Liebe Leserinnen und Leser,
die ersten Monate im neuen Jahr bringen wieder viele neue Linux-Versionen (u. a. OpenSuse 12.3 und Ubuntu 13.04), aber auch das neue Windows 8 kommt nun vorinstalliert auf zahlreichen Discounter-PCs zu den Anwendern.
Spaß mit UEFI und Secure Boot
Microsoft macht sich gerade viele neue Freunde: Die letzte Neuigkeit vom Betriebssystem- und Office-Hersteller war, dass MS-Office-Lizenzen an den ersten Rechner gebunden sind, auf dem Anwender das Programm installieren: Fällt der PC aus, ist für den Ersatzrechner ein erneuter Kauf nötig, wenn man darauf Office 2013 weiter nutzen möchte. Hier hat Microsoft aber einen Rückzieher gemacht und Anfang März mitgeteilt, dass sich Office-Lizenzen nun doch auf einen anderen Rechner übertragen lassen [1].
Auch Windows 8 macht so richtig Spaß, die eigenartige Mischung aus Smartphone- bzw. Tablet-Oberfläche und klassischem Desktop, die einen ständigen Wechsel zwischen zwei grundverschiedenen Bedienkonzepten erfordert, bremst auch hartgesottene Windows-Profis aus, und der BIOS-Nachfolger UEFI, den Microsoft für vorinstallierte Windows-8-PCs vorschreibt, verhindert oder erschwert die Installation alternativer Betriebssysteme – sei es eine ältere Windows-Version oder Linux.
MS Office 2013 ist für uns kein Thema, aber der UEFI-Ärger durchaus. Darum ist diese EasyLinux-Ausgabe wieder sehr Windows-lastig geworden. Verstehen Sie uns nicht falsch: Wir wollen hier nicht für den Einsatz von Windows 8 werben, sondern raten davon deutlich ab; aber wenn Sie einen aktuellen PC kaufen, bekommen Sie in vielen Fällen automatisch dieses ungare Betriebssystem. Und dann ist guter Rat teuer, weil die Linux-Installation auf einem solchen Rechner wesentlich umständlicher als bisher gewohnt ist.
Wir haben uns intensiv mit all den Ärgernissen auseinander gesetzt, die Windows 8 und UEFI mitbringen, und wir geben unsere Erkenntnisse in der Titelstrecke dieser Ausgabe an Sie weiter, damit Sie auch in der schönen neuen UEFI-Welt erfolgreich Linux nutzen können.
OpenSuse 12.3
Auf der Heft-DVD finden Sie diesmal die 32- und 64-Bit-Versionen der brandneuen OpenSuse-Version 12.3. Auf “klassischen” PCs können Sie noch die 32-Bit-Version einsetzen und damit z. B. eine ältere 32-Bit-OpenSuse-Installation aktualisieren. Aber wenn Sie ein Multi-Boot-System mit Windows 8 auf UEFI-Hardware einsetzen wollen, müssen Sie zur 64-Bit-Version greifen. Und das bringt uns gleich zum nächsten Thema.
Abschied von den 32ern
Über viele Jahre haben wir – aus guten Gründen – dazu geraten, Linux immer in der 32-Bit-Version zu installieren, auch auf modernen 64-Bit-fähigen PCs, denn viele Software-Drittanbieter haben ihre Programme nur als 32-Bit-taugliche Pakete angeboten, das galt z. B. für zahlreiche Firefox-Plug-ins und auch für proprietäre Grafikkartentreiber. Diese Probleme sind inzwischen Vergangenheit, und mit der zunehmenden Verbreitung von UEFI-Rechnern ist 32-Bit-Linux einfach inkompatibel geworden. Mit dieser EasyLinux-Ausgabe vollziehen wir darum den Wechsel von 32 zu 64 Bit: Das Service Kit enthält letztmalig Programm- und Updatepakete für die bisher von uns unterstützten 32-Bit-Versionen (OpenSuse 12.2 und Kubuntu 12.10); ab der kommenden Ausgabe finden Sie auf den Datenträgern dann 64-Bit-Software. Im Workshop Von 32 auf 64 Bit ab Seite 77 erklären wir, was beim Umstieg von einem 32-Bit-System auf 64 Bit zu beachten ist. (Kurz gesagt: Sie müssen Ihre privaten Daten sichern und neu installieren, weil es keine Update-Option zwischen den beiden Architekturen gibt.)
Bald sind zehn Jahre voll
Die erste EasyLinux-Ausgabe war Heft 06/2003 – im nächsten Heft feiern wir darum unser zehnjähriges Jubiläum. Haben Sie Anregungen, mit welchen Verbesserungen EasyLinux in seine zweite Dekade starten könnte? Dann schicken Sie uns doch eine E-Mail an redaktion@easylinux.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback! Nun viel Spaß mit der aktuellen Ausgabe.
Hinweis: Den für diese Ausgabe geplanten Artikel über E-Books unter Linux mussten wir ins nächste Heft verschieben.
