Digitale Bilderrahmen

Aus EasyLinux 01/2008

Digitale Bilderrahmen

Bild, schön!

Es wird nie langweilig, sie anzusehen, denn digitale Bilderrahmen wechseln ihre Motive jede Sekunde. Wir haben einer aktuellen Auswahl zugeschaut.

Bislang war es schwierig, Digitalfotos einen würdigen Rahmen zu bieten. Entweder diente der Monitor der Präsentation – was nicht unbedingt die schlechteste Möglichkeit ist (siehe Kasten Die Rahmenalternative) – oder Sie ließen Ihre Fotos auf dem eigenen Tintenstrahldrucker oder beim Händler ausdrucken.

Mittlerweile gibt es einen dritten, sehr ansehnlichen Weg: digitale Bilderrahmen. Die haben das Stadium “unbezahlbar” verlassen und sind längst zu erschwinglichen Konsumgütern geworden. Grund genug für uns, diese Rahmen einmal genauer anzuschauen.

Im Angebot sind zwei Varianten: Die einen bieten direkten Anschluss an den Computer, die anderen bevorzugen das unabhängige Dasein. Die gute Nachricht für die Anwender des freien Betriebssystems: Beide Darreichungsformen arbeiten mit Linux (fast) problemlos zusammen. Einzige Ausnahme sind Rahmen, die mit eigener Software (nur Windows oder Mac OS) arbeiten oder über das Internet bestückbar sind. Hier gibt es aus Linux-Sicht kleine Einschränkungen, über die wir weiter unten berichten.

Schließen Sie einen Digitalrahmen per USB an Ihren PC an, meldet sich das Gerät automatisch als “Externer Datenträger” an. Damit können Sie es leicht per Drag & Drop mit Ihren Bildern befüllen. Linux-Anwender sollten aber beachten, dass die Rahmen fast nur JPEG-Formate verarbeiten können. Das ist kein Problem für Bilder, die direkt aus der Digitalkamera kommen. Fotos, die Sie etwa mit Gimp überarbeitet haben, liegen dagegen mitunter im PNG-Format vor, das keiner der Rahmen anzeigt.

Auch die Größe der Bilder ist ein Problem: Haben Sie Bilder zum Beispiel im Format 640 x 480 vorliegen, bleibt bei höher auflösenden Rahmen ein unschöner schwarzer Rand. Um das zu vermeiden, müssen Sie die Größe der Bilder an die Auflösung des Rahmens anpassen. Wie Sie das machen, verraten wir Ihnen im Kasten Bilder für den Rahmen aufbereiten.

Ein Problem, für das es keine optimale Lösung gibt, sind hochformatige Bilder. Alle von uns angeschauten Rahmen lassen sich quer und hochkant aufstellen; insofern bieten sie beiden Formaten Platz. Der Wechsel innerhalb einer Präsentation ist jedoch in der Regel nicht ohne den bereits erwähnten schwarzen Rand möglich. Im schlimmsten Fall erkennt der Rahmen den Formatwechsel gar nicht und kippt das Bild einfach auf die Seite. Nur einer der Rahmen aus dieser Übersicht war in der Lage, hochformatige Bilder selbständig zu erkennen und zu kippen. Vermeiden lässt sich dieser unerwünschte Effekt also nur, wenn Sie vor der Präsentation mit einer Bildbearbeitung selber den Ausschnitt anpassen.

Philips Digital Photo Frame 7FF1

Der Philips 7FF1 ist einer der schicksten Rahmen im Test. Er präsentiert sich angenehm robust mit einem magnetischen Echtholzimitat in Nussbaumoptik. Die Magnethalterung deutet an, dass der Hersteller auch andere Umrahmungen im Angebot hat; allerdings haben wir auf der Webseite von Philips keine Blenden zum Wechseln entdeckt.

Der stabile Fuß ist schnell montiert und für den Betrieb im Hoch- und Querformat gleichermaßen geeignet, das Netzteil ebenso rasch angebracht. Allerdings trägt der Stromversorger doch etwas dick auf; der Kondensator sitzt sehr nahe am Rahmen und stört den Gesamteindruck, zumal Kabel an traditionellen Bilderrahmen überhaupt nicht zu sehen sind. Zudem kommt das Netzteil dem Standfuß leicht ins Gehege, was ergonomisch fragwürdig ist. Allerdings können Sie das Netzkabel des Rahmens – einzigartig im Testfeld – nach dem Aufladen auch entfernen; es dauert zwei Stunden in aus- und fünf im eingeschalteten Zustand, bis der Akku geladen ist. Nach gut einer Stunde ist dann aber auch Schluss mit der kabellosen Diashow, dann muss der Rahmen wieder ans Netz.

