Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 1/2).
Linphone 3.9 – IP-(Video)-Telefonie-Software
Telefonkostenfreie Videotelefonie mit Skype von Microsoft erfreut sich großer Beliebtheit. Wer Wert auf Datenschutz legt, sollte seine Gesprächspartner überreden, Linphone zu installieren. Dem Namen zum Trotz gibt es auch Windows-, OS-X- und Android-Versionen.
Wenn die oder der Liebste länger im Ausland weilt, laufen schnell horrende Telefonrechnungen auf. Dabei braucht man das Telefonnetz gar nicht mehr, um miteinander zu sprechen, wenn beide Gesprächspartner einen Rechner mit Internetanschluss besitzen.
Ein IP-Telefonie-Programm wie Linphone (Abbildung 1) [1] überträgt die Sprachdaten nicht über eine teure Telefonverbindung, sondern per Internet. Verfügen beide Seiten wenigstens über eine mäßig schnelle DSL-Verbindung, kommt als Bonus noch Videotelefonie hinzu.

Abbildung 1: Es klingelt! Linphone braucht für Sprach- und Videotelefonie lediglich einen Internetanschluss und einen kostenlosen SIP-Account. Für eine Sprachverbindung reicht schon Modem-Geschwindigkeit.
Es gibt beim Telefonieren mit Linphone verschiedene “Ausbaustufen”: Im Heimnetz reicht es, wenn der Gesprächspartner ebenfalls Linphone oder ein kompatibles Programm wie Ekiga [2] gestartet hat. Dann brauchen Sie nur noch sip:Benutzername@IP-des-Partnerrechners:5060 in das Feld SIP-Adresse oder Telefonnummer einzugeben, und schon klingelt es bei Ihrem Gegenüber.
Öffentlicher Anschluss
Beim Telefonieren nach draußen hilft ein so genannter SIP-Account. Von einem vollwertigen Voice-over-IP-Konto unterscheidet er sich dadurch, dass Sie mit ihm nur von Computer zu Computer telefonieren können, nicht aber ins Telefonnetz.
Dazu müssen Sie in der Firewall Ports öffnen: Der UDP-Port 5060 nimmt den ankommenden Ruf entgegen. Die Tonübertragung ist auf Port 7078 (UDP) angewiesen, die von Linphone ebenfalls unterstützte Videoübertragung braucht Port 9078 (UDP). OpenSuse-Anwender müssen diese Ports auch in YaST für die lokale Firewall öffnen. Falls Ihr Computer per Router im Netz hängt, richten Sie dort Portweiterleitungen für diese Ports zu dem Rechner ein, auf dem Linphone läuft (Abbildung 2).

Abbildung 2: Hängt der Linphone-Rechner an einem Router (hier einer FritzBox), sind drei Portweiterleitungen einzurichten.
Sowohl die Linphone- als auch die Ekiga-Entwickler bieten kostenlose SIP-Accounts an [3]. Nach dem ersten Start öffnet Linphone einen Assistenten, in dem Sie Ihre Mail-Adresse, einen Benutzernamen (“Telefonnummer”) und ein Passwort eingeben. Nach Aufruf des Aktivierungslinks sind Sie dann unter der SIP-Adresse sip:Benutzername@sip.linphone.org öffentlich erreichbar, solange Linphone aktiv ist.
Damit das Programmfenster des immer laufenden Programms nicht stört, können Sie es schließen. Linphone bleibt als Taskleistensymbol weiter aktiv. Erst der Menüpunkt Optionen / Beenden stoppt das Programm.
Im Bild
Wenn Sie nach Aufbau einer Telefonverbindung auf den Button Video klicken, erhält ihr Gesprächspartner eine Anfrage, ob er einer Bildübertragung zustimmt. Dafür müssen beide Rechner mit einer Kamera ausgestattet sein.
Neben der Bildübertragung bringt Linphone auch einen Chat mit, der sich zum Beispiel zum Tauschen von URLs als praktisch erweist. Während sich jedoch die Bild- und Tonübertragung verschlüsseln lässt (Abbildung 3), bleibt der Linphone-Chat immer unverschlüsselt.

