für eine lokale Datensicherung auf Platte oder USB-Stick entschieden? Mit Kup [1] erledigen Sie diese Aufgabe besonders leicht: Das Tool integriert sich in die KDE-Systemeinstellungen, erstellt Sicherungskopien und spielt Backups im Fall der Fälle zurück. Mit dieser Anleitung richten Sie die Software so ein, dass in Zukunft nur drei extrem simple Schritte für das regelmäßige Backup nötig sind:

  1. USB-Platte anschließen bzw. Stick einstöpseln
  2. Frage des Systems, ob Sie sichern wollen, bestätigen
  3. Nach Abschluss der Sicherung Datenträger aushängen und Gerät abstöpseln

Diese Mühelosigkeit erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit regelmäßiger Sicherungen.

Backup-Medium

Bevor es an die Einrichtung der Software geht, sollten Sie eine wichtige Frage klären: Auf welchen Medien wollen Sie Ihre Daten sichern? Als Mittel der Wahl für überschaubare Datenmengen haben sich USB-Sticks bewährt – zumindest die etwas teureren. Billig-Sticks überleben oft nur wenige Schreib-Lese-Zyklen, bevor sie das Zeitliche segnen. Für Vollbackups von Festplatten, die inzwischen auch bei Heimcomputern im Terabyte-Bereich liegen, sind USB-Sticks ungeeignet, Sie brauchen dann eine externe Platte.

Am günstigsten sind externe Festplatten: Für deutlich unter 100 Euro bekommen Sie mittlerweile im Handel Platten mit 2 oder 3 Terabyte. Es empfiehlt sich, den Datenträger im Laden zu testen (falls das möglich ist) oder Rezensionen in Online-Shops zu lesen: Nicht selten sind externe Festplatten echte Krachmacher, die Sie auf dem Schreibtisch als störend empfinden. Portable externe Platten sind handlicher, meistens leiser, aber dafür deutlich langsamer.

Auch die Frage nach der Verbindung zwischen Backupmedium und Computer ist wichtig. Besitzt der Rechner einen FireWire- oder USB-3-Anschluss, sollten Sie für die Datensicherungen ein externes Medium mit einem entsprechenden Anschluss verwenden, weil das viel Zeit spart. Große Datenmengen via USB 2 zu übertragen, dauert eine Weile.

Kup für OpenSuse und Ubuntu

Das KDE-Tool Kup ist ein recht junges Projekt, und die Software liegt noch nicht allen Distributionen bei. Der Entwickler Simon Persson kümmert sich aber vorbildlich um seine Nutzer. Über den OpenSuse-Build-Service stellt er Pakete für verschiedene Linux-Systeme zur Verfügung [2]. Auf der Heft-DVD finden Sie die Kup-Version 0.7.0 für OpenSuse Leap 42.1 und 42.2 sowie die Version 0.6.1 für Kubuntu 17.04. Wenn Sie direkt aus den Paketquellen im Netz installieren möchten, finden Sie dazu Hinweise im Kasten Kup installieren.

OpenSuse-Anwender fügen nach der Installation noch ein Kontrollleisten-Icon hinzu: Wählen Sie dazu nach Rechtsklick auf einen freien Bereich der Kontrollleiste im Kontextmenü den Eintrag Kontrollleiste-Optionen / Miniprogramme hinzufügen aus. Scrollen Sie dann in der Übersicht der Miniprogramme ganz nach unten und doppelklicken Sie auf Zustand des Backups (Abbildung 1).

Abbildung 1: Unter OpenSuse rüsten Sie noch ein Miniprogramm nach.

Abbildung 1: Unter OpenSuse rüsten Sie noch ein Miniprogramm nach.

Bei OpenSuse 42.1 war nach der Installation ein Ab- und wieder Anmelden unter KDE nötig, damit der Zugriff auf mit bup erstellte Backups gelang – vor dem KDE-Neustart erkannte Dolphin das Bup-Protokoll nicht. Bei OpenSuse 42.2 und Kubuntu 17.04 funktionierte alles direkt ohne Neuanmeldung.

Kup installieren

Wenn Sie Kup direkt aus Internetquellen installieren möchten, öffnen Sie unabhängig von der Distribution zunächst mit [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole ins Schnellstartfenster ein Terminalfenster.