Nach dem Einschalten an der Rückseite präsentiert sich das Gerät zunächst im Browse-Modus, in dem Sie die Bilder einzeln auswählen. Oben am Bildrand finden Sie ein paar Icons, die die entsprechenden Knöpfe an der Rückseite repräsentieren. Das ist hinreichend ergonomisch und erlaubt eine weitgehend intuitive Bedienung der ansonsten unsichtbar auf der Rückseite angebrachten Bedienelemente. Über den ganz linken Knopf an der Rückseite schalten Sie in den Slideshow-Modus, in dem die Bilder automatisch ablaufen, oder in die Bildübersicht. Im Browse-Modus ist leider die Menüleiste dauerhaft im Bild zu sehen: Das stört.

In den Optionen stellen Sie zum Beispiel die Wechselfrequenz und Übergangseffekte der Diashow ein. Die werksseitig vorgegebenen <5 Sekunden sollten Sie gleich ändern, weil das in der Show etwas hektisch wirkt.

Über einen Helligkeitsregler stellen Sie die Strahlkraft des Monitors ein, falls Ihnen die Bilder zu sehr leuchten. Sie können aber auch die eingebauten Zeitfunktionen zur Helligkeitsregelung nutzen, damit zum Beispiel der Rahmen in den Abend- und Nachtstunden (zwischen 18 und 6 Uhr) nicht ganz so hell leuchtet wie tagsüber. Zudem verfügt das Gerät über einen Timer, mit dem Sie es automatisch ein- und ausschalten können.

Da der Rahmen hochformatige Bilder nicht automatisch erkennt, können Sie das Bild von Hand anpassen. Allerdings bringt das manuelle Drehen keinen echten Fortschritt, denn bei horizontal gestelltem Frame liegt das Bildmotiv dann auf der Seite. Besser ist es, die Fotos vorher am PC mit einem Bildbearbeitungsprogramm auf ihr Dasein im Rahmen vorzubereiten (siehe Kasten Bilder für den Rahmen aufbereiten).

Sobald Sie den 7FF1 über das mitgelieferte USB-Kabel an Ihren PC anschließen, erkennt Linux ihn als neues Medium und bindet ihn als Eingebundene Kamera in Ihr System ein. Über Ihren Dateimanager können Sie nun ganz einfach Bilder zum Rahmen übertragen oder dort bereits vorhandene löschen. Der 7-Zoll-Rahmen von Philips verfügt auf dem mit VFAT formatierten Datenträger über insgesamt magere 12 MByte Speicherkapazität. Der neun Zoll große Bruder bietet rund 18 MByte Speicherkapazität an. Das reicht für ungefähr 60 Fotos in Bildschirmauflösung.

Die Bildqualität ist durchaus beeindruckend: Die Digitalbilder sind bis in jeden Winkel des Rahmens optimal ausgeleuchtet, selbst ein komplett schwarzes Testbild wies keinerlei Helligkeits- oder Kontrastunterschiede auf. Im 1:1-Sichtvergleich zum Flatscreen-Monitor fällt auf, dass dieser wie alle Rahmen im Test die Bilder in etwas kühlerer Farbtemperatur präsentiert: Das Weiß ist weißer, das Blau intensiver, das Rot hat einen leichten Stich ins Violette.

Ebenfalls bei allen Rahmen gleich ist eine Auffälligkeit im Blickwinkel: Am besten ist jeweils die Ansicht direkt von vorne. Alle Testkandidaten vertragen aber auch extreme Seiten- sowie Blicke von oben. Nur von unten gibt es einen Bereich, in dem fast nichts zu sehen ist. Angesichts der Tatsache, dass kaum jemand unterm Tisch liegen wird, um die Bilder zu betrachten, lässt sich das aber verschmerzen.

Fazit: Edles Auftreten, angenehme Bedienung, magerer Speicher – Der Philips 7FF1 ist eines der Highlights im Test, auch wenn man sich mehr Speicher für seine Digitalbilder wünschte.