Abbildung 3: Linphone kann Verbindungen verschlüsseln. Aktiv ist die verschlüsselte Bild- und Tonübertragung nur, wenn beide Teilnehmer sie einschalten. Die Standardeinstellung “Hinter NAT / Firewall (STUN verwenden)” funktioniert am zuverlässigsten.
Praktisch alle neueren Laptops und Netbooks bringen ein Mikrofon und eine Kamera mit, die Linux oft problemlos erkennt. Bei Desktop-Computern empfiehlt sich ein Headset und für Videotelefonie eine Webcam, wie sie schon für unter 50 Euro erhältlich ist.
Linphone gibt es auch für Android [4] und Windows Phone [5]. Allerdings verbieten die meisten mobilen Internetanbieter Voice-over-IP-Telefonie in ihren Nutzungsbedingungen. Sie treffen dann gewöhnlich technische Maßnahmen, um den Aufbau solcher Verbindungen zu verhindern.
Die Redaktion meint
Überhöhte Telefontarife ins Ausland kann man sich heute sparen, wenn man mit einem bekannten Gesprächspartner reden möchte: Dank SIP-Telefonie reichen ein Internetanschluss und ein IP-Telefonie-Programm wie Linphone. An dem übersichtlichen Programm gab es im Test nichts auszusetzen.
Bewertung
4 von 5 Sternen
Calligra 2.9.9 – mäßig umfangreiche Office-Suite
Dass sich in einer Softwarekategorie schon ein Standardprogramm etabliert hat, hält Open-Source-Entwickler oft nicht davon ab, dieselbe Aufgabe noch einmal ganz anders zu lösen: So stellt die Calligra-Office-Suite dem Boliden LibreOffice eine leichtgewichtigere Alternative entgegen. Calligra punktet mit einer ungewöhnlichen, aber cleveren Benutzeroberfläche.
Das unter Linux am häufigsten genutzte Officepaket ist und bleibt LibreOffice. Doch KDE, ohnehin bekannt für seine zahlreichen Begleitanwendungen, bringt mit Calligra (Abbildungen 4 und 5) [6] sogar eine eigene Office-Suite mit. Calligra Office ist bei weitem nicht so umfangreich wie LibreOffice. Das werden aber viele Anwender sogar als Vorteil empfinden.

Abbildung 4: Die Textverarbeitung Words bildet den Kern von Calligra. Praktisch alle Funktionen sind über die Paletten am rechten Fensterrand erreichbar.

Abbildung 5: Viele weitere Programme mit palettenbasiertem GUI ergänzen Words zur Office-Suite. Die wichtigsten: Stage (1, Präsentationen), Sheets (2, Tabellenkalkulation), Kexi (3, Datenbank, ähnlich Access), Flow (Schablonen/Flussdiagramme à la Visio) und Krita (5, Bitmaps).
Die Textverarbeitung bietet einen brauchbaren und trotzdem übersichtlichen Funktionsumfang: Alle Grundfunktionen wie Textformatierungen, Text in Spalten oder Tabellen sind vorhanden. Bilder können Sie nicht nur einfügen, sondern auch gleich in Words beschneiden – eine Funktion, die LibreOffice erst seit Version 5.0 vom Sommer 2015 kennt.
Auch ordentliche Vektorzeichenfunktionen sind eingebaut. Speziell für Schemata oder Flussdiagramme ist die Funktion Objekte verbinden gedacht: Sie zeichnet Verbindungslinien zwischen Zeichenobjektknoten, deren Länge beim Verschieben der verknüpften Objekte automatisch der neuen Knotenposition folgt. Schließlich lassen sich Tabellen aus der Tabellenkalkulation Sheets, Zeichnungen aus Karbon sowie Formeln und Diagramme als Unterobjekte einbetten.
Gute Referenzen
Fuß- und Endnoten, Literaturverzeichnisse sowie eine simple Kommentarfunktion bringt die Calligra-Textverarbeitung ebenfalls mit. Hervorzuheben sind noch Formschablonen wie in Abbildung 6: Über den roten Anfasser lässt sich die Mundform des Smileys stufenlos vom Grinsen zum Schmollmund verändern. Gut 15 solcher verformbarer Schablonen sind in der Bibliothek enthalten.

