Die Installation von OpenSuse 11.0 dauert eine gute halbe Stunde. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie das Linux-System von der Heft-DVD aufsetzen und was sich seit der letzten Version geändert hat.
Auf der Heft-DVD finden Sie die neueste Linux-Distribution von Novell in der 32-Bit-Version: OpenSuse 11.0. Sie sorgt durch ein neues Aussehen, den KDE-4-Desktop und ein stark verbessertes Paketmanagement für frischen Wind auf Ihrem Rechner. Diese Version lässt sich nicht als Live-Medium nutzen, wenn Sie OpenSuse ausprobieren möchten, müssen Sie das System installieren. Dieser Artikel erklärt Ihnen die dazu nötigen Schritte. Installieren Sie zum ersten Mal eine Linux-Distribution, finden Sie im Kasten Vorarbeiten nützliche Hinweise, die Sie an dieser Stelle lesen sollten. Sind Sie bereits erfahrener Linux-Nutzer, können Sie den Kasten überspringen.
Vorarbeiten
Bevor Sie die EasyLinux-DVD ins Laufwerk einlegen und den Rechner booten, sollten Sie für sich folgende Fragen beantworten:
- Kann mein Rechner vom DVD-Laufwerk booten?
- Ist auf meinem Rechner bereits eine ältere Suse-Version installiert?
- Möchte ich OpenSuse neben einem bestehenden Windows installieren?
- Befinden sich mehrere Festplatten in meinem Rechner?
In der Regel starten aktuelle Rechner automatisch von CD/DVD, wenn beim Booten ein Medium im Laufwerk liegt. Erscheint auf Ihrem System nicht der Startbildschirm des OpenSuse-Installationsprogramms (Abbildung 1), müssen Sie möglicherweise die Einstellungen im BIOS ändern. Drücken Sie dazu beim Start des Rechners die Taste [Entf] oder [F1], damit sich das BIOS öffnet. Dann ändern Sie unter Advanced BIOS Options oder Boot die Reihenfolge der Laufwerke so, dass das CD-/DVD-Laufwerk an erster Stelle steht (First Boot Device).
Befindet sich auf Ihrem PC bereits OpenSuse 10.2 oder 10.3, müssen Sie das System nicht neu installieren, sondern können ein Update durchführen. Wählen Sie dazu nach dem Start des Installationsprogramms YaST den Menüeintrag Aktualisierung. Für das Update älterer Versionen müssen Sie eventuell Paketabhängigkeiten manuell lösen, da YaST beim Update ein Standardsystem mit KDE installiert – Ihr Linux enthält aber in der Regel bereits zahlreiche Zusatzpakete. Wählen Sie als Lösung jeweils keep PAKETNAME, sonst löscht YaST sämtliche Pakete, die nicht Teil von OpenSuse sind. EasyLinux empfiehlt, anstelle des Updates die wichtigsten Daten auf CD/DVD zu sichern und danach eine Neuinstallation durchzuführen. Sichern sollten Sie die Verzeichnisse /home und /root, sowie die Konfigurationsdateien unter /etc.
Besitzt Ihre OpenSuse-Installation eine eigene Partition für /home, dann sind Sie aus dem Schneider. Richten Sie dann einfach diese bei der Installation so ein, dass das neue OpenSuse sie als /home-Verzeichnis benutzt. Vorsicht: Nicht formatieren!
Gibt es auf Ihrem Rechner noch kein Linux und möchten Sie OpenSuse zusätzlich zu Windows installieren, müssen Sie zunächst unter Windows Laufwerk C:\ defragmentieren. Besitzt Ihr Windows mehrere Laufwerke (so genannte Partitionen), können Sie eines dieser Laufwerke für die Installation von Linux benutzen. Sichern Sie dann sämtliche Daten dieses Laufwerks auf das Laufwerk C:\ oder ein anderes Laufwerk, da das Installationsprogramm von OpenSuse das ausgewählte Laufwerk formatieren wird. OpenSuse lässt sich auch neben Windows Vista installieren.