Yurako Yur.Photo 8B

Anders als der Rahmen von Philips kommt der Yur.Photo mit einer Fernbedienung, über die sich alle Funktionen drahtlos steuern lassen. Das erleichtert die mitunter etwas fummelige Bedienung des Rahmens über die verborgenen Knöpfe auf der Rückseite. Noch etwas, das auffällt: Zum Lieferumfang gehört auch ein Videoausgangskabel für den Fernseher. Der Anschluss ans TV ist jedoch bei Röhrengeräten nicht empfehlenswert: Die Bildqualität sinkt sehr, es flimmert, und die Farben haben längst nicht die Brillanz, die der Yur.Photo selber bietet. Vielleicht war es auch nur das, was der Hersteller damit beweisen wollte.

Das Design besticht durch einen durchsichtigen Plexiglasrahmen, der zwar schnell Fingerabdrücke aufnimmt, aber dennoch gut aussieht. Etwas kleiner ist der innere weiße Rahmen, darin wiederum befindet sich das acht Zoll große Display, das auf jedem Zoll ordentliche Bilder in brillanten Farben und ausreichender Helligkeit bietet.

Das Übertragen von Bildern aus dem PC ist mangels geeigneter USB-Schnittstelle nicht möglich. Stattdessen müssen Sie Ihre Digitalfotos per USB-Stick in den Rahmen laden. Das ist ein wenig umständlich. Zudem steht der Stick seitlich ab und stört den ästhetisch ansonsten gelungenen Eindruck doch sehr. Da wäre es besser gewesen, den Anschluss senkrecht zur Rückseite zu platzieren, da fiele der Stick nicht auf. Auch ein netzteilloser Betrieb ist konzeptionell nicht vorgesehen. Der Rahmen verrichtet seine Dienste wie alle anderen dieses Tests nur, wenn er an der Stromversorgung hängt.

Fazit: Obwohl ästhetisch und funktional durchaus gelungen sowie mit guter Bildqualität ausgestattet, vermissen wir am Rahmen von Yurako etwas: den Akku-Betrieb und das direkte Befüllen per PC.

Kodak EasyShare EX1011

Auch der Rahmen aus der Kodak-EasyShare-Reihe kommt ansehnlich daher: schwarze, glänzende Blende, schwarzer Innenrahmen, matter Monitor – das perfekte Ambiente für Ihre Digitalbilder. Der Standfuß ist schon eingebaut, aber etwas wackelig und daher wenig vertrauenerweckend. Sie können den Rahmen auch an die Wand hängen; allerdings wird solcher Genuss durch das klobige Netzteil getrübt, das für den Dauerbetrieb unerlässlich ist.

Die Bedienelemente befinden sich wie bei den anderen Rahmen auf der Rückseite. Auch hier gehört aber die Fernbedienung zum umfangreichen Zubehör, so dass sich der EasyShare bequem vom Sofa aus steuern lässt.

Als einziger Rahmen im Test verfügt das Kodak-Produkt über eine WLAN-Schnittstelle. Damit können Sie Bilder sowohl aus einem drahtlosen Netzwerk als auch über das Internet in das Gerät übertragen. Allerdings ist das Eingeben der WLAN-Kennung per Fernbedienung und virtueller Tastatur eine mühselige Aufgabe. Zudem ist der Bezug von Bildmaterial über das lokale Netzwerk an die beiliegende Software gekoppelt. Die aber ist eine reine Windows-Anwendung, die überdies den Windows Media Player 11 benötigt und somit für Linux-Anwender nicht geeignet ist.

Das Übertragen von Bildern aus dem Internet ist dagegen für alle möglich. Dafür brauchen Sie einen kostenlosen Account bei der Kodak Gallery [1]. Nach der Anmeldung können Sie dort wie bei Flickr oder Photocase Ihre Bilder hochladen. Allerdings ist das für Linux-User etwas umständlicher als für andere: Während jene die Rahmen-Software dafür nutzen dürfen, müssen diese jedes Foto mühsam einzeln hochladen.

Belohnt werden Sie für diese Mühe mit dem problemlosen Download der Bilder in den Rahmen. Das ist auch deswegen prima, weil nicht nur eigene, sondern auch Alben anderer Benutzer zur Verfügung stehen. Damit reißt der Strom schöner Fotos für diesen Rahmen so schnell nicht ab.

Für Anwender ohne WLAN bietet der EasyShare dennoch vielfältige Bestückungsmöglichkeiten per Kartenleser und USB-Stick oder ganz einfach vom PC aus. Verbinden Sie Rahmen und Computer mit einem USB-Kabel, meldet der sich als externer Datenträger am System an. Das Überspielen auch einer größeren Anzahl von Bildern dauert dank USB-2.0-Schnittstelle nur wenige Sekunden. Das ist auch deshalb erfreulich, weil das Gerät reichlich Speicher bietet: 124 MByte.

