Datensicherung auf externen Datenträgern

Aus EasyLinux 01/2013

Datensicherung auf externen Datenträgern

© Nuno Andre, 123RF

Backup via USB

Die einfachste Möglichkeit, ein Backup Ihrer privaten Dateien zu erledigen, bieten die USB-Schnittstellen Ihres Computers: Schließen Sie hier eine externe Platte oder einen USB-Stick an, können Sie darauf die Daten sichern.

Externe Festplatten mit 1 TByte (1000 GByte) Speicher und USB-Anschluss gibt es bereits für unter 100 Euro, und fürs gleiche Geld sind auch USB-Sticks mit 128 GByte Speicherkapazität erhältlich. Bei diesen Preisen sind beide Datenträgertypen gute Kandidaten für die Datensicherung.

In diesem Artikel beschreiben wir, wie Sie Ihre privaten Dateien vom Linux-PC auf Platte oder Stick sichern – und im Fehlerfall auch wieder zurück bekommen.

Formatfrage

Platten und USB-Sticks erhalten Sie vom Hersteller in der Regel vorformatiert, so dass diese direkt einsetzbar sind. Bevor Sie jedoch loslegen und Ihre Dateien auf dem neuen Backup-Medium sichern, sollten Sie überprüfen, wie der Datenträger formatiert bzw. partitioniert wurde: Nicht alle Dateisysteme sind gleich gut geeignet, um Dateien von einem Linux-System aufzunehmen.

Festplatten liefern die Anbieter meist mit einer oder mehreren Partitionen im NTFS-Format aus. Das ist das Dateisystem, das Windows auch für die fest eingebaute Platte verwendet, und alle aktuellen Linux-Versionen können darauf problemlos zugreifen. Zwar können NTFS-Datenträger keine Linux-typischen Informationen, wie etwa den Dateibesitzer und die Zugriffsrechte, speichern, aber das spielt keine Rolle, wenn Sie nur Ihre persönlichen Dateien darauf speichern möchten. Zudem können Sie auch mit einem parallel installierten Windows-System auf externe, NTFS-formatierte Platten zugreifen, was hilfreich ist, falls Sie einmal Ihre Linux-Installation zerschießen, Windows aber noch läuft.

USB-Sticks gibt es mit verschiedenen Dateisystemen: Einige sind (wie die Platten) NTFS-formatiert, aber auch FAT32 und ExFAT sind für Sticks gängige Dateisysteme. Wofür sich der Hersteller entschieden hat, hängt u. a. von der Größe des Sticks ab: FAT32 erlaubt zwar theoretisch bis zu 8 TByte große Dateisysteme [1], die Windows-Tools zum Formatieren lassen aber nicht mehr als 32 GByte zu. Eine weitere Einschränkung von FAT32 ist die maximale Dateigröße: Hier ist bei 4 GByte Schluss, und die überschreiten Sie z. B., wenn Sie DVD-Images von Linux-Distributionen in Ihrer privaten Datensammlung aufbewahren. Darum wird auf USB-Sticks gerne das neuere Format ExFAT (Extended FAT) eingesetzt, das Sie unter Linux aber nur nutzen können, wenn Sie einen zusätzlichen Treiber installieren [2].

Falls Sie nur von Linux aus auf Ihren Backup-Speicher zugreifen möchten, können Sie diesen auch mit einem Linux-Dateisystem versehen, hier bietet sich Ext3 oder Ext4 an. Dann bleiben auch die Zugriffsrechte und Besitzerinformationen von Dateien erhalten, die Sie auf den Datenträger kopieren, was aber für die Datensicherung nicht unbedingt ein Vorteil ist: Versuchen Sie, von einem anders konfigurierten Linux-System aus auf den externen Datenträger zuzugreifen, sind dafür eventuell Root-Rechte nötig.

Wir empfehlen Ihnen darum, die externe Platte bzw. den Stick mit NTFS zu formatieren – es sei denn, Sie nutzen parallel auch Mac OS: Dann finden Sie weitere Hinweise im Artikel ab Seite 47.

USB 3.0

Gerade bei der Sicherung größerer Datenmengen ist es wichtig, dass die Platte bzw. der USB-Stick richtig angeschlossen ist: Wenn Ihr PC und das Backupmedium USB 3.0 unterstützen, achten Sie darauf, auch eine USB-3.0-fähige Buchse zu verwenden – viele PCs, die USB 3 beherrschen, haben nur einen einzigen Anschluss dafür, während die restlichen USB-Schnittstellen nur die deutlich langsamere Protokollversion 2.0 verwenden. Die High-Speed-Anschlüsse sind oft mit blauer Farbe gekennzeichnet.