Abbildung 6: Words-Schablonen lassen sich an für die Form maßgeschneiderten Griffen (rechts, rotes Quadrat) mit der Maus verformen.
Bei den meisten dieser Funktionen halten LibreOffice oder Microsoft Word mühelos mit. Aus der Reihe tanzt Calligra Words jedoch bei der Bedienung: Seine Menüs enthalten nur wenige Einträge. Praktisch alle Funktion sind über in Karteireitern geordneten Paletten erreichbar (Abbildung 4, rechts). Jede dieser Paletten bleibt von ihrem Umfang her übersichtlich. Das Paletten-Bedienkonzept funktioniert für den nicht zu großen Funktionsumfang des Programms gut.
2.9.9, die letzte Fassung der 2er-Versionsreihe schlug sich im Test in Punkto Stabilität leidlich: Abstürze traten lediglich bei umfangreichen Wiederherstellen-Operationen auf. Sonst ist nur noch eine Merkwürdigkeit aufgefallen: Die Rahmen für den Grundtextfluss lassen sich mit den Shape Handling Tools in Form und Farbe verändern. Diese Änderungen verschwinden jedoch beim erneuten Öffnen des Dokuments.
Im Set günstiger
Neben der Textverarbeitung enthält Calligra-Office-Suite noch die Tabellenkalkulation Sheets, das PowerPoint-Äquivalent Stage, den Bitmap-Editor Krita, das Zeichenprogramm Karbon und die Datenbankanwendung Kexi (Abbildung 5).
Diese Kernanwendungen bieten allesamt einen soliden Funktionsumfang. Insbesondere die Grafikprogramme verdienen danke der schon für Words skizzierten Paletten Lob. Krita unterstützt bis zu 32 Bit Farbtiefe, während Gimp mit immer noch maximal 8 Bit kaum fürs professionelle Arbeiten geeignet ist.
Die Tabellenkalkulation Sheets kennt immerhin Pivot-Tabellen. Darunter ist die Zusammenfassung eines Tabellenbereichs zu einem einzigen Wert zu verstehen, der die Auswertung großer Datenmengen erheblich erleichtert.
Noch vier weitere Programme gehören zu Calligra Office: Mit Plan ist eine Projektverwaltunssoftware nach dem Vorbild von Microsoft Project [7] enthalten. Braindump hilft beim Skizzieren von Gedankengängen oder Mitschriften. Mit Flow ist der schon bei der Textverarbeitung angesprochene Flussdiagramm-Editor als eigenständige Anwendung verfügbar. Calligra Author ist ein E-Book-Editor, der sich jedoch noch kaum vom Programm Words unterscheidet, auf dem er basiert.
Die Redaktion meint
Version 2.9.9, die letzte Ausgabe der 2er-Reihe von Calligra Office, macht einen solideren Eindruck als frühere Fassungen – eine gute Nachricht für den Linux-Desktop: Wer keine fortgeschrittenen Funktionen wie Serienbriefe braucht, kann sich mit den schlankeren Calligra-Programmen begnügen.
Bewertung
4 von 5 Sternen
Sigil 0.9.0 – WYSIWYG-E-Book-Editor
Selbstverlag lautet die Devise auf dem E-Book-Markt. Wenn es trotzdem schwierig genug bleibt, einen Bestseller zu landen, dann scheitert der große Hit dank des E-Book-Editors Sigil zumindest nicht am Erzeugen der E-Book-Dateien.
Professionelle, gedruckte Bücher entstehen auf teuren Offset-Druckmaschinen. Vollwertige E-Books kann man dagegen auf dem eigenen Computer erstellen. Mit dem WYSIWYG-Programm (What you see is what you get) Sigil (Abbildung 7) [8] gelingt das auch ohne technische Kenntnisse zu E-Book-Dateiformaten.