Unter Kubuntu 17.04 installieren Sie von Hand ein kup-Paket der Debian-Distribution – das funktioniert, weil Ubuntu auf Debian basiert. Außerdem benötigen Sie ein weiteres Paket namens bup, das in den Ubuntu-Repositorys liegt. Insgesamt führen Sie die folgenden drei Befehle aus:

wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/k/kup-backup/kup-backup_0.6.1+dfsg-1_amd64.deb
sudo dpkg -i kup-backup_0.6.1+dfsg-1_amd64.deb
sudo apt install bup

Benutzer von OpenSuse binden zunächst zwei neue Repositorys in die Paketverwaltung ein und installieren darüber dann kup und das von kup benutzte Programm bup. Die nötigen Befehle sind im Wesentlichen für alle OpenSuse-Versionen gleich und unterscheiden sich nur bei den Pfaden, die Versionsnummern enthalten.

Für OpenSuse 42.2 geben Sie die folgenden Befehle ein:

sudo zypper ar -f http://download.opensuse.org/repositories/home:/simper:/kup/openSUSE_Leap_42.2/ kup
sudo zypper ar -f http://download.opensuse.org/repositories/home:/p_conrad:/branches/openSUSE_Leap_42.2/ bup
sudo zypper in kup bup

Anwender von OpenSuse 42.1 geben stattdessen diese Befehle ein:

sudo zypper ar -f http://download.opensuse.org/repositories/home:/simper:/kup/openSUSE_Leap_42.1/ kup
sudo zypper ar -f http://download.opensuse.org/repositories/home:/p_conrad:/branches/openSUSE_Leap_42.1/ bup
sudo zypper in kup bup

Nach der Kup-Installation erscheint das Modul Datensicherungen automatisch im Bereich Persönliche Informationen in den KDE-Systemeinstellungen (Abbildung 2). Diese öffnen Sie über das K-Menü (Abteilung Anwendungen / Einstellungen) oder über Eingabe des Kommandos systemsettings5 in ein Schnellstart- oder Terminalfenster. Bevor Sie sich ans Einrichten von Kup begeben, sorgen Sie zuerst dafür, dass der Linux-PC das Backupmedium ordentlich in sein Dateisystem einbindet.

Abbildung 2: Nach der Installation von Kup erscheint in den KDE-Systemeinstellungen der neue Menüpunkt "Datensicherungen".

Abbildung 2: Nach der Installation von Kup erscheint in den KDE-Systemeinstellungen der neue Menüpunkt “Datensicherungen”.

Fast alle Platten und USB-Speicher-Sticks sind in der Voreinstellung mit einem FAT-Dateisystem formatiert, das Linux problemlos lesen und beschreiben kann. Stecken Sie Ihr Backupmedium an den Rechner, und KDE sollte Sie nach kurzer Zeit auf das neue Gerät aufmerksam machen. Per Mausklick hängen Sie es ins System ein und können es im Dateimanager Dolphin öffnen. Drücken Sie hier [Strg]+[L], um in der Adressleiste den vollen Pfad zum Gerät zu sehen. (Diesen brauchen Sie nur, wenn Kup das Gerät nicht erkennt und Sie von Hand einen Ort für die Backups angeben wollen.)

Kup konfigurieren

Wenden Sie sich wieder den Systemeinstellungen und den Datensicherungen zu. Jetzt geht es ans Einrichten der Software. Setzen Sie ein Häkchen bei Datensicherungen aktiviert. Im rechten Bereich ist nun die Schaltfläche Neuer Datensicherungsplan aktiv, die Sie anklicken. Über die linke Seitenleiste erreichen Sie verschiedene Sektionen, um das Backup mit Kup einzurichten. Oben rechts ins Feld Beschreibung können Sie einen Namen für Ihre Backupstrategie eintragen. In der Voreinstellung steht hier Datensicherungsplan 1. Wenn Sie mehrere davon einrichten möchten – z. B. einen für wöchentliche Backups und einen für die tägliche Sicherung – wählen Sie am besten aussagekräftige Bezeichnungen, um die Setups später unterscheiden zu können (siehe Abschnitt Pläne schmieden).