Verfügt Ihr Rechner über mehrere Festplatten, müssen Sie zunächst herausfinden, an welchen Controllern diese hängen und in welcher Reihenfolge. Diese Informationen finden Sie ebenfalls im BIOS. Öffnen Sie das Menü Standard BIOS Options (oder ähnlich) und suchen Sie nach den Einträgen für Primary Master, Primary Slave, Secondary Master und Secondary Slave. Bei neuen Mainboards mit SATA-Festplatten heißen diese Einträge eventuell First SATA-Master und First IDE-Master. Hier sind auch Second SATA-Master und Third SATA-Master üblich. Notieren Sie, wo Festplatten angeschlossen sind und wo CD/DVD-Laufwerke (siehe Tabelle Gerätebezeichnungen). Schließen Sie für die Installation keine externe Festplatten an den Rechner an, da YaST sonst eventuell auf diese installieren will.
Gerätebezeichnungen
| Gerätedatei | Erklärung |
|---|---|
/dev/sda |
Erstes Festplatte. Je nach Hardware handelt es sich dabei um den Primary IDE-Master, den Primary SATA-Master, ein SCSI- oder ein externes Laufwerk. |
/dev/sda1 |
Erste primäre Partition auf der ersten Festplatte oder erweiterte Partition. |
/dev/sda4 |
Vierte primäre Partition auf der ersten Festplatte oder erweiterte Partition. |
/dev/sda5 |
Erste logische Partition auf der ersten Festplatte |
/dev/sda6 |
Zweite logische Partition auf der ersten Festplatte |
/dev/sdb |
Zweites Laufwerk. Primary IDE-Slave, Secondary SATA-Master oder externe USB-/ Firewire-/ E-SATA-Festplatte. |
/dev/sdc |
Drittes Laufwerk. Secondary IDE-Master, Third SATA-Master oder externe USB-/ Firewire-/ E-SATA-Festplatte. |
/dev/scd0 |
Erstes ATAPI- oder SATA-CD/DVD-Laufwerk |
/dev/sr0 |
Erster ATAPI- oder SATA-CD/DVD-Brenner |
/dev/fd0 |
Erstes Diskettenlaufwerk |
/dev/hda |
Ehemals erstes internes ATA-Laufwerk. Gibt es seit OpenSuse 10.3 nicht mehr. |
Einlegen, loslegen
Legen Sie die DVD mit der Beschriftung OpenSuse 11.0 nach oben in das Laufwerk ein und starten Sie den Rechner neu. Es erscheint der grüne OpenSuse-Bootbildschirm (Abbildung 1). Drücken Sie hier zunächst die Taste [F2], um das Menü auf Deutsch umzustellen, und wählen Sie dann über die Pfeiltasten den Menüpunkt Installation aus. Hegen Sie den Verdacht, die DVD sei beschädigt, schreiben Sie eine E-Mail an cdredaktion@easylinux.de. Ist der Datenträger tatsächlich defekt, erhalten Sie kostenlos einen neuen.

Abbildung 1: Über dieses Boot-Menü starten Sie die Installation von OpenSuse. Wählen Sie nichts aus, fährt der Rechner normal von der Festplatte hoch.
Nach der Auswahl von Installation startet YaST, das OpenSuse-Installationsprogramm. Im Willkommensdialog (Abbildung 2) müssen Sie unten links die Lizenzvereinbarung von Novell akzeptieren, um OpenSuse auf die Platte kopieren zu dürfen. Hier legen Sie auch die Sprache und das Tastaturlayout fest.
Im nächsten Schritt legen Sie fest, ob Sie ein bestehendes System aktualisieren oder ein neues installieren möchten. OpenSuse richtet die Hardware Ihres Rechners vollautomatisch ein. Sollten dabei Probleme auftreten, müssen Sie die Markierung vor der Checkbox Benutze automatische Konfiguration entfernen. Den Menüpunkt für das Booten eines installierten Systems gibt es ab dieser Suse-Version nicht mehr. Um Probleme mit dem Bootloader zu beheben, müssen Sie das Rettungssystem starten. Ein Klick auf Weiter führt Sie zum nächsten Dialog.