Abbildung 7: E-Books mit einfachen Formatierungen, Bildern, Links und einem Inhaltsverzeichnis entstehen in Sigil nach dem WYSIWYG-Prinzip.
Sigil erstellt E-Books im verbreitetsten Format EPUB. Dieses offene Format bündelt XHTML-Seiten und Abbildungen in einer Datei. Für die E-Book-Seiten stehen also alle Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung, die Sie von Internetseiten kennen. Ein Inhaltsverzeichnis und ein Cover sorgen für das Look & Feel eines echten Buchs.
EPUB-Dateien lassen sich zum Beispiel mit Calibre [9] (siehe nächste Programmvorstellung) leicht in weitere gängige Dateiformate wie Mobipocket umwandeln. Bücher im EPUB- oder Mobipocket-Format bescheren Online-Buchhändlern bereits einen signifikanten Teil ihres Umsatzes.
Sigil startet mit einem leeren E-Book mit einem Kapitel: Im rechten Unterfenster hat das Programm unter Text den Eintrag Section0001.xhtml vorangelegt. Eine EPUB-Datei darf beliebig viele XHTML-Dateien enthalten. Per Rechtsklick geben Sie den Dateien einen aussagekräftigen Namen.
Schreibmaschine
Das mittlere Unterfenster funktioniert wie eine Textverarbeitung: Hier tippen Sie den Text Ihres Buchs ein und formatieren ihn fett, kursiv oder als Überschrift. Bilder fügen Sie mit einem Rechtsklick an der Cursorposition ein.
Allerdings sind damit die Formatierungsmöglichkeiten in der WYSIWYG-Ansicht bereits erschöpft. Um zum Beispiel die Schriftart oder -farbe zu verändern, müssen Sie in Sigil per Hand XHTML- und CSS-Code schreiben. Mit [F2] wechseln zwischen der WYSIWYG- und XHTML-Code-Ansicht (Abbildung 8).

Abbildung 8: Für komplexere Formatierungen müssen Sie sich mit dem in EPUB-Dateien verwendeten XHTML-Code auseinandersetzen.
In der Code-Ansicht hebt Syntax-Highlighting die XHTML-Tags farbig hervor. Dies erleichtert es, Text und Code auseinanderzuhalten. Eine automatische Vervollständigung von XHTML-Tags gibt es in Sigil nicht. Wenn Sie viel Code einbauen möchten, lohnt es sich eventuell, einen externen Editor zu benutzen und die fertige Datei mit einem Rechtsklick auf die Kategorie Text in Sigil zu übernehmen.
Sigil erzeugt Inhaltsverzeichnisse automatisch auf Basis der Überschriften im Text (Werkzeuge / Inhaltsverzeichnis / Inhaltsverzeichnis erzeugen) – alternativ fügen Sie mit Werkzeuge / Inhaltsverzeichnis / Inhaltsverzeichnis bearbeiten Einträge hinzu, die zum Anfang einer HTML-Datei oder zu einem Anker in einer Datei springen. Einen Anker fügen Sie über das Ankersymbol in der oberen Werkzeugleiste ein.
Ähnlich funktioniert das Erstellen eines Schlagwort-Index: Entweder markieren Sie die zu indizierenden Stellen direkt im Text oder erstellen eine Liste mit Wörtern, Sigil nimmt dann alle Vorkommen im Text in den Index auf.
Feinschliff
Die Rechtschreibprüfung funktioniert in Sigil anders als gewohnt: Statt von Fehler zu Fehler durch den Text zu springen, öffnen Sie mit [Alt]+[Q] eine Liste mit allen der Rechtschreibprüfung unbekannten Wörtern. Sie erscheinen nur einmal, egal, wie oft sie im Text vorkommen. Zu Unrecht beanstandete Wörter brauchen Sie also nur einmal zu ignorieren.
Hinzu kommen noch Funktionen wie eine Textbausteinverwaltung, eine EPUB-Gültigkeitsprüfung und ein Werkzeug zum Löschen nicht benutzter Stile in den eingebetteten CSS-Dateien.
Die Redaktion meint
Mit Sigil entstehen simple E-Books ohne Kenntnisse der zugrundeliegenden Dateiformate. Wer etwas von Webdesign versteht, gestaltet XHTML-Dateien und CSS-Stylesheets direkt in Sigil. Der eingebaute Quellcode-Editor erreicht nicht den Funktionsumfang des Editors in Calibre. Dafür gestattet er anfängertaugliches WYSIWYG-Bearbeiten.
Bewertung
3 von 5 Sternen
Calibre 2.44.1 – umfangreiche E-Book-Verwaltungssoftware
Keine öffentliche Bibliothek kommt ohne Katalog aus. Calibre katalogisiert die E-Books auf dem eigenen Rechner und synchronisiert den Bestand mit E-Book-Readern.
Kaum ein Entwicklerteam veröffentlicht so regelmäßig ein- oder zweimal im Monat eine neue Version wie die Calibre-Macher. Es wird also Zeit, die zuletzt Anfang 2014 in den Software-News vorgestellte E-Book-Verwaltung [10] erneut unter die Lupe zu nehmen.
Wie schon vor knapp zwei Jahren liegt der Schwerpunkt von Calibre auf der Verwaltung und Katalogisierung von E-Books: Die Software schlüsselt die Bücher in einem ausklappbaren Baum (Abbildung 9, linkes Unterfenster) nach Autoren, Schlagwörtern, Verlagen, Sprachen und der Bewertung auf.

