Druckertreiber-Sammlung TurboPrint

Aus EasyLinux 01/2017

Druckertreiber-Sammlung TurboPrint

© mechanik, 123RF

Starthilfe

Wenn der Drucker nicht unter Linux laufen will, könnte TurboPrint das Gerät vor der Entsorgung bewahren: Für viele Drucker, vor allem Tintenstrahler von Canon und Epson, bietet das Programm Treiber.

TurboPrint [1] ist eine Treibersammlung für Tintenstrahldrucker von Canon, Epson und HP sowie Laserdrucker von Brother und HP. Wenn ein Drucker in der Liste der unterstützten Geräte [2] auftaucht, ist die Einrichtung sehr leicht. Das Programm kostet knapp 30 Euro, kann aber vor dem Kauf für 30 Tage getestet werden. Die Umwandlung in die Vollversion ist dann durch Einspielen einer Lizenzschlüsseldatei (ohne Neuinstallation) möglich. Eine “Familienlizenz” (für drei Rechner und fünf Drucker) kostet 50 Euro, und für Geräte mit ARM-Prozessor (wie den Raspberry Pi) gibt es eine günstigere Variante, zum Preis von 10 Euro.

Anwender, die Wert auf exakte Farbdarstellungen legen, können den Farbeinmess-Service des Herstellers nutzen: Dazu druckt man eine Farbübersicht und schickt sie ein; Zedonet erstellt dann ein Farbprofil, das über die Profilverwaltung aktiviert wird. Der Service kostet 15 Euro.

Installation

Auf der Webseite bietet der Hersteller Zedonet RPM- und Debian-Archive an, die sich für die Installation unter OpenSuse bzw. Kubuntu eignen. Das heruntergeladene Paket ließ sich im Test unter allen von EasyLinux unterstützten Distributionen problemlos installieren, und nach Eingabe von turboprint in einem mit [Alt]+[F2] geöffneten Schnellstartfenster startete das Konfigurationsprogramm.

Im Rahmen der Einrichtung schlägt das Tool auch vor, ein Druckermonitor-Miniprogramm in der Startleiste zu verankern (Abbildung 1) – im Test gelang das nur unter OpenSuse 13.2 – hier läuft noch das ältere KDE 4. OpenSuse 42.1 und Kubuntu 16.04 verwenden schon KDE 5, dort taucht kein passender Eintrag in der Liste der Miniprogramme auf, weil das Miniprogramm nicht mit KDE 5 kompatibel ist.

Abbildung 1: Das empfohlene Miniprogramm gibt es nur für ältere KDE-Versionen.

Abbildung 1: Das empfohlene Miniprogramm gibt es nur für ältere KDE-Versionen.

Beim Einrichten von Druckern erkennt TurboPrint USB-Drucker und im Netz erreichbare Geräte (Abbildung 2).

Abbildung 2: Im TurboPrint-Kontrollzentrum konfigurieren Sie den oder die Drucker.

Abbildung 2: Im TurboPrint-Kontrollzentrum konfigurieren Sie den oder die Drucker.

Parallelinstallation

Auch wenn Sie für einen Drucker bereits eine funktionierende Konfiguration haben, kann es sinnvoll sein, das Gerät unter TurboPrint ebenfalls zu konfigurieren: In unserem Test haben wir das mit einem älteren Schwarzweiß-Laserdrucker von HP getan, bei dem wir danach die Tonersparfunktion aktivieren konnten: Seiten kommen dann etwas heller aus dem Gerät, dafür hält der Toner länger.

Druckdialoge in Linux-Programmen (z. B. LibreOffice) bieten beim Einsatz des TurboPrint-Treibers deutlich mehr Optionen als mit dem automatisch eingerichteten Treiber der Distribution (Abbildung 3); darunter finden sich aber auch einige unsinnige Optionen wie die erweiterte Farbeinstellungen für Cyan, Magenta und Gelb – für einen Schwarz-weiß-Laserdrucker.

Abbildung 3: Drucken mit TurboPrint (links) und ohne (rechts) – der TurboPrint-Treiber bietet deutlich mehr Einstellmöglichkeiten.

Abbildung 3: Drucken mit TurboPrint (links) und ohne (rechts) – der TurboPrint-Treiber bietet deutlich mehr Einstellmöglichkeiten.

TurboPrint informiert im “Drucker-Monitor” auch über den Verbrauch; Zedonet wirbt mit einem um 30% reduzierten Verbrauch im Tintensparmodus, der trotz des geringeren Farbeinsatzes keine wahrnehmbaren Qualitätseinbußen verursachen soll.

Speziell für das Grafikprogramm Gimp liefert TurboPrint ein Plug-in mit, das im Menü unter Datei / TurboPrint einen eigenen Druckdialog verankert (Abbildung 4). Die wichtigsten Einstellungen sind hier übersichtlicher in einem einzelnen großen Dialogfenster versammelt als beim Standard-Druckdialog von Gimp, und ein Klick auf TurboPrint Config öffnet die Druckerkonfiguration von TurboPrint.

Abbildung 4: Für Gimp bringt TurboPrint ein eigenes Plug-in mit, das einen neuen Druckdialog für TurboPrint-eigene Drucker integriert (erreichbar über "Datei / TurboPrint").

Abbildung 4: Für Gimp bringt TurboPrint ein eigenes Plug-in mit, das einen neuen Druckdialog für TurboPrint-eigene Drucker integriert (erreichbar über “Datei / TurboPrint”).

Fazit

Wer einen Drucker von Canon, Epson, HP oder Brother besitzt, den die von OpenSuse und Kubuntu mitgelieferten Treiber nicht unterstützen, der sollte auf jeden Fall versuchen, das Gerät mit TurboPrint zum Laufen zu bringen. In den ersten 30 Tagen können Sie die Kompatibilität gratis testen – und das ohne lästige Wasserzeichen oder sonstige Störungen im Druckbild. Mit 30 Euro ist der Kauf günstiger als der Umstieg auf einen neuen Drucker, der auch mit den Standardtreibern arbeitet.

Für Anwender, die schon erfolgreich drucken können, lohnt sich trotzdem der 30-Tage-Test, wenn TurboPrint das Gerät unterstützt, denn so ist ein direkter Vergleich mit den Gratistreibern möglich.

Infos

[1] TurboPrint: http://www.turboprint.de/

[2] Kompatibilitätsliste: http://www.turboprint.de/printers.html

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