Eine moderne Form der Datenspeicherung bieten USB-Sticks: feuerzeuggroße Geräte ohne bewegliche Teile, aber mit handelsüblichen Speicherkapazitäten von bis zu 48 GByte. Wir stellen einige Sticks vor und sagen Ihnen, was Sie mit diesen Minispeichern anfangen können.
USB-Sticks sind praktisch: Sie kommen ohne bewegliche Teile aus, sind kompakt und leicht und zudem resistent gegen Erschütterungen. Sie verbrauchen im Betrieb wenig Energie und erzeugen entsprechend wenig Abwärme. Mit diesen Eigenschaften sind sie eine optimale Lösung für Transport und Erhalt überschaubarer Datenmengen – bei handelsüblichen Geräten endet die Speicherkapazität momentan bei 8 GByte. Diesen Vorteilen stehen Nachteile gegenüber: So sind USB-Sticks beispielsweise in der Anschaffung noch deutlich teurer als andere Speichermedien wie CDs oder DVDs. Dennoch eignen sie sich für kleinere Backups, weil die Daten auf den Sticks rund zehn Jahre haltbar sein sollen und damit zum Beispiel einen Teil der gesetzlichen Forderungen nach dem Aufbewahren von geschäftskritischen Daten erfüllen. (Der andere Teil, die Revisionssicherheit dieser Dokumente, fällt in einen anderen Aufgabenbereich.)
Stick für beide Welten
Verwenden Sie Ihren Stick, um Daten zwischen Linux- und Windows-Rechnern zu transportieren, empfiehlt es sich, den USB-Stick mit dem FAT32-Dateisystem zu formatieren. FAT32 war der Standard auf älteren Windows-Systemen, hat aber den Vorteil, dass neben aktuellen Windows-Versionen auch Linux-Rechner solche Daten lesen und schreiben können. Bei dem moderneren NTFS geht das nicht ohne weiteres.
Stick sicher entfernen
So gut das Plug & Play von USB-Sticks unter Linux funktioniert – so heikel reagiert das freie Betriebssystem mitunter auf das Abstöpseln dieser Geräte. Ziehen Sie den Stick einfach ab, riskieren Sie den Verlust der gepeicherten Daten. Auf der sicheren Seite befinden Sie sich dagegen, wenn Sie so vorgehen: Klicken Sie das Laufwerkssymbol des USB-Sticks mit der rechten Maustaste an und wählen Sie aus dem Kontextmenü die Option Sicher entfernen, Bindung lösen oder Auswerfen. Wenn das Gerätesymbol verschwindet, entfernen Sie den Datenträger anschließend gefahrlos. Einige Distributionen lösen die Gefahr von Datenverlusten auf ihre Weise: Sie binden die Sticks so ein, dass kein Datenverlust mehr droht, sobald das Kopieren von Daten beenden ist.
Transcend JetFlash 210
Von Transcend [1] lag uns der JetFlash 210 mit einer Speicherkapazität von 2 GByte vor. Der Stick hilft nicht nur beim Datenspeichern, sondern ist mit einem interessanten Sicherheits-Feature ausgestattet: dem Erkennen von Fingerabdrücken zum Benutzen des Sticks. Das Gerät kommt zudem mit einem USB-Verlängerungskabel, das den Betrieb auch in engen USB-Umgebungen leicht macht, sowie einem formschönen Trageband: löblich!
Für den JetFlash gilt, was für alle Testgeräte zutrifft: Sie stöpseln das Gerät ein und können loslegen. Bei keinem der hier vorgestellen Speichermedien müssen Sie irgendwas einrichten. Der JetFlash öffnet nach dem Einstecken gleich zwei logische Laufwerke: ein schreibgeschütztes als JetFlash 210, das mit rund 8 MByte der Fingerabdruckerkennungssoftware belegt ist, und den eigentlichen Speicherstick als USB-Disk. Die erste große Enttäuschung: Die mitgelieferte Sicherheitssoftware funktioniert unter Linux nicht. Zwar könnten Sie stattdessen die Anwendung – wenn vorhanden – auf einem Windows-Rechner einrichten. Aber Vorsicht: Unter Linux haben Sie dann keinen Zugriff auf die Daten. Vom Gebrauch dieser an sich sinnvollen Sicherheitslösung ist also in diesem Fall dringend abzuraten!