Auch das Verbindungskabel muss USB-3.0-tauglich sein. Festplatten mit der neuen Schnittstelle werden aber meistens mit einem geeigneten Kabel ausgeliefert. Die USB-3.0-Kabel sind auch oft blau oder haben zumindest einen blauen Stecker. Bei Festplatten ohne Netzteil gibt es oft ein Y-Kabel mit zwei USB-Steckern, von denen einer nur der Stromversorgung dient; in diesem Fall gehört das “Datenende” in eine USB-3.0-Schnittstelle; das Stromkabel können Sie in einigen beliebigen Port stecken (Abbildung 1).

Abbildung 1: Dieses Festplattenanschlusskabel hat auf der PC-Seite zwei Stecker: Der blau markierte recht gehört in eine USB-3.0-Buchse, der linke sorgt nur für zusätzlichen Strom.

Abbildung 1: Dieses Festplattenanschlusskabel hat auf der PC-Seite zwei Stecker: Der blau markierte recht gehört in eine USB-3.0-Buchse, der linke sorgt nur für zusätzlichen Strom.

Beim Kauf einer neuen Backupplatte sollten Sie auch dann auf USB 3.0 achten, wenn Ihr PC noch keine solche Schnittstelle hat; dann profitieren Sie nach einem Wechsel auf einen neuen PC von den Geschwindigkeitsvorteilen.

Prüfen und formatieren

Prüfen Sie zunächst, mit welchem Format Ihr Datenträger vom Hersteller versehen wurde. Dazu schließen Sie die Platte oder den Stick einfach an und beobachten, was passiert – KDE weist im Normalfall darauf hin, wenn es einen neuen Datenträger entdeckt, und bietet dann an, ein Dateimanagerfenster zu öffnen, das den Inhalt anzeigt (Abbildung 2).

Abbildung 2: KDE hat einen neuen Datenträger entdeckt.

Abbildung 2: KDE hat einen neuen Datenträger entdeckt.

Wenn Sie diesen Vorschlag annehmen, bindet Linux das Gerät ein (es wird gemountet). Damit wissen Sie aber noch nicht, welches Dateisystem verwendet wird. Unter OpenSuse zeigt der YaST-Partitionierer (am schnellsten über die Suche nach Partition im Startmenü) die Partitionen aller Datenträger samt Dateisystemen an (Abbildung 3). Kubuntu-Anwender rufen im Startmenü den Eintrag Rechner / Systemeinstellungen auf und wählen im sich öffnenden Fenster unten im Abschnitt Systemverwaltung den Eintrag Partitionsmanager. Dort müssen Sie zunächst links das richtige Gerät auswählen, um dessen Partitionen sehen zu können (Abbildung 4).

Abbildung 3: YaST zeigt unter OpenSuse alle Datenträger und die dort vorhandenen Partitionen an. Der angeschlossene USB-Stick ist FAT-formatiert.

Abbildung 3: YaST zeigt unter OpenSuse alle Datenträger und die dort vorhandenen Partitionen an. Der angeschlossene USB-Stick ist FAT-formatiert.

Abbildung 4: Auch der Partitionsmanager von Kubuntu listet die gefundenen Partitionen auf – aber immer nur für ein einzelnes Gerät.

Abbildung 4: Auch der Partitionsmanager von Kubuntu listet die gefundenen Partitionen auf – aber immer nur für ein einzelnes Gerät.

Wenn Sie den Datenträger im NTFS-Format formatieren und später auch mit Windows nutzen möchten, machen Sie das am besten direkt unter Windows, denn Windows hat manchmal Probleme mit dem Zugriff auf NTFS-Datenträger, wenn diese unter Linux formatiert wurden.

YaST ist ohnehin nicht in der Lage, mit NTFS zu formatieren, dafür müssten Sie unter OpenSuse ein anderes Werkzeug installieren oder auf der Kommandozeile mit mkfs.ntfs arbeiten. Kubuntus Programm kann hingegen auch das NTFS-Format erzeugen.

Datensicherung

Prinzipiell könnten Sie die Datensicherung mit KDEs Dateimanager Dolphin erledigen, indem Sie zwei Programmfenster öffnen und darin zum Ordner /home/ und zu einem Backupverzeichnis auf dem USB-Datenträger navigieren. Dann klicken Sie in /home/ Ihr eigenes Home-Verzeichnis (Ihren Benutzernamen) an, ziehen diesen Eintrag per Drag & Drop in das Zielverzeichnis und wählen aus dem Kontextmenü An diese Stelle kopieren. Abhängig von der zu kopierenden Datenmenge haben Sie nach einigen Minuten oder auch Stunden ein komplettes Backup auf der externen Platte bzw. dem USB-Stick und können diesen Datenträger aushängen und an einem sicheren Ort aufbewahren.