Zeitzone und Desktop
Im Dialog Uhr und Zeitzone richten Sie das Datum und die Zeit ein. Die Kartenansicht lässt sich per Mausklick auf die gewünschte Region vergrößern. Verwenden Sie OpenSuse zusammen mit Windows XP, müssen Sie die Markierung vor der Checkbox Rechneruhr ist auf UTC eingestellt entfernen und danach über einen Klick auf Ändern die Zeit anpassen. Benutzen Sie nur Linux oder Linux mit Windows Vista, dann sollte die Uhrzeit bereits stimmen. In der Regel stellt OpenSuse automatisch die richtige Zeitzone ein. Stimmen also die unter Zeit und Datum angezeigten Werte, klicken Sie einfach auf Weiter.
Im folgenden Dialog wählen Sie den gewünschten Desktop aus (Abbildung 3). Im Unterschied zu Windows können Sie unter Linux zwischen verschiedenen grafischen Oberflächen wählen. Es gibt keinen Standard-Desktop unter OpenSuse 11.0, die EasyLinux-Redaktion empfiehlt, das neue KDE 4 zu benutzen. Ist Ihnen die Stabilität des Desktops am wichtigsten, wählen Sie KDE 3.5. Egal, welchen Desktop Sie hier wählen, können Sie später auch Gnome oder die unter Weitere aufgeführten Systeme testen.
Partitionierung
Um OpenSuse installieren zu können, müssen Sie entweder noch freien Platz auf der Festplatte Ihres Rechners haben oder eine vorhandene Partition (ein “Laufwerk”) für die Installation formatieren. Diese Einstellungen nehmen Sie im Dialog Partitionierungsvorschlag vor. YaST macht Ihnen hier einen Vorschlag zum Setup der Festplatte. Lesen Sie den Vorschlag aufmerksam durch und entscheiden Sie sich dann, ob Sie ihn annehmen (Klick auf Weiter), ändern (Partitionsaufbau bearbeiten) oder ignorieren (Partitionsaufbau erstellen) möchten. Rote Einträge deuten an, dass YaST eine Partition formatieren wird. Dabei gehen sämtliche Daten auf der Partition verloren. Die Checkbox LVM Based richtet sich an erfahrene Nutzer mit speziellen Anforderungen an die Partitionierung. Einen Grundlagenartikel zum Thema Festplatten und Partitionen finden Sie in der Basics-Rubrik dieses Hefts.
Möchten Sie OpenSuse neben Windows installieren, schlägt YaST in der Regel vor, die Windows-Partition zu verkleinern. Dazu sollten Sie zuerst das Dateisystem des Windows-Rechners defragmentieren. Booten Sie in diesem Fall an dieser Stelle den Rechner neu, führen Sie die Defragmentierung durch und starten Sie dann die Installation erneut.
Möchten Sie OpenSuse auf eine zweite Festplatte aufspielen, wählen Sie den Menüpunkt Partitionsaufbau erstellen. YaST zeigt dann als Nächstes den Dialog Vorbereitung der Festplatte: Schritt 1 an. Hier markieren Sie die gewünschte Festplatte und klicken auf Weiter. Vorsicht: YaST wird sämtliche Daten auf der ausgewählten Festplatte löschen.
Installieren Sie Linux neben Windows und möchten die Größe der Partitionen ändern, wählen Sie Partitionsaufbau bearbeiten. Sind Sie sich nicht sicher, wie es weitergeht, wählen Sie ebenfalls diesen Menüpunkt. In beiden Fällen landen Sie beim Dialog Festplatte vorbereiten: Expertenmodus (Abbildung 4). Der Artikel beschreibt im Folgenden, welche Partitionen Sie für eine erfolgreiche Installation von OpenSuse benötigen und wie Sie diese anlegen. Die Entscheidung, wie Sie diese Aufgabe lösen, kann Ihnen das Partitionierungstool nicht abnehmen. Fragen Sie bei Unsicherheit auf der EasyLinux-Mailingliste [1] nach. Nützliche Hinweise finden Sie auch im Kasten “Tipps zum Partitionieren”. Änderungen an den Partitionen führt YaST erst durch, wenn Sie im übernächsten Dialog auf Installieren klicken.