Dann wenden Sie sich dem Punkt Art der Sicherung zu. Kup möchte hier von Ihnen wissen, ob Sie beim Backup eine Versionsverwaltung integrieren (Versionierte Datensicherung) oder nur den jeweils letzten Stand Ihrer Daten sichern möchten (Synchronisierte Datensicherung). Ersteres ist die Voreinstellung (Abbildung 3) und bietet einige Vorteile: Die Software erstellt dann nicht nur einfach eine Sicherungskopie der Daten zu einem fixen Zeitpunkt, sondern behält auch ältere Versionen veränderter Dateien. Der Nachteil dieser Methode ist, dass Sie auch zum Wiederherstellen von Dateien eine Kup-Installation benötigen.

Abbildung 3: Kup beherrscht Backups mit Versionsverwaltung (Voreinstellung) und einfache Sicherungen.

Abbildung 3: Kup beherrscht Backups mit Versionsverwaltung (Voreinstellung) und einfache Sicherungen.

Bei der synchronisierten Datensicherung können Sie ohne spezielle Software die gesicherten Dateien vom Backup-Medium kopieren, müssen dafür aber auf die zusätzliche Sicherheit verzichten, die das Speichern mehrerer Dateiversionen bietet. Wir empfehlen, hier die Voreinstellung zu übernehmen und mit Versionierung zu arbeiten.

Eine Frage der Zeit

Wenden Sie sich nun dem Abschnitt Quellen zu und klicken Sie ggf. auf Ordner auswählen, falls nicht direkt eine Übersicht der Verzeichnishierarchie erscheint. Hier legen Sie fest, welche Daten Kup sichern soll (Abbildung 4). Es ist möglich, das gesamte System zu erfassen oder z. B. nur Ihr Home-Verzeichnis zu sichern. Mit diesen Überlegungen haben Sie sich bereits im Rahmen des Einstiegsartikels beschäftigt.

Abbildung 4: Wählen Sie bei den "Quellen" aus, was Sie sichern wollen.

Abbildung 4: Wählen Sie bei den “Quellen” aus, was Sie sichern wollen.

Wechseln Sie nun zum Abschnitt Ziel und stöpseln Sie die externe Platte oder den USB-Stick an und bestätigen Sie ggf. die KDE-Anfrage zum Einhängen des Datenträgers. Kup bietet über Dateisystempfad an, ein Verzeichnis zu bestimmen (um z. B. die interne Platte für das Backup zu nutzen). Für den externen Datenträger ist die Option Externer Speicher die richtige: Platte oder Stick tauchen dann im weißen Bereich des Fensters auf (Abbildung 5). Klicken Sie die richtige Zeile an.

Abbildung 5: Wo soll Kup sichern? Wählen Sie einen angeschlossenen Datenträger aus.

Abbildung 5: Wo soll Kup sichern? Wählen Sie einen angeschlossenen Datenträger aus.

Schließlich möchte Kup von Ihnen wissen, in welchen zeitlichen Abständen Sie Backups durchführen möchten. Im Bereich Zeitplan haben Sie die Wahl zwischen drei Szenarien: Manuelle Aktivierung (von Hand angestoßenes Backup), Zeitspanne (regelmäßige Zeitintervalle, z. B. alle fünf Minuten, alle zwei Tage, jede Woche usw.) und Aktive Nutzungszeit (Backups auf Basis von Nutzungszeiträumen, z. B. wenn der Rechner mehr als 24 Stunden gelaufen ist). Manuelle Backups erfordern Aufmerksamkeit von Ihrer Seite aus; die anderen beiden Optionen automatisieren die Datensicherung. Entscheiden Sie sich für Zeitspanne und – falls Sie eine tägliche Sicherung planen – für ein etwas kleineres Intervall wie etwa 20 Stunden (Abbildung 6). Lassen Sie die Checkbox Nachfragen, bevor eine Datensicherung ausgeführt wird aktiviert, dann fragt Kup vor jedem Backup, ob es losgehen soll.

Abbildung 6: Wie regelmäßig wollen Sie sichern? Tägliche oder wöchentliche Backups sind üblich.