Abbildung 9: Anders als das Bücherregal aus nordischem Holz katalogisiert Calibre die Bücher der E-Book-Bibliothek automatisch nach Autoren, Sprachen, Verlagen und einigen weiteren Kriterien (Kategoriebaum links).
Diese Katalogisierung basiert auf den in den E-Books eingebetteten Tags. Da nicht alle E-Book-Herausgeber bei der bibliographischen Auszeichnung Sorgfalt walten lassen, bringt Calibre einen übersichtlichen Tag-Editor mit (Abbildung 10), in dem Sie Schlagwörter, die Zusammenfassung und alle weiteren Tags bearbeiten.

Abbildung 10: Der handliche Metadaten-Editor verbessert das Tagging der Bücher. Bei bekannten Titeln erspart die Abfrage von Onlinekatalogen das Eintippen.
Besonders schnell geht das Auffrischen der Tags mit der Funktion Metadaten herunterladen, welche die Daten von einschlägigen Onlinediensten wie Google oder Amazon herunterlädt. Fehlt ein schmuckes Cover, sorgt auch hier die Onlinesuche schnell für Abhilfe (Abbildung 11). Notfalls erzeugt Calibre selbst ein Cover mit aufgedrucktem Titel. Anders als vor zwei Jahren variiert die Software nun Form und Farbe nach dem Zufallsprinzip. So sind auch die Bücher mit den so erzeugten Titelseiten optisch auseinanderzuhalten.