LuckyBackup

Komfortabler erledigen Sie die Datensicherung mit dem Programm LuckyBackup [3], dessen Installation der Kasten LuckyBackup installieren beschreibt. Nach dem ersten Start sollten Sie zunächst die Sprache umstellen: Das Programm präsentiert sich noch in englischer Sprache, was Sie über Auswahl des Menüpunkts Settings / Language / Deutsch ändern. Dieser Schritt ist nur einmal notwendig, LuckyBackup merkt sich Ihre Sprachwahl.

LuckyBackup installieren

Sie finden die aktuelle LuckyBackup-Version 0.4.7 für OpenSuse und Kubuntu auf der Heft-DVD; alternativ können Sie das Programmpaket auch aus dem Internet installieren – das geht wie folgt:

OpenSuse

Als OpenSuse-Anwender rufen Sie in YaST den Menüpunkt Software / Software-Repositories auf, klicken Sie dann auf Hinzufügen, wählen Sie auf der nächsten Seite Community/Gemeinschafts-Repositories und klicken Sie auf Weiter. Es erscheint dann eine längere Liste von Paketquellen, von denen Sie den Eintrag openSUSE Build Service — KDE:Extra aktivieren und die Auswahl mit OK bestätigen. Es öffnet sich ein Dialog, der Sie auffordert, den GPG-Schlüssel dieser Paketquelle zu akzeptieren; klicken Sie dort auf Vertrauen. Sie landen dann wieder in der Übersicht der Paketquellen, die Sie mit OK verlassen können.

Jetzt können Sie über die Softwareverwaltung das Paket luckybackup einspielen oder in der Konsole

sudo zypper install luckybackup

eingeben. Sie starten das Programm anschließend über Anwendungen / Dienstprogramme / Archivierung / Sicherungs & Synchronisations Werkzeug im Startmenü. Den Eintrag gibt es gleich zweimal: Wenn Sie mit der Maus über beide Einträge fahren, sehen Sie beim ersten zusätzlich luckyBackup und beim zweiten luckyBackup (super user) – die zweite Variante fragt Sie beim Start nach dem Root-Passwort, so dass Sie damit auch Dateien sichern können, die Ihnen nicht gehören; die erste Variante eignet sich für ein Backup Ihrer persönlichen Dateien.

Kubuntu

Bei Kubuntu ist LuckyBackup in den Standard-Repositories enthalten, so dass Sie hier direkt über die Paketverwaltung luckybackup suchen und installieren können. Auch hier ist alternativ der Weg über die Shell möglich; das passende Kommando ist

sudo apt-get install luckybackup

Nach der Installation starten Sie das Programm über den Eintrag Anwendungen / Dienstprogramme / Sicherungs & Synchronisations Werkzeug im Startmenü. Einen Zusatzeintrag für die Ausführung mit Root-Rechten (wie bei OpenSuse) gibt es hier nicht.

Sichern mit LuckyBackup

Vor der ersten Sicherung legen Sie ein neues Profil und darunter eine Sicherungsaufabe (oder mehrere) an. Das geht folgendermaßen:

  1. Auch ohne spezielle Konfiguration gibt es bereits ein Profil namens default – Sie können es verwenden oder für bestimmte Zwecke zusätzliche Profile anlegen. Klicken Sie dazu in der Symbolleiste auf das Symbol mit dem grünen Pluszeichen oder rufen Sie den Menüpunkt Profile / Neu auf. Ein noch schnellerer Weg ist, [N] zu drücken. Es erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie dem neuen Profil einen Namen geben. Danach ist das neue Profil zum Bearbeiten ausgewählt; sein Name erscheint links oben in der Profilauswahl.
  2. Fügen Sie nun mindestens eine Backupaufgabe zum neuen Profil hinzu: Dazu klicken Sie auf die Schaltfläche + hinzufügen am rechten Rand. Im sich öffnenden Fenster vergeben Sie zunächst einen Namen für die Aufgabe, z. B. Home-Verzeichnis sichern (Abbildung 5). Die Vorgabe Sichere Quelle innerhalbs des Ziels können Sie übernehmen, und unter Quelle und Ziel tragen Sie ein, wo die zu sichernden Daten liegen und wohin LuckyBackup sie kopieren soll. Die Ordnernamen können Sie von Hand eintragen oder (was einfacher ist) sie über Dateiauswahldialoge suchen, die sich öffnen, wenn Sie auf die Icons hinter den Eingabefeldern klicken.