Zweite dicke Einschränkung: Statt der theoretisch vorhandenen 2 GByte stehen unter Linux ganze 16 MByte zur Verfügung. Nur mit Windows können Sie den kompletten Speicherplatz des Sticks nutzen. Schuld daran sind die bereits erwähnten Sicherheits-Features. Beim Anstecken meldet sich das Speichermodul als zwei SCSI-Festplatten, gewöhnlich als /dev/sda und /dev/sdb. Die erste Platte ist dabei nur 2 MByte groß und enthält die Anwendungssoftware zur Fingerabdruckerkennung und Dateiverschlüsselung. Zwar ist es prinzipiell möglich, den Stick durch Partitionieren und Formatieren auch für Linux in vollem Umfang beschreibbar zu machen. Allerdings ist das so kompliziert, dass sich schon daher die Anschaffung des Sticks für Linux-Anwender nicht lohnt. Wenn Sie es dennoch versuchen möchten, finden Sie unter [6] eine Anleitung dazu.
Fazit: Interessante Windows-Features für die Sicherheit – leider unter Linux nur mit großem Aufwand lauffähig. Der stolze Preis von 45 Euro mag sich für Windows-Anwender lohnen – für einen Linux-User ist der Stick aufgrund der Mängel nicht empfehlenswert.
Transcend JetFlash 185
Eher in die Kategorie Schmuckstück scheint der JetFlash 185 zu fallen, der ebenfalls aus dem Hause Transcend kommt (Abbildung 1). So ist es logisch, dass neben dem Stick und einer kleidsamen Silberschlaufe auch ein fusselfreies Putztuch zum Lieferumfang gehört, mit dem sich unschöne Fingerspuren auf dem Stick schnell entfernen lassen. Anders als bei seinen Brüdern gehören Fingerabdrücke hier nämlich erst gar nicht dazu: Das Gerät ist ein reiner Datenspeicher ohne zusätzliche Sicherheitssoftware. Mit seinen 4 GByte Speicherkapazität liegt der Stick in der Mitte der momentanen Leistungsskala. Positiv fällt der erste Blick auf die Systemvoraussetzungen aus: Hier taucht Linux explizit auf. Was dem Speicherstab dagegen leider fehlt, ist die USB-Verlängerung.
Seinen Betriebszustand dokumentiert der Stick mit zwei edel-dezent blau leuchtenden LEDs sowie mit dem Eintrag in die Laufwerksliste unter Linux. Der JetFlash 185 ist komplett leer und damit für alle Speicheraufgaben sofort gerüstet. Wie gehabt: Um Daten dort zu speichern, wählen Sie als Speicherort einfach Disk – unter diesem Namen trägt sich das Gerät ein – zusätzlich und eindeutig mit dem USB-Symbol gekennzeichnet. Auch das Übertragen von Daten per Drag & Drop funktioniert problemlos: Schieben Sie Dokumente einfach mit gedrückter linker Maustaste in den geöffneten Dateimanager des Sticks oder auf das Laufwerkssymbol.
So unkompliziert der JetFlash 185 unter Linux auch als Datenspeicher arbeitet – trotz der aufgedruckten Linux-Kompatibilität funktioniert auch hier die auf einer Mini-CD mitgelieferte Software unter dem freien Betriebssystem nicht. Dabei klingt interessant, was dort angekündigt ist: Theoretisch eignet sich der Stick als Schlüssel für den PC, so dass sich nur anmelden kann, wer den USB-Speicher besitzt. Ebenso hält die Software Funktionen für den sicheren Datentransfer bereit – wenn auch leider wieder nicht für Linux. So bleibt als Fazit nur das zu wiederholen, was ähnlich schon für die beiden anderen Sticks aus gleichem Hause gilt: Trotz seiner recht hohen Speicherkapazität von 4 GByte ist der JetFlash 185 bei einem Preis von stolzen 70 Euro nur bedingt zu empfehlen, weil man als Linux-User Funktionen mitbezahlen muss, die einem gar nicht zur Verfügung stehen.

Abbildung 1: Gewinnt den Schönheitspreis: JetFlash 185 mit 4 GByte Speicherkapazität. Für Linux-User wegen nicht funktionierender Zusatzsoftware nur bedingt zu empfehlen.
Sony Microvault
Mit ebenso viel Speicher, aber ungleich spartanischer ausgestattet, präsentiert sich der Sony Microvault [2], der uns in einer 4-GByte-Variante vorlag. Edel sieht der Stick aus: Im perlmuttfarbenen Gehäuse zeigt sich der goldene Anschlussschuh erst, wenn man ihn mit einem kleinen Schieber befreit. Da der aber nicht immer einrastet, ist es gar nicht so leicht, den USB-Stick mit dem PC zu verbinden; immer wieder möchte der Schuh zurück ins Gehäuse: Schön gedacht, mäßig gemacht.