Fazit: Der Kodak EasyShare EX1011 ist eine einzige Freude. Edles Design paart sich mit hochwertiger Wiedergabe und vielseitigen Möglichkeiten, Bilder in den Rahmen zu übertragen. Verlockend klingt auch die bislang unerwähnte Option, Bilder mit Musikuntermalung zu versehen. Allerdings sind die Klangfähigkeiten des Rahmens dann doch stark eingeschränkt. Die Musik klingt etwa so wie durchs Telefon: dünn, keine Bässe. Das fällt qualitativ gegenüber der Anzeige so stark ab, dass wir diese Funktion nicht empfehlen können. Und wo wir gerade beim Meckern sind: Auch diesem Rahmen hätte ein Akkubetrieb nicht geschadet. So bleibt hier die Diashow ebenfalls netzgebunden.

Agfa AF5070

Schwer, schwarz und auf Wunsch auch in Leder: So präsentiert sich der Agfa AF5070 nach dem Auspacken. Wie sein Konkurrent von Kodak hat er den – hier allerdings bedrohlich knarzenden – Standfuß bereits eingebaut. Der lässt sich in verschiedene Positionen bringen, die dem Rahmen die Anzeige verschiedener Formate ermöglichen. Das Zubehör ist überschaubar, aber ausreichend: Netzteil, USB-Adapter, Fernbedienung, Lederumrandung.

Lederumrandung? Tatsächlich ist der Agfa-Rahmen der einzige im Testfeld, dessen Dekor sich schon im Lieferzustand verändern lässt: Der schwarze Plastikrahmen ist schnell demontiert, die Lederhülle ebenso rasch aufgezogen – wenn man weiß, wo oben ist.

Ähnlich wie der Yurako-Rahmen verfügt auch der von Agfa über eine Schnittstelle für USB-Sticks. Im Unterschied zu jenem bietet der AF5070 auch einen normalen USB-Anschluss für die Verbindung zum PC. Das Fehlen von Bildbearbeitungssoftware deutet darauf hin, dass es dem Gerät egal ist, welches Betriebssystem auf dem Rechner läuft, und so ist es auch. Allerdings gehört das für die Verbindung zuständige USB-Kabel nicht zum Lieferumfang. Glücklich, wer so etwas im Haus hat.

Die Bedienelemente des Rahmens befinden sich auf der Seite. Das erschwert die Orientierung doch deutlich, weil man ständig einen Blick auf die Knöpfe werfen muss: Intuitives Bedienen ist was anderes. Verwenden Sie lieber die Fernbedienung, damit geht’s besser.

Auch wenn es die Funktionalität des Rahmens nicht entscheidend mindert: Die Übersetzung der Menüfunktionen ist schlampig. Oder hätten Sie gewusst, dass man “Files can’t be found” mit “Akten dose nicht sein gefun” übersetzt? Zum schwachen Eindruck trägt ebenso bei, dass diese Meldung erst verschwindet, wenn einer der Speicherschächte mit Bildern befüllt ist. Danach geht es aber relativ einfach weiter, und irgendwann haben wir alle Funktionen zum Vorführen von Diashows gefunden. Dabei fallen positiv die recht vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten für Helligkeit, Kontrast und Farbintensität ins Auge: So differenziert erlaubt das keiner der hier getesteten Rahmen.

Der nächste Ärger ist aber schon vorprogrammiert: Die USB-Verbindung mit dem Linux-PC funktioniert nicht. Ein Blick in die Bedienungsanleitung des hier “Fotorahmenabspieler” genannten Geräts verrät, warum: “Der PF507 (!) ist nicht mit Funktionen zum Anschluss an einem (!) PC ausgestattet”. Aha. Am Windows-PC funktioniert es dennoch; hier meldet sich der Rahmen, der offenbar komplett ohne eigenen Speicher auskommen muss, als gleich fünf Wechsellaufwerke an, obwohl er nur zwei Steckplätze für Speicherkarten bietet.

Fazit: Insgesamt präsentiert sich der AF5070 als merkwürdige Erscheinung. OK, er spielt Bilder von Speicherkarten ab – das immerhin funktioniert, wie es soll. Alles, was sonst noch Freude bringt, fehlt bei diesem Rahmen aber. Insofern ist er der schwächste Bewerber im Feld.