    Abbildung 5: Eine (Sicherungs-)Aufgabe in LuckyBackup besteht im Wesentlichen aus den Pfaden zu Quelle und Ziel.

    Abbildung 5: Eine (Sicherungs-)Aufgabe in LuckyBackup besteht im Wesentlichen aus den Pfaden zu Quelle und Ziel.

  3. Rechts unten ist unter Schnappschüsse zu behalten der Wert 1 eingetragen – das bedeutet, dass immer nur die letzte Version Ihrer Dateien erhalten bleibt. Wenn Sie hier einen größeren Wert eintragen, speichert LuckyBackup mehrere Snapshots, so dass Sie auch noch den Zustand der vorletzten, vorvorletzten etc. Sicherung wiederherstellen können.
  4. Klicken Sie auf OK, um die neue Aufgabe anzulegen. In der Aufgabenliste sehen Sie den gerade angelegten Eintrag – setzen Sie nun noch ein Häkchen in die Checkbox vor dem Eintrag.

Wenn Sie jetzt rechts oben auf Ausführen klicken, startet das Programm das Backup. Es verwendet dazu das Kommandozeilentool rsync, das wir auch im Guru-Training ab Seite 117 beschreiben. Ist alles erledigt, können Sie die Ausgabe des Kommandos betrachten – das ist im Normalfall aber unnötig. Klicken Sie abschließend rechts oben auf Fertig, um die Protokollansicht zu verlassen.

Einen ausführlicheren LuckyBackup-Artikel, der auch die erweiterten Einstellungen behandelt, finden Sie in unserer Schwesterzeitschrift LinuxUser [4].

Zurücksichern

Für den Zugriff auf Ihr Backup haben Sie verschiedene Möglichkeiten; welche Sie wählen, hängt auch davon ab, warum Sie in das Archiv schauen: Wenn z. B. Ihre interne Festplatte defekt ist und Sie den Rechner komplett neu aufsetzen (oder einen neuen kaufen), dann werden Sie anschließend eine vollständige Rücksicherung durchführen wollen. Das können Sie einfach mit dem Dateimanager Dolphin machen: Sie schließen dazu am neu installierten System die Backup-Platte (oder den Stick) an und kopieren alle Dateien und Ordner aus dem gesicherten Home-Verzeichnis in Ihr neues Home-Verzeichnis. Beachten Sie dabei, dass es hier auch versteckte Dateien und Ordner gibt, deren Anzeige Sie in Dolphin erst mit [F8] aktivieren müssen – wenn Sie den Schritt auslassen, ist die Rücksicherung unvollständig.

Häufiger dürfte es vorkommen, dass Sie versehentlich eine einzelne Datei oder einen Ordner gelöscht haben und diese(n) aus dem Backup wiederherstellen möchten. Die Vorgehensweise ist dabei dieselbe; Sie greifen über Dolphin auf das Backup zu, navigieren ins richtige Unterverzeichnis und kopieren die gefundenen Dateien in Ihr Home-Verzeichnis zurück.

Wenn Sie LuckyBackup für die Datensicherung verwendet haben, können Sie auch mit diesem Programm die Rücksicherung erledigen. Das funktioniert aber nur, wenn die Konfiguration des Programms noch verfügbar ist – weil das bei einem Totalverlust der internen Platte nicht der Fall ist, legt LuckyBackup in jedem Backupordner ein Unterverzeichnis .luckybackup-snapshots/PROFILNAME.profile/ mit dem Profil an. Dieses Feature hat aber nur die aktuelle Version 0.4.7 – wenn Sie auf einem älteren Linux-System aus den Standard-Repositories LuckyBackup 0.4.6 oder älter installieren, sollten Sie nach einer Sicherung von Hand über Profile / Export eine Kopie des Profils auf den Backupdatenträger schreiben.

Infos

[1] FAT32: http://de.wikipedia.org/wiki/File_Allocation_Table#FAT32

[2] ExFAT-Artikel: Hans-Georg Eßer, “Datenaustausch”, EasyLinux 01/2012, S. 64 f.

[3] LuckyBackup: http://luckybackup.sourceforge.net/

[4] LuckyBackup-Artikel: Falko Benthin, “Auf Knopfdruck”, LinuxUser 09/2012, S. 62 ff.

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