Von diesen Äußerlichkeiten abgesehen, meldet sich der Stick direkt nach dem Ankoppeln unter dem Klarnamen disk zum Dienst und kann wie beschrieben mit Daten bestückt werden: per Speicherort-Wahl genauso wie über Drag & Drop. Damit erschöpft sich aber auch schon die Funktionalität unter Linux. Wie gehabt, bringt auch der Sony-Stick Software mit, die ausschließlich unter Windows läuft. Daran, dass das für Linux-User wirklich ein Nachteil ist, lassen Presseveröffentlichungen zweifeln, die dokumentieren, dass Sony ein Rootkit auf den Stick gespielt hat, das sich in Windows-Systeme einnistet, dort vom Anwender unbemerkt arbeitet und – was noch schlimmer ist – potentiell böswilligen Angreifern die Tür öffnet. Von solchen Eindringlingen bleiben Anwender des freien Betriebssystems verschont.
So bleibt auch hier ein kurzes Fazit: Als Datenspeicher top, bei einem Preis von 80 Euro aber sogar noch teurer als der vergleichbare Transcend-Stick, bietet auch das Sony-Gerät aufgrund der nicht vorhandenen Linux-Kompatibilität der Software nur gebremstes Funktionsvergnügen – wenn auch auf hohem Speicherniveau.
Intenso USB Drive
Schlicht, formschön, funktional – und mit Linux-Aufdruck – präsentiert sich das Intenso USB-Drive [3] mit (nur) 1 GByte Speicherplatz (Abbildung 2). Der Stick kommt ganz ohne Zubehör und vollständig leer. Damit ist er im besten Sinne ein kleiner Datenspeicher, der sich – wie seine Cousins aus anderem Hause auch – völlig unkompliziert unter Linux bedienen lässt: Einfach einstöpseln… Auch der Intenso-Stick nimmt Daten per Drag & Drop ebenso auf wie über die Angabe des Sticks als Speicherort.
Fazit: Der Intenso-Stick ist auch wegen seines günstigen Preises von nur 13 Euro zu empfehlen: Er verspricht unkomplizierte Datenspeicherung, nicht mehr, und genau das hält er auch.

Abbildung 2: Formschön, schlicht, funktional: So präsentiert sich das Intenso USB-Drive auch unter Linux.
Arita USB Flashdrive
Trotz doppelter Speicherkapazität mit 20 Euro nur unwesentlich teurer als der Intenso-Stick präsentiert sich das 2 GByte große FlashDrive von Arita [4]. Hier gibt’s zum Stick ebenfalls ein Trageband – mehr nicht. Der Stick selber ist angenehm schlank, so dass auch bei ungünstiger Lage der USB-Stecker keine Probleme zu befürchten sind. Auch bei der Funktion des Sticks bleiben keine Fragen offen: Das Datenspeichern ist absolut unkompliziert, Zusatzsoftware, die Linux-Anwender ärgern könnte, ist ebenfalls nicht an Bord. Das einzige, was die Datenarbeit ein wenig behindert, ist das behäbige Arbeitstempo des Sticks. Hier fällt er im Vergleich zu seinen Mitbewerbern deutlich ab.
So übersichtlich wie der Stick fällt auch das Fazit aus: Das USB Flashdrive ist brauchbar, aufs Wesentliche reduziert, aber aufgrund der mäßigen Arbeitsgeschwindigkeit nur bedingt empfehlenswert.
Buffalo USB Flash Drive
In ähnlicher Liga wie Arita und Intenso schließlich spielt auch das Buffalo USB Flash Drive, das mit 25 Euro für nur 1 GByte zu Buche schlägt (Abbildung 3). Dieser Preis scheint aber – besonders im Vergleich mit den Mitbewerbern – absolut gerechtfertigt: Zu einem günstigen Preis bietet der Buffalo-Stick die mit Abstand besten Übertragungsraten im Feld (siehe Tabelle Das Testfeld). Zudem liefert der Hersteller zum Stick auch eine USB-Verlängerungskabel. Zwar passt der schlanke Speicherriegel wie die anderen auch in jede USB-Buchse. Dennoch ist das Kabel bei schwer zugänglichen Anschlüssen eine echte Hilfe.
Der Buffalo-Stick ist das einzige Gerät im Testfeld, das mit einem mechanischen Schreibschutz in Form eines kleinen Schiebeschalters ausgestattet ist. Bei eingeschaltetem Schutz bewahren Sie Ihre Daten vor versehentlichem Überschreiben.