Samsung SPF-72H

Auch der erste Eindruck dieses Geräts macht wenig Freude: weißes Plastik und der Firmenname auf der Vorderseite. Der Rahmen wirkt billig, und das gibt Abzug in der B-Note. Auch die Fernbedienung, an die wir uns bei einigen der anderen Frames so gewöhnt haben, suchen wir vergeblich, zumal die Knöpfe wiederum wenig ergonomisch an der Seite angebracht sind. So muss man den Rahmen ständig drehen, um ihn bedienen zu können. In diesem Zusammenhang erweist es sich als besonders störend, dass sich das Gerät von Zeit zu Zeit einfach abschaltet, was am locker sitzenden Netzteilstecker zu liegen scheint.

Der Rest wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn nicht drei Funktionen herausragten, die einer besonderen Erwähnung bedürfen: Zum einen lassen sich die Bilder so skalieren, dass sie immer in den Rahmen passen. Das ist bei einem Rahmenformat von 16:9 nicht schlecht, auch wenn manche Bilder darunter leiden, weil es zu Verzerrungen der Motive kommt. Zum anderen bietet der Rahmen eine Autorotation, die auch ansonsten querliegende Hochformatbilder richtig herum dreht. Ungewöhnlich ist schließlich das eingebaute Kensington-Schloss [2], das die Entwendung des Rahmens aus öffentlich zugänglichen Räumen verhindern soll.

Neben den soliden Anzeigequalitäten fällt noch eine weitere Eigenschaft ins Auge: Mit 128 MByte bietet der Rahmen durchaus opulenten Speicherplatz, der auch durch keinerlei Systemsoftware, die am Ende doch unter Linux nicht nutzbar ist, verringert wird. Damit bietet das Samsung-Gerät gut 700 Fotos in Bildschirmauflösung Platz. Prima! Dennoch fällt das Fazit bescheiden aus: Ästhetik und Funktionalität reißen keinen vom Hocker, der Rahmen ist ziemlich anfällig und bietet wenig, was einen mit Macht in den Laden treibt, um dieses Gerät zu erwerben.

Fazit

Alle Rahmen bieten gute Bildqualität zu erschwinglichen Preisen. Die Funktionalität ist ebenfalls durchgängig in Ordnung. Differenzen gibt es bei den Formaten und damit bei den Preisen, aber auch bei mitunter wichtigen Kleinigkeiten wie vorhandenen Schnittstellen oder Bedienkomfort über eine Fernbedienung.

Zwei Alleinstellungsmerkmale sind uns besonders wichtig zu erwähnen, weil sie den Unterschied zwischen den Geräten ausmachen: der Akkubetrieb beim Philips Digital Photo Frame 7FF1 und die drahtlose Bestückung des Kodak EasyShare EX1011 via WLAN. Das sind Dinge, die wir uns für alle Rahmen wünschen.

Die Rahmenalternative

Statt einen dieser Bilderrahmen können Sie natürlich auch den Monitor Ihres Computers für Diashows nutzen. Der ist meistens größer und fällt nur im 1:1-Vergleich mit den Rahmen qualitativ in Helligkeit, Brillanz und Farbtreue leicht ab.

Bei OpenSuse nehmen Sie zum Beispiel Gwenview oder Digikam für solche Shows her, unter Ubuntu stehen Ihnen Programme wie gThumb und F-Spot zur Verfügung. Mit allen Anwendungen können Sie Ihre Digitalfotos bildschirmfüllend abspielen (Abbildung 6). Alle Programme bieten zudem unterschiedliche Optionen für die Show, die von Zeitsteuerungen bis hin zur Wahl von Übergangseffekten reichen. Probieren Sie einfach aus, welche Applikation die für Sie am besten passenden Einstellungen bietet.

Abbildung 6: Diashow mit Optionen: Die Standardbildbetrachter unter Linux bieten verschiedene Optionen zum Betrachten von Digitalfotos.

Abbildung 6: Diashow mit Optionen: Die Standardbildbetrachter unter Linux bieten verschiedene Optionen zum Betrachten von Digitalfotos.

Ein Manko aber haben alle Programme: Das Untermalen der Diashow mit Musik erlauben sie nicht. Da bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als einen Musikplayer wie Amarok oder Kaffeine anzuwerfen und danach, unabhängig davon, die Bildershow zu starten. Etwas umständlich ist das schon, aber dennoch machbar. Allerdings bietet Digikam eine Möglichkeit, über den Export als MPEG-Video eine komplette Diashow mit Musik zu erstellen. Wie das geht, lesen Sie in einem älteren Artikel nach [3].