Abbildung 6: Wie regelmäßig wollen Sie sichern? Tägliche oder wöchentliche Backups sind üblich.

Schließlich finden Sie unter Erweitert diverse Zusatzfeatures für fortgeschrittene Anwender. Die Option Integrität der Sicherungen überprüfen sollten Sie aktivieren, damit Kup das Archiv auf Fehler prüft, bevor es neue Daten aufnimmt. Mit einem abschließenden Klick auf Anwenden ist die Einrichtung abgeschlossen. Links neben dem Lautsprecher-Icon im Systemabschnitt der Kontrollleiste taucht nun ein neues Symbol auf, über das Sie Kup steuern.

Da der Backup-Datenträger verfügbar ist, wird Kup nun direkt eine erste Sicherung empfehlen – es erscheint ein kleines Dialogfenster in der rechten unteren Bildschirmecke (Abbildung 7), in dem Sie mit Ja bestätigen, die Sicherung durchzuführen. Kup startet dann das Backup; nach Abschluss der Sicherung erscheint ein weiterer Hinweis, und Sie können den Stick oder die Platte dann vom Rechner trennen. (Falls der Datenträger noch eingehängt ist, vergessen Sie nicht das Aushängen.) Waren Sie nicht schnell genug und ist der Dialog wieder verschwunden, starten Sie das Backup manuell per Klick auf das Kup-Icon in der Kontrollleiste und Auswahl von Neues Backup anlegen.

Abbildung 7: Kup entdeckt den Backup-Datenträger.

Abbildung 7: Kup entdeckt den Backup-Datenträger.

Weitere Backups

Sie können das Einstellungsfenster jetzt schließen. Ab jetzt ist die Backup-Automatik aktiv: Für die täglichen (oder Ihrer Wahl entsprechenden) Sicherungen stöpseln Sie einfach den Datenträger wieder an – es erscheint dann erneut die Nachfrage aus Abbildung 7. Falls Sie mehrere Datensicherungspläne eingerichtet haben, können Sie über das Kup-Icon auswählen, welchen davon Sie jetzt ausführen möchten.

Wiederherstellung

Ein guter Datensicherungsplan ist allerdings nur die halbe Miete – die besten Backupkonzepte sind nutzlos, wenn das Wiederherstellen der Daten nicht gelingt. Normalerweise werden Sie mit zwei Szenarien konfrontiert: Entweder Sie möchten einzelne Dateien oder Verzeichnisse zurückspielen (etwa wenn Sie etwas versehentlich überschrieben haben) oder Sie benötigen mehrere oder alle Daten aus dem Backup (z. B. nach dem Ausfall einer Festplatte). Kup kann beides. Schauen wir uns zunächst an, wie Sie einzelne Dateien oder Ordner wiederherstellen:

  1. Klicken Sie auf das Kup-Icon in der Kontrollleiste, wählen Sie den Datensicherungsplan aus und dort den Eintrag Dateien anzeigen.
  2. Es öffnet sich ein neuer Dialog, der wie ein minimalistischer Dateimanager aussieht. Links sehen Sie den Dateibaum mit allen Ordnern und Dateien aus der Sicherung. Rechts sind alle Versionen mit Zeitstempeln aufgelistet (Abbildung 8, unten, Mitte).
  3. Abbildung 8: In den 18 Minuten zwischen den beiden Datensicherungen wurde nur die Datei "document1.tex" verändert; dort sind zwei neue Zeilen hinzugekommen.

    Abbildung 8: In den 18 Minuten zwischen den beiden Datensicherungen wurde nur die Datei “document1.tex” verändert; dort sind zwei neue Zeilen hinzugekommen.

  4. Wählen Sie rechts einen Sicherungszeitpunkt aus, den Sie betrachten möchten. Ein Klick auf Öffnen öffnet ein Dateimanagerfenster mit einem Pfad der Form bup:///run/media/esser/BS ESSER/Datensicherungen/kup/2017-06-26 23:19/home/. Dabei ist bup das Protokoll, über das der Zugriff auf die Inhalte der Sicherungen möglich ist. Navigieren Sie nun an den Unterordner, der die gesuchte Datei enthält. Sie können diese von dort auf den Desktop ziehen (und damit aus dem Backup wiederherstellen), sie per Linksklick in der Standardanwendung oder per Rechtsklick und Auswahl eines Programms in einem anderen Programm öffnen. Das Öffnen gelingt allerdings nicht immer, weil einige Programme das bup-Protokoll nicht beherrschen. Erhalten Sie beim Öffnen der Datei eine Fehlermeldung, kopieren Sie sie stattdessen auf den Desktop und öffnen diese Kopie.