Fazit: Mit seiner hohen Arbeitsgeschwindigkeit in Kombination mit dem sinnvollen Zubehör und dem Schreibschutz empfiehlt sich das Gerät für die Anwendung als Datenspeicher unter Linux: Hier wird nichts versprochen, was das Gerät unter Praxisbedingungen nicht auch hält. Angesichts der Leistungsmerkmale geht beim Buffalo sogar der Preis in Ordnung. Sollte Ihnen die hier beschriebene Ausführung mit nur 1 GByte nicht reichen: Der Stick ist in ähnlicher Ausführung auch mit 2, 4 und 8 GByte erhältlich.

Abbildung 3: Nur 1 GByte Speicherkapazität, dafür aber mit Abstand der schnellste Stick im Feld: Buffalo USB 2.0 Flash Drive.
Fazit
Das ist das eigentlich Erfreuliche an diesem Schnelltest: Fast alle Geräte, die wir uns angeschaut haben, sind als Datenspeicher gut zu gebrauchen. Das ist die Hauptsache. Zudem arbeiten sämtliche Testkandidaten völlig problemlos mit Linux-Distributionen zusammen und nehmen unkompliziert Daten per Drag & Drop entgegen. Damit eignen sie sich – mit Ausnahme der JetFlash-Sticks – für die oben skizzierten verschiedenen Aufgaben der Datenspeicherung – abgesehen von den unterschiedlichen Speicherkapazitäten. Sticks mit nur 1 GByte taugen eher für den mobilen Datentransport; für die Datensicherung benötigen Sie Geräte mit 4 oder 8 GByte Platz.
Bislang unerwähnt, aber gut zu wissen: Alle Sticks sind so schlank, dass sie selbst dann in eng aneinander gebaute USB-Doppelbuchsen passen, wenn am zweiten Anschluss schon andere Geräte ihren Dienst versehen. Der JetFlash 210 und der Buffalo-Stick machen das Ein- und Ausstöpseln noch leichter, weil sie mit einem USB-Verlängerungskabel kommen, dass das Anschließen speziell in dunklen und schwer zugänglichen Ecken erleichtert.
Trotz dieser positiven Meldung: Sicherheitssoftware ist in einer globalisierten Welt mit mehreren, nebeneinander existierenden Betriebssystemen nur dann eine sinnvolle Einrichtung, wenn sie auch auf mehreren Betriebssystemen lauffähig ist. Die Tatsache, dass Linux wesentlich mehr Schutz vor Angriffen aus dem Internet bietet, sollte nicht dazu verführen, den Anwendern des freien Betriebssystems sinnvolle Sicherheitsfunktionen vorzuenthalten. Kämen diese in den Genuss solcher Anwendungen, wäre dann auch der ziemlich hohe Preis für solche Gerätschaften berechtigt. (tpe).
Das Testfeld
| Transcend JetFlash 210 | Transcend JetFlash 185 | Sony Microvault | Intenso USB DRIVE | Arita USB FlashDrive | Buffalo USB 2.0 Flash Drive | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Speicherkapazität | 2 GByte (auch mit 4 GByte erhältlich) | 4 GByte | 4 GByte (auch mit 2 GByte erhältlich) | 1 GByte | 2 GByte | 1 GByte |
| Ausstattung | USB-Verlängerung | Trageschlaufe, Putztuch | – | – | Trageschlaufe | USB-Verlängerung, Trageschlaufe |
| Besonderheiten | Windows-Security-Software läuft nicht mit Linux | Windows-Security-Software läuft nicht mit Linux | Windows-Security-Software läuft nicht mit Linux, Rootkit-Software auf dem Stick | – | – | mechanischer Schreibschutz |
| Schreibtest* | – | ca. 12 MByte/s | ca. 25 MByte/s | ca. 3 MByte/s | ca. 2 MByte/s | ca. 23 MByte/s |
| Lesetest* | – | ca. 14 MByte/s | ca. 30 MByte/s | ca. 15 MByte/s | ca. 9 MByte/s | ca. 31 MByte/s |
| Preis in Euro | ca. 45 | ca. 70 | ca. 80 | ca. 13 | ca. 20 | ca. 25 |
| * Durchschnitt einer Mehrfachmessung mit einer Beispieldatei (750 Mbyte) bei geleertem Cache. |
Testgeräte
Für die Teststellung der USB-Speichersticks danken wir der Firma Mediamarkt (Stahlgruber-Center München).
[1] Transcend: http://www.transcend.de
[2] Sony: http://www.sony.de
[3] Intenso: http://www.intenso.de
[4] Arita: http://www.arita-online.com
[5] Buffalo: http://www.buffalo-technology.de
[6] Anleitung zum Partitionieren und Formatieren: http://nshmyrev.narod.ru/myflash/adata-myflash-fp1.html