- Um eine neue Partition anzulegen, klicken Sie im Dialog Festplatte vorbereiten: Expertenmodus auf Anlegen. Je nach Ausstattung des Rechners fragt YaST Sie, auf welcher Festplatte Sie die Partition anlegen möchten und ob es sich dabei um eine primäre oder eine erweiterte Partition handelt.
- Wählen Sie als Typ Erweitert und teilen Sie der neuen Partition sämtlichen freien Speicher zu: Ein Klick auf OK erledigt das automatisch. Die Übersicht zeigt jetzt einen neuen Eintrag vom TypExtended an.
- Klicken Sie erneut auf Anlegen, um innerhalb der erweiterten Partition eine logische Partition zu erstellen (siehe Tabelle Gerätedateien). Richten Sie zunächst eine Partition für den virtuellen Speicher (Swap) ein. Auf diese Partition schreibt das System, wenn im Hauptspeicher (RAM) kein freier Platz mehr ist. Markieren Sie dazu den Punkt Formatieren und wählen Sie unter Dateisystem den Eintrag Swap aus.
- Tragen Sie unter Ende: die gewünschte Größe ein. Für 512 MByte schreiben Sie
+512M, für ein Gigabyte+1G. Tipps zur optimalen Größe der Partition entnehmen Sie dem Kasten Tipps zum Partitionieren. Ein Klick auf OK bringt Sie zum Übersichtsdialog zurück.
Nun müssen Sie noch eine Partition für das Wurzelverzeichnis anlegen.
- Klicken Sie auf Anlegen und wählen Sie unter Mountpoint den Eintrag
/aus oder tippen Sie den Schrägstrich von Hand ein. - Möchten Sie der neuen Partition den gesamten freien Speicher zuteilen, haben Sie bereits sämtliche Einstellungen vorgenommen. Klicken Sie dann auf OK / Beenden.
- Um noch weitere Partitionen anzulegen, müssen Sie die Größe des neuen Laufwerkes festlegen. Tragen Sie dazu unter Ende: den Wert in MByte oder GByte ein, zum Beispiel
+8Goder+8192Mfür 8 GByte (8 x 1024 MByte). Für das KDE-System von OpenSuse muss das Wurzelverzeichnis mindestens 2,5 GByte groß sein, 4 bis 8 GByte sind empfohlen.
Haben Sie unter Windows eine Partition für OpenSuse angelegt, markieren Sie diese, wählen Löschen und legen dann wie oben beschrieben die zwei benötigten Partitionen an. Beachten Sie, dass beim Löschen von Partitionen sämtliche Daten darauf verloren gehen. Sind Sie mit der Partitionierung fertig, führt Sie ein Klick auf Beenden wieder zum Dialog Partitionierungsvorschlag zurück. Hier setzen Sie die Installation mit einem Klick auf Weiter fort.
Tipps zum Partitionieren
Windows richtet standardmäßig pro Festplatte ein Laufwerk ein. Das muss nicht so sein. Mehrere Laufwerke (so genannte Partitionen) anzulegen, hilft Ordnung zu schaffen und erleichtert das regelmäßige Backup. Diesen Vorgang nennt man Partitionieren.
Unter Linux ordnet man jeder Partition einen so genannten Einhängepunkt (mount point) zu. Das Pendant zum Windows-Verzeichnis C:\ heißt unter Linux Wurzelverzeichnis. Es hat einen Schrägstrich / als Einhängepunkt. Hier liegt das eigentliche System. Für / müssen Sie eine eigene Partition anlegen, da Sie sonst nicht installieren können. Die Größe dieser Partition hängt von der Festplatte ab: Mindestens 2 GByte sollten es sein, mehr als 20 GByte lohnt sich kaum. Eine weitere Partition müssen Sie für den virtuellen Speicher, den so genannten Swap-Bereich anlegen. Diese Partition sollte mindestens so groß wie der Arbeitsspeicher Ihres Rechners sein. Mit 1 bis 2 GByte sind Sie auf der sicheren Seite. Der virtuelle Speicher benötigt keinen Einhängepunkt.