Abbildung 11: In der Cover-Übersicht wirken die E-Books richtig gegenständlich. Die Covers, die kein Bild enthalten, hat Calibre automatisch erzeugt.
Leichte Lektüre
Calibre bringt einen eigenen Reader zum Betrachten der E-Books auf dem Computer mit (Abbildung 12). Der öffnet mangels Kooperation der DRM-Hersteller mit quelloffener Software nur ungeschützte Bücher. E-Books mit digitalem Rechtemanagement (DRM) von Adobe kann das Programm immerhin verwalten (aber nicht anzeigen).
Doch die meisten Anwender werden ihre elektronischen Bücher auf einem E-Book-Reader lesen wollen. Eine der Kernfunktionen von Calibre ist daher die Synchronisation. Das Programm unterstützt die gängigen Geräte, die Entwickler halten die Liste der kompatiblen Reader aktuell. DRM-geschützte Bücher lassen sich auf Reader mit aktivem Rechtemanagement überspielen und dort lesen.
Nach dem Anschließen eines Readers an den Rechner erscheint in der Buttonleiste ein Symbol für das mobile Gerät und eine dort eventuell installierte Speicherkarte. Nach dem Markieren von Büchern auf dem Rechner oder dem mobilen Gerät genügt ein Rechtsklick, um sie zu übertragen. Der Bibliothekskatalog hält fest, auf welche Reader die E-Books verteilt wurden.
Seit Version 2.0 vom Sommer 2014 bringt Calibre einen neuen E-Book-Editor mit. Anders als das weiter vorne vorgestellte Sigil [11] kennt dieser keinen WYSIWYG-Modus. Da es nicht jedermanns Sache ist, einen Roman in HTML-Code zu schreiben, importiert Calibre sowohl die ODT-Dateien von LibreOffice oder Calligra Words als auch Docx-Dateien aus Microsoft Word.
Überhaupt kennt Calibre alle gängigen E-Book-Formate [12] und konvertiert die Bücher der lokalen Bibliothek beim Übertragen auf einen Reader automatisch in ein Format, das er beherrscht.
Profis werden sich dabei über die Heuristische Verarbeitung und die Strukturerkennung freuen: Mit diesen Funktionen lassen sich aus simplen Textdateien, wie sie zum Beispiel im amerikanischen Project Gutenberg [13] zu finden sind, strukturierte E-Books mit Inhaltsverzeichnis erstellen. Ausführlicher erklären das die zugehörigen Handbuchkapitel [13].
Textquellen
Damit Sie den Hauptvorteil von E-Books, nämlich ihre schnelle Verfügbarkeit, in Calibre genießen können, durchsucht die Funktion Bücher erwerben die Kataloge vieler kommerzieller oder kostenfreier E-Book-Lieferanten. Ein Klick auf ein Suchergebnis öffnet die passende Seite im Onlineshop.
Auf dem E-Ink-Display eines Readers lassen sich lange Texte ermüdungsfreier lesen als auf dem Computerschirm. Darum bringt Calibre eine Newsreader-Funktion (Abbildung 13) für die RSS-Feeds vieler Nachrichtenseiten mit (etwa 100 deutsche Zeitungen, 300 englische). Anders als normale RSS-Reader verwandelt Calibre den aktuellen Nachrichtenbestand in ein E-Book, das sich einfach auf den mobilen Reader übertragen lässt. Auch eigene News-Feed-Adressen können Sie hinzufügen.

Abbildung 13: Calibre konvertiert die Online-Auftritte vieler Zeitungen täglich frisch in ein E-Book, das sich auf dem Display eines E-Book-Readers komfortabler lesen lässt als auf dem Computerschirm.
Die Redaktion meint
Wegen seiner Funktionsvielfalt hat sich Calibre zu Recht als Standardlösung zum Verwalten, Konvertieren und Synchronisieren von E-Books etabliert.
Bewertung
5 von 5 Sternen
Infos
[1] Linphone: http://www.linphone.org/
[2] Ekiga: http://www.ekiga.org/
[3] Kostenloser SIP-Account: http://www.linphone.org/free-sip-service.html
[4] Android-Version: https://play.google.com/store/apps/details?id=org.linphone
[5] Windows-Phone-Version: https://www.microsoft.com/de-de/store/apps/linphone/9wzdncrdj0bq
[6] Calligra: https://www.calligra.org/
[7] Microsoft Visio: https://products.office.com/de-de/visio/flowchart-software
[8] Sigil: http://sigil-ebook.com/
[9] Calibre: http://calibre-ebook.com/
[10] Calibre: http://calibre-ebook.com/
[11] Sigil: http://sigil-ebook.com/
[12] unterstützte Formate: http://manual.calibre-ebook.com/de/faq.html#what-formats-does-calibre-support-conversion-to-from
[13] Heuristische Verarbeitung, Strukturerkennung: http://manual.calibre-ebook.com/de/conversion.html#heuristic-processing, http://manual.calibre-ebook.com/de/xpath.html