Bilder für den Rahmen aufbereiten

Alle hier vorgestellten Bilderrahmen verarbeiten vor allem JPG-Bilder. Das im Open-Source-Bereich sehr verbreitete Bildformat PNG führt dagegen keiner in der Liste der erkannten Formate. Das fällt unter anderem dann an, wenn Sie Ihre Bilder mit Gimp bearbeitet und in dem neuen Format abgespeichert haben. Bevor Sie Ihre Fotos an den Rahmen schicken, müssen Sie diese ins JPG-Format konvertieren. Das können Sie einzeln pro Bild erledigen, in Gimp etwa über den Dialog Datei / Speichern unter, wo Sie dann bei Dateityp die Option Nach Endung und schließlich JPEG-Bild wählen.

Viel schneller als über diesen Weg erledigen Sie das aber zum Beispiel mit dem Programm Digikam, das bei allen gängigen Linux-Distributionen zum Lieferumfang gehört. Öffnen Sie über [Alt]+[F2] einen Schnellstartdialog und geben Sie digikam ein. Wechseln Sie über die Albenliste in Ihr Bilderverzeichnis. Über [Strg]+[A] markieren Sie alle Dateien im Verzeichnis. Mit Extras / Batch Process / Bilderkonvertierung erreichen Sie die Funktion zum Umwandeln der Fotos. Bei Einstellungen zu Bildkonvertierung wählen Sie JPEG und bei Dateioperationen die Option Umbenennen. Mit Start beginnen Sie schließlich das Umwandeln.

Über das Batch Processing erreichen Sie auch die Funktion Größe ändern. Die brauchen Sie, um unschöne schwarze Balken über und unter den Bildern zu vermeiden, wenn Bildgröße und Auflösung des Rahmens nicht übereinstimmen. Wählen Sie bei den Einstellungen die Option Proportional (2 Dim.), um die Seitenverhältnisse der Fotos beibehalten zu können. Klicken Sie danach auf die Schaltfläche Optionen (Abbildung 7). Wählen Sie bei den Größeneinstellungen neue Werte für Breite und Höhe aus, die der maximalen Auflösung Ihres Bilderrahmens entsprechen, zum Beispiel 800 und 480 Pixel.

Abbildung 7: In Digikam können Sie die Größe Ihrer Bilder an die Auflösung des Rahmens anpassen. So vermeiden Sie schwarze Balken oben und unten.

Abbildung 7: In Digikam können Sie die Größe Ihrer Bilder an die Auflösung des Rahmens anpassen. So vermeiden Sie schwarze Balken oben und unten.

Das Testfeld

  Philips Digital Photo Frame 7FF1 Yurako Yur.Photo 8B Kodak EasyShare EX1011 Agfa AF5070 Samsung SPF-72H
Display 137 x 91mm 8 Zoll Bildschirmdiagonale (20,3cm) 235 x 146 mm 154 x 87 mm 7 Zoll Bildschirmdiagonale
Auflösung 720 x 480 Pixel 720 x 480 Pixel 800 x 480 Pixel 480 x 234 Pixel 800 x 480 Pixel
Interner Speicher 12 MByte 128 MByte 128 MByte
Helligkeit 200nits 250 nits 250nits 350 cd/qm 200 cd/qm
Schnittstellen SD, MMC, MS/MS Pro, CF Typ I SD, MMC, MS (bis 2 GByte), USB-Stick CF, SD, MD, MS, xD, MMC, USB-Stick CF, MS/MS Pro, XD, MMC, SD, USB-Stick SD, MMC, MS, XD
Besonderheit Akkubetrieb möglich (ca. 1 Stunde) Videoausgang für TV WLAN-Schnittstelle für Funk-Netze und Internetzugang, eingebaute Stereolautsprecher Skalier- und Autorotationsfunktionen für Digitalfotos, Kensington-Lock
Preis ca. 180 Euro ca.90 Euro ca. 215 Euro ca. 100 Euro ca. 130 Euro

Testgeräte

Für die Teststellung der digitalen Fotorahmen danken wir der Firma Mediamarkt im Stahlgruber-Center München.

Infos

[1] Kodak Gallery: http://www.kodakgallery.de/

[2] Kensington-Schloss: http://de.wikipedia.org/wiki/Kensington-Schloss

[3] Andrea Müller, “Showtime – Multimediale Fotosammlung”, EasyLinux 06/2005, Seite 30 ff., http://www.easylinux.de/2005/06/030-digikam/index.html

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