Wann immer möglich, sollten Sie für das Verzeichnis /home ebenfalls eine separate Partition anlegen. Diese entspricht ungefähr dem Verzeichnis Eigene Dateien unter Windows. Linux speichert hier aber nicht nur Dokumente, sondern auch sämtliche persönlichen Einstellungen, Schriften, Symbole, Hintergrundbilder und so weiter. Je größer /home ist, desto mehr Platz haben Sie für Ihre Daten.
Benutzer anlegen
Im Dialog Neuen Nutzer erstellen geben Sie Ihren Namen, einen Login-Namen (Benutzername) und ein Passwort an. In der Grundeinstellung benutzt OpenSuse das angegebene Passwort auch für den Systemadministrator Root, möchten Sie für Root ein anderes Passwort vergeben, müssen Sie die Markierung vor der Checkbox Benutze das Passwort für den Systemadministrator entfernen. OpenSuse zeigt bei zu einfachen Passwörtern einen Warnhinweis an. Möchten Sie dasselbe Passwort für den Benutzer und für Root wählen, dann sollten Sie diese Hinweise ernst nehmen, da Sie Ihr Linux-System sonst unnötigen Risiken aussetzen. Sie können die Warnmeldungen aber auch ignorieren.
Letzte Entscheidung
Es folgt der Dialog Installationseinstellungen (Abbildung 5): Er listet nochmals sämtliche Punkte auf, die YaST nach einem Klick auf Installieren durchführen wird. Per Mausklick auf eine der grünen Überschriften oder über die Drop-down-Liste Ändern können Sie die Einstellungen nochmals anpassen. Wählen Sie in diesem Dialog Abbrechen, startet YaST den Rechner nach einer kurzen Rückfrage neu, ohne am System etwas zu ändern.

Abbildung 5: Für die Kontrolle der Installationseinstellungen sollten Sie sich ein wenig Zeit nehmen. Rote Einträge deuten Probleme an.
Ganz oben zeigt Ihnen YaST die Partitionierungsschritte an, darunter die Bootloader-Konfiguration. Der Bootloader ist für den Start des Betriebssystems verantwortlich. OpenSuse richtet automatisch einen Bootloader ein, der auch Windows-Systeme und andere Linux-Installationen starten kann. Möchten Sie einen eigenen Bootloader benutzen, dann können Sie die Einstellungen per Klick auf die entsprechende Überschrift ändern.
Über Software-Auswahl fügen Sie dem System zusätzliche Programme hinzu oder entfernen nicht benötigte. Die EasyLinux-Redaktion empfiehlt, dies erst nach der Installation zu tun und für die Installation die Standardauswahl zu übernehmen. Das Einspielen weiterer Software-Pakete funktioniert nach der Installation wesentlich flotter. Unter den Übersichten zur Sprache, der Zeitzone und den Benutzern finden Sie den Eintrag Standard-Runlevel. Er legt fest, ob das System im grafischen Modus oder ohne grafische Oberfläche startet. Für den grafischen Modus muss hier Runlevel 5 eingestellt sein. Ganz unten zeigt YaST die Überschrift Installation von Abbildern an. Dies ist ein neues Feature von OpenSuse 11.0, das die Installation je nach Hardware und ausgewählter Software deutlich beschleunigt. Für die meisten Standardsysteme bringt OpenSuse komprimierte passende Abbilddateien mit. Diese muss YaST nur noch entpacken und die Dateien an den richtigen Ort kopieren. Pakete, die zu keinem Abbild passen, installiert YaST danach. Je nach Softwareauswahl kann die Installation von Abbildern hingegen länger dauern als die traditionelle Methode. Per Klick auf deaktiviere können Sie deshalb auch die traditionelle Methode wählen. Bei einem Standardsystem mit KDE 4 als Desktop sollten Sie aber die Installation von Abbildern beibehalten.
Sind die Einstellungen passend, starten Sie per Klick auf Installieren die eigentliche Installation. Sie dauert je nach Rechenleistung Ihres PCs zwischen 10 und 30 Minuten.