In Abbildung 8 sehen Sie ganz oben zwei Ansichten desselben Verzeichnisses – aber aus verschiedenen Sicherungen. In den Fenstern darunter ist jeweils die Datei document1.tex aus den beiden Backups geöffnet; die abweichenden zwei Zeilen der neueren Version sind im linken Fenster blau markiert.

Alternativ zu der beschriebenen Vorgehensweise können Sie auch im Kup-Browser zunächst in der Ordnerliste links zu einem Verzeichnis oder einer konkreten Datei navigieren und diese(s) anklicken. Rechts sehen Sie dann die verschiedenen Versionen (Abbildung 9) – klicken Sie auf eine davon und entscheiden Sie sich dann zwischen

  • Öffnen (versucht, wie oben, diese Dateiversion in der Standardanwendung zu öffnen) und
  • Wiederherstellen: Kup wird dann wahlweise die Datei am ursprünglichen Ort wieder ablegen (und dabei – nach Rückfrage – eine dort schon liegende Version überschreiben) oder Sie einen alternativen Ort für die Rücksicherung wählen lassen.
Abbildung 9: Einzelne Dateien oder Verzeichnisse können Sie auch am ursprünglichen Ort wiederherstellen lassen.

Abbildung 9: Einzelne Dateien oder Verzeichnisse können Sie auch am ursprünglichen Ort wiederherstellen lassen.

Ganzes System wiederherstellen

Nicht viel komplizierter ist der Vorgang, wenn Sie nach Diebstahl, Verlust oder Plattencrash das ganze Backup (oder große Teile) zurückspielen möchten. Die Ausgangslage ist dann eine andere: Während Sie bei der Rettung einzelner Dateien schon ein laufendes und mit Kup konfiguriertes System zur Verfügung haben, müssen Sie nach einem Verlust erst wieder eines aufsetzen. Der erste Schritt ist daher, Linux neu zu installieren.

Wenn Sie das komplette Home-Verzeichnis gesichert haben, sind im Backup auch alle Konfigurationsdateien enthalten – die sollten Sie nur dann auf ein frisch installiertes System zurücksichern, wenn Sie dieselbe Distribution (und -version) installiert haben, die auch auf dem ursprünglich gesicherten Rechner lief, denn die Einstellungen können auf anderen Distributionen oder bei zu großen Versionssprüngen zu Problemen führen.

Sobald Sie wieder ein lauffähiges System haben, installieren Sie Kup, richten aber keinen Datensicherungsplan ein. Schließen Sie dann den Backup-Datenträger an und navigieren Sie nach dem Einbinden in das Unterverzeichnis Datensicherungen. Drücken Sie [Strg]+[L], um in Dolphin den vollen Pfad anzuzeigen (Abbildung 10, oben) – springen Sie mit [Pos1]+ an den Anfang des Pfads und ergänzen Sie die Zeichen bup:/// (mit drei Schrägstrichen). Wenn Sie die Änderung mit [Eingabe] übernehmen, wechselt Dolphin zur Backup-Ansicht, die zunächst nur einen Eintrag kup enthält. Der lässt sich ausklappen und zeigt dann alle Datensicherungszeitpunkte an (Abbildung 10, unten). Wählen Sie den aktuellsten aus und öffnen Sie ihn – Sie finden dann die gesicherte Verzeichnisstruktur und können diese per Drag & Drop in das frisch installierte System kopieren (also zurücksichern).

Abbildung 10: Für eine vollständige Rücksicherung nutzen Sie nach dem Aufsetzen eines neuen Linux-Systems das "bup"-Protokoll (unten).

Abbildung 10: Für eine vollständige Rücksicherung nutzen Sie nach dem Aufsetzen eines neuen Linux-Systems das “bup”-Protokoll (unten).

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