Kurze Kaffeepause
Nach einem Klick auf Installation formatiert YaST die eingerichteten Partitionen und kopiert dann die Pakete von der DVD auf die Festplatte.
Nachdem YaST die ausgewählten Pakete installiert hat, bootet das System neu. Da sich die DVD noch im Laufwerk befindet, sehen Sie nun wieder den Startbildschirm der OpenSuse-DVD. Drücken Sie hier einfach [Eingabe], um von der Festplatte zu booten. Haben Sie an den Einstellungen zur automatischen Konfiguration nichts geändert, richtet YaST nun die zentralen Hardwarekomponenten wie Netzwerk-, Grafik- und Soundkarte ein. Erkennt das Suse-Setuptool eine aktive Internetverbindung, dann richtet es automatisch die offiziellen Paketquellen des OpenSuse-Projekts inklusive Updates aus dem Internet ein. Sie können diese Einstellungen nach der Installation in YaST unter Software / Software-Repositories ändern.
Nach Klicks auf Weiter und Beenden startet OpenSuse die grafische Oberfläche KDE (Abbildung 6).
Neue Features
Eine der Hauptneuerungen an der Oberfläche ist sicherlich der KDE-4-Desktop von OpenSuse 11.0. Er sieht nicht nur toll aus, sondern bringt auch einige nette Features mit. Mehrere Artikel zum neuen Desktop finden Sie in Heft 02/2008. Unter der Haube haben die Suse-Entwickler vor allem am Paketmanagement nochmals massiv geschraubt. Das Einlesen neuer Repositories dauert nun nicht mehr so lange wie früher und YaST ist insgesamt schneller.
Die Software von OpenSuse 11.0 ist in so genannten RPM-Paketen verpackt. Diese werden seit Version 11.0 mit dem LZMA-Algorithmus komprimiert, wodurch sämtliche Pakete etwas kleiner sind. Das beschleunigt den Download und macht sich auch bei älteren Rechnern mit einer langsameren CPU positiv bemerkbar, da das neue Paketformat zum Entpacken weniger Prozessorleistung benötigt.
Die YaST-Module unter Software hat Novell einer Frischekur unterzogen. So zeigt sich der Paketmanager von YaST sehr farbenfroh mit bunten Icons (Abbildung 7). Die Module für die Community-Repositories und die allgemeinen Paketquellen sind zu einem einzigen verschmolzen. Nicht offizielle Paketquellen fügen Sie somit unter OpenSuse 11.0 auch über das Modul Software / Software-Repositories hinzu.
Der Netzwerkmanager von OpenSuse zeigt für jedes Gerät ein separates Symbol an. Er unterstützt zudem auch die Internet-Einwahl per UMTS-Karte.
Installieren Sie ein Gnome-System, startet das OpenSuse-Tool automatisch im passenden Kleid. Möchten Sie den “Gnome-YaST” unter KDE ausprobieren, müssen Sie das Systemtool mit folgendem Befehl starten:
yast2 --gtk
Analog dazu starten Sie YaST im KDE-Gewand unter Gnome mit dem Befehl yast2 --qt. Mit Ausnahme des Paketmanagers sind sämtliche YaST-Module unter KDE und Gnome identisch.
Die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[Rücktaste] führt auf Linux-Rechnern zum sofortigen Stopp der grafischen Oberfläche. Da dies viele Nutzer nicht wissen und man sich leicht vertippen kann, ist dieses Tastenkürzel unter OpenSuse in der Grundeinstellung deaktiviert, und das System gibt ein akustisches Signal. Möchten Sie die Funktion tatsächlich nutzen um KDE oder Gnome sofort neu zu starten, müssen Sie [Strg]+[Alt]+[Rücktaste] innerhalb von zwei Sekunden erneut drücken.
Details zu Änderungen in letzter Sekunde finden Sie auch in den Hinweisen zur aktuellen Version im Verzeichnis /usr/share/doc/release-notes.
[1] EasyLinux-Mailingliste: http://www.easylinux.de/Kontakt/Mailinglisten/listinfo/suse






